Montag, 23. Oktober 2017
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IKEA – Möbelhaus der Zukunft in Altona

IKEA CityStore in Hamburg-Altona

Pankow wartet seit Jahren auf verläßliche Pläne zur Bebauung des ehemaligen Pankower Rangierbahnhofs. Das Vorhaben der Krieger Grundstücksentwicklungsgesellschaft KGG kommt bisher nicht recht voran. Nach intern vorliegenden Unterlagen gibt es inzwischen 24 verschiedene Planvarianten. Inzwischen hat auch ein massiver Strukturwandel in der Möbelbranche eingesetzt. Das Modell des großen Möbelmarktes auf der grünen Wiese ist womöglich durch neue Vertriebsmodelle per Internet und App überholt.

IKEA CityStore in Hamburg-Altona
IKEA Citystore in Hamburg-Altona – Foto: Pressefoto

Aus diesem Grund ist die Redaktion der Frage nachgegangen, wie das Möbelhaus der Zukunft künftig aussehen kann. Nur wenige Fahrtstunden entfernt, in bester „Shopping-Entfernung“ von Berlin, ist ein mögliches Modell gefunden worden: in Hamburg.

Erster IKEA Citystore in Hamburg eröffnet

Deutschlands 48. IKEA Einrichtungshaus eröffnete bereits am 30. Juni 2015 in Hamburg-Altona. Wie üblich wurde das Vorhaben von politischer Prominenz an die Öffentlichkeit übergeben: Olaf Scholz (Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg), Dr. Liane Melzer (Leiterin des Bezirksamtes Altona), Peter Betzel (Geschäftsführer IKEA Deutschland) und Christian Mollerus (Einrichtungshauschef IKEA Altona) eröffneten das Haus für die Besucher.

„Wir freuen uns sehr, hier in der Großen Bergstraße, in Deutschlands ältester Fußgängerzone, ein für uns bislang einmaliges Konzept umzusetzen – das erste IKEA Einrichtungshaus mitten in der Stadt“, sagte Peter Betzel. „Wir sind davon überzeugt, hier den idealen Standort zu haben für unseren ersten IKEA Citystore mit einem hervorragenden ÖPNV-Anschluss und vielen Menschen in der direkten Umgebung, die uns innerhalb kürzester Zeit ohne Auto erreichen können.“

IKEA CityStore in Hamburg-Altona
IKEA Citystore in Hamburg-Altona – ein Möbelhaus für die Stadtmitte – Foto: Pressefoto

Zukunftsweisendes Konzept: Citystore

IKEA Altona ergänzt die bestehenden IKEA Einrichtungshäuser in Hamburg-Schnelsen und Hamburg-Moorfleet. „Altona ist eines der spannendsten Projekte, die wir bei IKEA je hatten“, so Expansionschef Johannes Ferber, „umso mehr freuen wir uns, dass wir diesen Citystore dank der guten Unterstützung von Politik und Verwaltung sowie der großen Zustimmung der Altonaer Bevölkerung innerhalb recht kurzer Zeit heute eröffnen konnten.“

Über 80 Millionen Euro hat IKEA in Altona investiert. Mit dem Abriss des ehemaligen Frappant-Gebäudes wurde gleichzeitig eine Einzelhandelsbrache revitalisiert. Die Grundstücksgröße liegt bei knapp über 10.000 Quadratmeter – das ist die kleinste Fläche, auf der jemals ein IKEA Einrichtungshaus entstanden ist. Acht Stockwerke inklusive vier Parkdecks umfasst der Citystore mit einer Verkaufsfläche von rund 18.000 Quadratmetern. Rund 300 Mitarbeiter arbeiten in Altona. Viele Arbeitsplätze sind neu entstanden, weitere Kolleginnen und Kollegen stammen aus anderen Einrichtungshäusern. „Damit haben wir eine gelungene Mischung aus neuen und erfahrenen Kollegen“, sagte Einrichtungshauschef Christian Mollerus.

In der Möbelausstellung werden gezielt Wohnideen für den lokalen Markt angeboten: Inspirative Einrichtungsideen für kleinere Wohnungen und viele Ideen zum Thema „Verstauen & Ordnen“ stehen im Mittelpunkt des Angebotes.

