Sonntag, 28. Mai 2017
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Indisches Thullal-Tanztheater

Hardmut Schmidt: Indisches Thullal-Tanztheater - Foto: © Hardmut Schmidt

Die Indische Botschaft Berlin lädt zu einer Vorstellung des indischen Thullal-Tanztheaters ein. Am kommenden Montag, dem 19. Dezember 2016 (18 Uhr) zeigt der aus Freiburg stammende deutsche Künstler Harald Schmidt eine Solo-Vorstellung des traditionellen südindischen Solo-Tanzdramas Thullal.

Schmidt hat sich intensiv mit dieser Kunstform befasst, er begann 1991 in Kerala mit seiner Ausbildung und lernte fünf Jahre von den großen Meistern. Seine interkulturelle Arbeit wurde schon von der indische Regierung und der Deutsch-Indischen Gesellschaft e.V. gewürdigt und ausgezeichnet.

Der Künstler präsentiert in seiner Aufführung das klassische indische Thullal-Tanztheater und thematisiert „Freude und Leid von Helden, Göttern und Dämonen“ in zwei der bekanntesten Episoden aus der indischen Mythologie.

Die erste Geschichte, Kalyāṇasaugandhikam, beschreibt das Scheitern des Helden Bhima, der immer auf seine Kraft und Stärke vertraut und auch vor dem Einsatz von Gewalt nicht zurückschreckt. Auf der Suche nach der bezaubernden Saugandhika-Blume begibt er sich in den Urwald und trifft dort auf den weisen Hanuman, Gott und König der Affen. Mit Hilfe einer List erteilt dieser Bhima eine Belehrung.

In der Geschichte, PūtanaMōkṣam, versucht die Dämonin Pūtana den kleinen Gott Krishna im Auftrag des Königs Kamsa zu töten. Sie verwandelt sich in eine schöne Frau und gibt Krishna ihre mit Gift versetzte Brustmilch zu trinken. Daraufhin saugt Krishna Pūtanas Gift und Leben aus ihrem Körper heraus.

Ursprung des südindische Solo-Tanzdramas Thullal ist Südindien, vor 200 Jahren wurde es von Kunjan Nambiar ins Leben gerufen. Es hat einen belehrenden Charakter und basiert im wesentlichen auf Satire, enthält Humor, Sarkasmus und soziale Kritik.

Viele Elemente des Thullal-Tanztheaters sind aus dem seit dem siebzehnten Jahrhundert bekannten Kathakali-Tanz entnommen. Besonders augenscheinlich wird dies an den farbenfreudigen Kostümen und dem aufwendigen Makeup, das die Darsteller in der Regel mehr als drei Stunden Vorbereitung kostet.

Grün und rot sind die dominanten Farben. Die Gesichtsfarbe der Götter, Helden und Könige sind meist grün, auch umrahmt von weißen Kragenstulpen, während Dämonen rote Bärte, weiße Schnurbärte und Nasenknöpfe tragen.

Wie im Kathakali erzählt das Thullal-Tanztheater Geschichten der indischen Epen, des Ramayana, Mahabharata und des Bhagavatha. Der ausdrucksstarke Tanz, die Mimik und die bedeutung tragenden Handgesten vermischen sich mit Gesang und instrumentaler Begleitung zu einem harmonischen Ganzen.


Indisches Thullal-Tanztheater
mit Hartmut Schmidt

Montag, 19. Dezember 2016, 18 Uhr
Eintritt frei

Auditorium der Indischen Botschaft | Tiergartenstr. 17 | 10785 Berlin | www.indianembassy.de

Eingangskontrolle: Am Eingang der Botschaft wird eine Passkontrolle durchgeführt. Der Zutritt wird bei Vorlage eines gültigen indischen, deutschen oder anderen Personalausweis oder Reisepass bzw. mit Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland gewährt.

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a/m