Sonntag, 22. Oktober 2017
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Prenzlauer Berg

Instand-Schlemmen in
Prenzlauer Berg

La Soupe Populaire: Tim Raue in der neuen Küche

Am 17. Mai 2013 eröffnete Tim Raue sein neues Restaurant, und Gregor Scholl weihte dazu seine neue Bar ein. Mit dem Restaurant „La Soupe Populaire“ und der Bar „Le Croco Bleu“ kommt eine neue Spitzen-Gastronomie nach Prenzlauer Berg, in der sehr populäre kulinarische Künstler neue Konzeptgastronomie „aufführen“. Auf dem Bötzow-Areal wird damit eine kreative Form der Denkmals-Entwicklung realisiert, die Projektentwickler wohl künftig als „Instand-Schlemmen“ bezeichnen können.

La Soupe Populaire: Tim Raue in der neuen Küche Tim Raue und sein Team in der neuen Küche – Foto: © Bötzow Berlin

Das Motto von Tim Raue „Kreativität, Einzigartigkeit und Freiheit“, mit der der Spitzenkoch seine Philosophie des Kochens und seiner Gastronomie zusammenfasst, wird in den alten Räumen der ehemaligen Bötzow-Brauerei auf höchst spannende Weise neu interpretiert. In nur zwei Monaten wurde die hoch moderne Kücheneinrichtung und das Interieur des Restaurants in das Industriedenkmal eingebaut und arrangiert.

Die alte Industriearchitektur mit ihren rohen Oberflächen wird direkt mit den feinsten Speisendüften konfrontiert. Die Gäste geraten in eine extreme ästhetische Spanung und Ungleichzeitigkeit: 19. Jahrhundert und 21. Jahrhundert treffen sich im Raum. Rauher Putz, rohes hundertejahrealtes Holz, rostiger Stahl treffen auf feinste Suppen und Speisen und ausgesuchte Weine.

Das höchst kreative und durchdachte Konzept räumt mit dem Reinlichkeitsstreben perfekter Denkmalsschützer und Restauratoren auf. Ein Prinzip wird verkehrt: erst das Restaurant, dann Umbau und Sanierung.

La Soupe Populaire: Chefs TableLa Soupe Populaire: „Chefs Table“- Foto: © Bötzow Berlin

Die rohe Dachschalung ist unverkleidet und unverfälscht erkennbar, minimale moderne Haustechnik-Installationen, Leitungen und Lüftungsrohe treten aderngleich hervor. Selbst die WC-Anlage ist innenarchitektonische Konzeptkunst, mit getrennten Kabinen für M & W – aber offen zugänglichen, gemeinsamen gläsernen Handwaschbecken mitten im Durchgangsraum.

„La Soupe Populaire“ wird Speisen zu moderaten Preisen anbieten, von 9 bis 30 € sollen Gäste auch „satt werden“ – im Gegensaatz zu meinen anderen Restaurant“ – meinte Tim Raue selbst, unter dem Gelächter der Premierengäste!

Als Teil des sogenannten Atelierhauses, in dem wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst gezeigt werden, geht La Soupe Populaire eine spannende Symbiose mit seiner baulichen Umgebung ein. Schlichtes Vintagemobiliar, minimalistisch eingedeckte Tische und eine warm anmutende Beleuchtung lenken den Fokus auf die im gesamten Atelierhaus ausgestellten Kunststücke und natürlich auf das, was auf dem Teller serviert wird.
Die Speisekarte ist Teil dieses Gesamt-Konzeptes, denn Tim Raue kreiert passend zu jeder Ausstellung eine von den Kunstwerken inspirierte Karte, die aus vier Vorspeisen, vier Hauptgerichten und zwei Desserts besteht. Platz finden die Gäste an 54 Sitzplätzen inmitten der Kunst oder am Chef ’s Table in der Küche.

Tim Raue hat dazu eine durch und durch von Berlin und Brandenburg inspirierte Speisekarte entwickelt, auf der Königsberger Klopse mit Roter Bete und Kartoffelpüree ebenso zu finden sind. Das Besondere an den Gerichten: jeder Gang wird in einer weißen Urhino—Porzellanschale der Königlichen Porzellan Manufaktur Berlin serviert.
Tim Raue zollt damit seiner Idee von einer „Volksküche“ Tribut, die aus den besten Produkten entsteht und unkomplizierte Gerichte in den Mittelpunkt stellt. Dazu werden jeweils zehn Weiß-und Rotweine sowie einige ausgesuchte Raritäten angeboten.