Wohnideen in großen Schaufenstern und kluge Lieferlogistik

Direkt von der Fußgängerzone aus können die Besucher inspirierende Wohnideen mit passenden Accessoires erleben, die in großen Schaufenstern dekoriert sind. Für Autofahrer stehen 730 Parkplätze bereit. „Wir gehen davon aus, dass jeder zweite Besucher mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt“, sagt Christian Mollerus mit Blick auf die unmittelbare Nähe von zahlreichen Bushaltestellen und dem Bahnhof mit vielen S-Bahnlinien. IKEA Altona setzt auf ÖPNV und Lieferkonzept nach Maß. Mit Lastentaxen und Leihanhängenr kommen die Einkäufe zeitnah und günstig nach Hause. Als Besonderheit ist die Kooperation mit den Hamburger Verkehrsbetrieben (HVV) in der Startphase hervorzuheben: Jeder Kassenbon konnte zugleich als Fahrkarte genutzt werden. Vor allem Radfahrer werden als besondere Kundengruppe hofiert.

IKEA CityStore in Hamburg-Altona
IKEA Citystore in Hamburg-Altona: Schaufenster – neue Inspirationen für Möbelkunden

Fahrradluftpumpen und Schließfächer
Fahrradfahrer finden zahlreiche Stellplätze auf dem Goetheplatz, dazu zwei öffentlich zugängliche Fahrradluftpumpen und Schließfächer im Eingangsbereich des IKEA Citystores für Radzubehör wie z. B. Helme.
IKEA setzt auf maßgeschneiderte Lieferkonzept, das sicherstellt, dass der Transport von größeren Einkäufen nachhaltig, günstig und zeitnah erfolgen kann. Das Lieferkonzept besteht aus bewährten Serviceangeboten und ganz neuen Modellen.

Einen Überblick über alle Möglichkeiten bekommt der Kunde am Transportschalter im zweiten Stock des Citystores. Neben dem regulären Transportservice (Lieferung innerhalb von 24 bis 72 Stunden) gibt es folgende Lieferalternativen:

  • Taggleiche Lieferung, bei Abgabe der Waren bis 18 Uhr am Transportschalter
  • Leihtransporter, -anhänger (Anhänger ist kostenlos für die ersten drei Stunden)
  • „Lastentaxen“, gegen Extraentgelt Transport der Möbel bis in die Wohnung, Kunde kann mitfahren (Kosten ab 29 Euro/5 km).
  • Car-Sharing (Cambio, auf Parkdeck 4)
  • Fahrradkurier auch für größere Möbel, Kosten ab 9,90 Euro
  • „Paketfahrschein“: Für jeden gekauften Artikel aus unserer Selbstbedienungshalle kann der Kunde ein spezielles Transport-Etikett kaufen – das erste kostet 9,90 Euro, jedes weitere 6,90 Euro.

Der Clou: nicht der Warenwert, sondern allein die Anzahl der Artikel bestimmt die Transportkosten. Kleinere Artikel können zusammen in der blauen Tasche für 9,90 Euro (pro Tasche) aufgegeben werden. Der Kunde gibt die so etikettierten Artikel am Transportschalter im 2. OG ab; die Anlieferung erfolgt, wenn möglich, noch am selben Tag innerhalb des Liefergebietes.
Für den Transport von kleineren Artikeln gibt es Hilfsmittel:

  • Die bekannte blaue IKEA Tasche (verschiedene Größen, ab 40 Cent)
  • Handliche Sackkarre (9,99 Euro)
  • Verleih einer Schwerlastkarre (kostenlos für die ersten drei Stunden)
  • Verleih von Lastenfahrrädern (im Eingangsbereich vor dem Haus)
  • Verleih von Fahrradanhängern (kostenlos für die ersten drei Stunden).
Fahrrad-Transportlösung aus Kopenhagen
Fahrrad-Transportlösung aus Kopenhagen – Pressefoto

Autofahrer finden genügend Parkplätze

Insgesamt 730 Stellplätze gibt es auf den vier Parkebenen, die ausschließlich für Kunden sind. Für die Mitarbeiter bietet IKEA ein Jobticket (HVV-ProfiCard) an. Kunden parken die ersten beiden Stunden kostenlos, wenn sie für mindestens 20 Euro eingekauft haben. Die Parkgebühr liegt ansonsten bei 1,50 Euro pro Stunde, ab der vierten Stunde bei 3 Euro pro Stunde.

