Donnerstag, 14. Dezember 2017
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HURRA DAS MEER

Kunsthochschule Weißensee

HURRA DAS MEER – STUDIERENDE DER BILDHAUEREI IM KUNSTMUSEUM AHRENSHOOP
Interventionen in der Sammlung des Kunstmuseum Ahrenshoop

Eine Zusammenarbeit mit der Weißensee Kunsthochschule Berlin

Im Kunstmuseum Ahrenshoop startet in den nächsten Tagen ein gestaffeltes Ausstellungsprojekt: In monatlichem Wechsel werden studentische künstlerische Positionen der Weißensee Kunsthochschule Berlin im Sinne von Interventionen in die laufende Sammlungspräsentation hinein- und dieser gegenübergestellt. Für die beteiligten Künstlerinnen und Künstler geht es bei diesem Museums-Debüt darum, wie sie ihre eigene Sprache in den Kontext des Museums einbringen, indem sie diese zu den dort gezeigten historischen Werken wie auch zum Landschaftsraum um Ahrenshoop in Beziehung setzen.

Bei der Auftaktveranstaltung am 9. August 2014 wird die Installation „Märchen Trip.“ von Moreen Vogel eröffnet. Im Saal zur Klassischen Moderne und in direkter Nachbarschaft zu Werken von Gerhard Marcks schaffen ihre unglasierten Keramikskulpturen eine Verbindung zwischen bildhaften Naturerlebnissen und nonverbalen allegorischen Konstruktionen. Der Titel der Arbeit – „Märchen Trip.“- ist als Abkürzung von „Märchen Triptychon“ zu denken und lädt zum Eintauchen in eine Welt unbestimmter Fabelwesen und Erscheinungen ein.

Am 16. August 2014, zur Langen Nacht der Kunst in Ahrenshoop, wird eine von Mathew Burdis aus New Castle konzipierte Audio-Performance über die museumseigenen Headsets zu hören sein. Der bekannte Land-Art-Künstler Robert Smithson verfasste vor beinahe 50 Jahren einen Text mit dem Titel „Some Void Thoughts on Museums“ („einige leere Gedanken zum Museum“). Burdis verwendet Zitate daraus und durchsetzt sie mit Textmaterial des Museums zur Sammlung, wobei er zwischen direkter Rede in der ersten Person, und indirekter Rede in der dritten Person Singular hin- und herwechselt. Die Performance wird von Max Grau, ebenfalls Student der Bildhauerei in Weißensee, durchgeführt.

Zwischen dem 26. und 31.8.2014 wird ein- bis zweimal täglich das ortsspezifisch komponierte Hörspiel Folgen Sie dem Karpfen aufgeführt. Die Künstlerinnengruppe hannsjana hat es entworfen (Marie Weich, Katharina Siemann, Jule Gorke, Lotte Schüßler, Laura Besch). Es wird über die hauseigene Headset-Anlage abgespielt und orientiert sich an Museumsführungen, schweift aber ab: Musikalische, subjektive Untermalungen ermöglichen einen unkonventionellen Zugang zur Sammlung. Es wird von einer Performance mit Masken begleitet. Die Führung übernimmt der Karpfen!

Vom 13.9. bis 8.10.2014 wird im Saal zur Künstlerkolonie Ahrenshoop die Skulptur „Wiederholter Neuanfang“ von Amelie Kemmerzehl zu sehen sein. In dieser Arbeit geht es um die formale und materialästhetische Eingrenzung des instabilen Phänomens einer stehenden Welle. Dazu kommen Materialien wie Mörtel, bröckelnder Beton und mit Stärkemehl vermischter Rasierschaum zum Einsatz. Kemmerzehls Skulpturen und Installationen machen das skulpturale Handeln als einen Akt nachvollziehbar, bei dem gestische Impulse direkt umgesetzt werden.

Vom 11.10. bis 2.11.2014 werden zwei verschiedene Installationen in der Sammlungsausstellung gezeigt: Im Projekt „Transistor“, einer Arbeit, bei der Video und keramische Plastik miteinander kombiniert sind, vollzieht Nora Arrieta die in Bildern früherer Malerinnen und Maler der Künstlerkolonie Ahrenshoop immer wieder auftauchende Sicht auf das Meer nach.

Lukas Liese arbeitet für seine Installation „Welle machen“ mit lokalen Unternehmen zusammen, die sich um die Buhnen an den Sandstränden kümmern. Durch das Buhnen-Thema wird im Kunstwerk über das Gestalt-Problem der Welle hinaus auch die ökologische Problematik des heutigen Küstenschutzes an der Ostsee transportiert: so zum Beispiel in dem Fakt, dass alte Buhnen heute nicht selten durch Kunststoff oder Tropenhölzer ersetzt werden.

Am 20.12.2014 findet der „Akari – Laternenworkshop“ von Kanako Ishii statt: eine Arbeit, die besonders auch Kinder anspricht. Nach einer japanischen Tradition werden aus Schilfrohren und Seidenpapier Laternen in Gestalt von Hausmodellen gebaut und vom Museum aus durch den Ort getragen.

Kuratorium des Projektes sind Katrin Arrieta, Museum Ahrenshoop, Hannes Brunner und Albrecht Schäfer, Weißensee Kunsthochschule Berlin

Weitere Informationen:

www.kunstmuseum-ahrenshoop.de

www.kh-berlin.de

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m/s