Umgesetzt wird das Küchenkonzept übrigens von Tim Raues langjährigem Begleiter Michael Jaeger, für den Service zeichnet Patricia Liebscher verantwortlich. Beide bringen beste Referenzen und Erfahrungen aus Berliner Spitzengastronomien mit, beste Voraussetzungen für Erfolg und Beliebtheit und eine entspannte Atmossphäre des neuen Restaurants: „Très gentille“ – wie eine Besucherin des Eröffnungsabends formulierte.

Die neue Bar

Gregor Scholl ist Gentleman und ein ungekrönte Autorität der Berliner Cocktailszene. Er lädt vor oder nach dem Besuch des Restaurants zum Cocktailzauber ins „Le Croco Bleu“.
Bekannt wurde er als stilsicherer Gastgeber im Westberliner „Rum Trader“. Nun wagt er sich nach Prenzlauer Berg und will seine Gäste auch hier mit distinguierten und extravaganten Cocktailkreationen verführen.

lm ehemaligen Maschinenraum der Brauerei werden seine Mixturen serviert, die zuweilen sehr exotische Namen tragen, die Scholl selbst kreiert hat: den „Acu-Acu“ — ein Cocktail auf Rumbasis mit Mandel und Zitrone, der einer klassischen Cocktailschale der 1920er Iahre serviert wird, gibt es nur hier.

Der Namen der Bar bezieht sich auf eine bizarre Episode aus der Geschichte der Bötzow-Brauerei: Es kursiert das Gerücht, dass am Ende des Zweiten Weltkrieges zwei Krokodile aus dem Berliner Zoo in einem Bassin der Bötzow-Keller in Sicherheit gebracht wurden.

Nach Berlin war Scholl mit dem neuen Iahrtausend gekommen, um als Barchef Le Bar du Paris Bar zu eröffnen. Schon kurze Zeit später übernahm er den legendären Rurn Trader.

2006 war er Gründungsmitglied des BarConvents Berlin, der die Barkultur fördert, indem er Bartender, Enthusiasten, Distributeure und Produzenten zusammenbringt. Um Barkeeper darin zu unterstützen, ihre Erfahrungen im Ausland zu erweitern, vergibt der BarConvent das Hans—August—Schröder-Stipendium (benannt nach dem Gründer des Rum Trader).
Scholl hat sich für dieses Stipendium stark gemacht und sitzt selbts mit in der Iury und spürt so nach den leidenschaftlichsten Mixern, die gepflegte Barkultur aus Berlin in die Welt tragen.

Streitbar ist Scholl obendrein: als siegreicher Verteidiger der Raucherlaubnis in der Einraumgastronornie zog er bis vor das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.
Neben Scholl mixt und schüttelt Barchef Michael Hanke, der bereits in der Züricher Widder Bar und den Berliner Bars The Regent, der Bar Tausend, dem HBC und der Victoria Bar sein Können unter Beweis stellte.
Das Interiordesign der Bar wurde von Innenarchitektin Anja Müller entworfen und arrangiert. Sie hat sich vom Namen der Bar inspirieren lassen und den fast morbiden, industriellen Charme des Maschinenhauses in eine frappante Fantasiewelt verwandelt. Pilze als Stehtische, knorrige Apfelbäume, Mobiliar aus Samt und Leder, ausgestopfte Tiere der heimischen Fauna sowie zwei Krukodile bilden den Rahmen für inspirierende Abende — ohne Sperrstunde!

Le Croco Bleu: Gregor Scholl und Prof. Hans-Georg NäderLe Croco Bleu: Gregor Scholl und Prof. Hans-Georg Näder Foto: © Bötzow Berlin

Spiritus Investor creativus

Hinter dem Gesamtkonzept steht Prof. Hans Georg Näder, Inhaber und CEO des Medizintechnikunternehmens Ottobock‚ der das neu erworbene Bötzwo Areal behutsam zu neuem Leben erweckt.
„Eine ausgefallene lukullische Destination für jedermann möchte ich ins Leben rufen, bevor wir 2015 mit dem Ottobock Futurelab unser Kreativquartier vor Ort beziehen“, kommentiert Hans Georg Näder sein Engagement.“

An der Südspitze von Prenzlauer Berg entsteht etwas Neues, ein neuer kreativer Impuls und eine neue freundliche Atmosphäre für die ganze Stadt: die Gentilification beginnt! m/s

Weitere Informationen:

www.lasoupepopulaire.de

Das Restaurant im Atelierhaus ist ab dem 17. Mai 2013 donnerstags, freitags und samstags von 12 bis 24 Uhr geöffnet.
Reservierungen unter: restaurant@lasoupepopulairede

www.lecrocobleu.com

Le Croco Bleu ist ab 17. Mai donnerstags, freitags und samstags ab 18 Uhr geöffnet.
Reservierungen unter: office@lecrocobleu.com
Bilder zum Download stehen bereit unter: Wwwl:oetzowberlirndeldownlggflbereich

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m/s