Neue Architektur für die Innenstadt

Ds neue Haus in Altona setzt auch in Sachen Architektur Maßstäbe. Es ist das erste IKEA Einrichtungshaus in Deutschland, das mit einer außergewöhnlichen Farbgebung mit viel Weiß und dezentem Blau deutlich von der Standardfassade abweicht und sich so harmonisch in die Umgebung einfügt. Zum Heizen und Kühlen des Gebäudes dient eine umweltschonende und energieeffiziente Gebäudetechnik.
Im IKEA Restaurant gibt es einen „Front Cooking“-Bereich mit frischen Gerichten aus dem Wok oder vom Grill. Kalte und warme Snacks hält auch das Café im Erdgeschoss bereit.

Lokale Nachbarschaft mit dem Einzelhandel

Nach dem Motto „Hej Nachbarn“ setzt IKEA auf eine gute Nachbarschaft mit den Menschen und Einzelhändlern in der Großen Bergstraße.

IKEA – der Marktführer

IKEA ist heute in Deutschland an 48 Standorten vertreten, das 49. Einrichtungshaus entsteht derzeit in Bremerhaven und eröffnet im Frühjahr 2015. Das erste IKEA Einrichtungshaus wurde 1958 in Älmhult/Schweden eröffnet. 1974 kam IKEA mit dem Einrichtungshaus Eching bei München nach Deutschland.

Weltweit gibt es derzeit 356 IKEA Einrichtungshäuser in 44 Ländern. Davon gehören 309 Einrichtungshäuser in 26 Ländern zum IKEA Konzern selbst. Die anderen 47 Einrichtungshäuser werden von Franchisenehmern außerhalb des IKEA Konzern betrieben. 684 Millionen Menschen besuchten IKEA im vergangenen Geschäftsjahr, davon rund 100 Millionen in Deutschland.

Über 135.000 Mitarbeiter, 15.500 allein in Deutschland, arbeiten auf der ganzen Welt an der Umsetzung der Geschäftsidee von IKEA: „Wir wollen ein breites Sortiment formschöner und funktionsgerechter Einrichtungsgegenstände zu Preisen anbieten, die so günstig sind, dass möglichst viele Menschen sie sich leisten können.“

Neuer Plan für das Pankower Tor?

Kurt Krieger und seine Strategieplaner und Architekten haben sicher schon heimlich das Citystore-Konzept in Altona besichtigt. Der wichtigste Wettbewerber hat in Hamburg Maßstäbe für die ganze Branche gesetzt, denn hohe Wohnkosten, kleiner werdende Wohnungen und die Demografie erzwingen eine Abkehr vom Konzept des Möbelhauses auf der grünen Wiese, das nur per Automobil erreicht werden kann.
Internet, lokale Kaufkraft und lokale Nachfrage sorgen für eine klare Marktdifferenzierung. Die bisherige übliche „Möbel-Liefer-Logistisk“ wird durch das neue Konzept ergänzt. Berlin kann auch von einem einzigen Logistikzentrum aus per LKW beliefert werden. Die kaufkräftige und schnelle Nachfrage in der Innenstadt bietet einen intensiveren Kundenkontakt. Umweltfreundliche Mobilitätslösungen bieten zudem völlig neue Einkaufs-Erfahrungen.

Kurt Krieger und seine Höffner-Gruppe stehen nun vom Markt her unter weiteren Innovationsdruck. Wenn im Frühjahr 2016 neue Pläne für das Pankower Tor vorgelegt werden, müssen sich diese am IKEA-Konzept in Altona messen lassen.

Weitere Informationen:

www.ikea.com

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m/s

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