Sonntag, 28. Mai 2017
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erwartet 200 Weltneuheiten

Innovationstag Mittelstand in Pankow
erwartet 200 Weltneuheiten

Modell des Acqua Cube

Der Innovationstag Mittelstand am 18.Mai 2017 in Niederschönhausen wird mit einiger Spannung erwartet, denn auf dem Gelände der AiF Projekt GmbH ist eine Erfolgsstory des Bundeswirtschaftsministeriums zu besichtigen. Die schon mehrjährig laufende Projektförderung durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des BMWi zeitigt immer mehr Erfolge. In dieser Woche wird nun eine Schallmauer überwunden: über 200 Weltneuheiten werden beim Innovationstag Mittelstand erwartet. Auch einige Berliner und Pankower Unternehmen sind mit ihren Technologien dabei.

Top-Innovationen aus dem deutschen Mittelstand

Einige Top-Entwicklungen werden hier herausgegriffen und schon vorab im Foto vorgestellt: eine flexible Technik zur Aufbereitung von Brauchwasser oder ein Messgerät zur Bestimmung von Gefäßverkalkungenbelegen zeigen das hohe Innovationspotenzial von Berliner Unternehmen.
Doch es ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Innovationstag Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Hunderte Mittelständler aus dem gesamten Bundesgebiet präsentieren ihre Neuentwicklungen auf der Leistungsschau am 18. Mai in der Pankower Tschaikowskistraße. 300 kleine und mittlere Unternehmen sowie Industrieforschungseinrichtungen haben sich angesagt und präsentieren mehr als 200 Weltneuheiten.

Mittelständische Unternehmen sind der Erfolgsfaktor der deutschen Wirtschaft: Über 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind Mittelständler. Sie erwirtschaften mehr als die Hälfte der Wertschöpfung, stellen fast 60 Prozent aller Arbeitsplätze und rund 82 Prozent der betrieblichen Ausbildungsplätze bereit. Wie wichtig diese Unternehmen sind, zeigt das Dossier des BMWI zur Mittelstandspolitik.

Mobile Wasseraufbereitung mit AquaCube
Die MARTIN Membrane Systems AG aus Brüsewitz bei Schwerin stellt auf dem Technik-Open-Air in Berlin-Pankow ein mobiles Ultrafiltrationssystem vor, mit dem nicht nutzbares, weil verschmutztes Oberflächenwasser in Brauch- oder sogar Trinkwasser umgewandelt werden kann. Die dafür bislang verfügbare Technik hat entweder ein sehr großes Transportvolumen oder benötigt viel Energie und Wartungsaufwand. Der in Berlin entwickelte AquaCube hingegen ist eine leicht zu handhabende Anlagentechnik für die Aufarbeitung mikrobiologisch belasteten oder getrübten Oberflächenwassers. Nach Sedimentation und Siebung durchläuft es eine Ultrafiltrationseinheit mit besonders feinen Membranen, die eine Trenngrenze von nur 35 Nanometern – das sind 0,000035 Millimeter – aufweisen. So wird gewährleistet, dass das Filtrat frei von Bakterien, Viren sowie Schwebstoffen ist. Die Neuentwicklung ist mit einer Filtrationsleistung von bis zu 100.000 Litern Brauchwasser pro Tag verfügbar und kommt zur kostengünstigen, energieautarken und sicheren Versorgung in Gewerbe, Haushalt sowie in wasserarmen Regionen und Katastrophengebieten zum Einsatz.

Mehrheitlich verdanken solche Hightech-Innovationen ihre Existenz einer Projektförderung durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des BMWi. Das für alle Technologien und Branchen offene Programm verhilft mit einem 2017 auf 548 Mio. Euro aufgestockten Jahresbudget jährlich mehreren Tausend Entwicklungsideen aus dem Mittelstand zum Durchbruch. Unternehmender Bundeshauptstadt wurden von Anfang 2015 bis Ende Januar 2017 fast 84 Mio. Euro für über500 Forschungs- und Entwicklungsprojektebewilligt.

PAR Blutdruckmessung
Neu: Das handliche Gerät bestimmt die Festigkeit der Gefäße, ergänzt die klassische Blutdruckmessung
Foto:: PAR Medizintechnik GmbH & Co. KG

Erweiterte Blutdruck-Messung
Auf der Leistungsschau „im Grünen“ stellt auch die PAR Medizintechnik GmbH & Co. KG aus Berlin-Schömeberg aus. Ihr kompaktes und akkubetriebenes Blutdruck-Messgerät, das in Kooperation mit dem Fachgebiet Medizintechnik der TU-Berlin entstand, misst die Blutdruckkurve am Herzen und ermittelt sogar frühzeitigekrankhafte Veränderungen der Hauptschlagader. Damit ist die Entwicklung eine Ergänzung zum konventionellen Blutdruckmessen, bei dem nur der Druck der Arterie im Oberarm bestimmt wird.Die neue Technik arbeitet mit einem oszillometrischen Messverfahren, das über eine Manschette am Arm die Schwingungen des Blutflusses analysiert und die Messdaten zur Auswertung an einen PC überträgt.Der Vertrieb des Gerätes soll sich zunächst auf die EU konzentrieren, die Vermarktung auf dem US-Markt ist in Vorbereitung.

Automotive-Messetechnik
Ein weiteres Exponat aus Berlin – ein modulares Mess- und Steuergerät für komplexe elektrische Prüfungen an Automotiv-Komponenten und -Baugruppen – stammt von der AUCOTEAM GmbH aus Prenzlauer Berg. Für die Messung werden die Fahrzeugteile zunächst „gestresst“ und künstlich gealtert, um dann mit den im Test gewonnenen Messdaten eine Fehlerdetektion und -analyse durchzuführen.

Die Hightech-Show bildet eine ideale Plattform für den Dialog zwischen Wissenschaftlern, Unternehmern, Politikern, Journalisten und interessierter Öffentlichkeit. Auch in diesem Jahr werden wieder über 1.500 Besucher erwartet. Sie findet auf dem weitläufigen Parkgelände der AiF Projekt GmbH in Berlin-Pankow statt, die vom BMWi mit der Projektträgerschaft für ZIM-Kooperationsprojekte beauftragt ist.

18. Mai 2017 | 10 bis 15.30 Uhr
Innovationstag Mittelstand

AiF Projekt GmbH | Tschaikowskistraße 49 | 13156 Berlin-Pankow

Weitere Informationen:

Projektträger des BMWI: www.aif-projekt-gmbh.de
Förderprogramm des BMWI: www.zim-bmwi.de

Text: Daniela Isler / Redaktion Michael Springer

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m/s