Dienstag, 12. Dezember 2017
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Jahn-Sport-Park wird Zukunftsprojekt

Friedrich Ludwig Jahn Stadion

Innen- und Sportsenator Henkel (CDU) und sein Staatssekretär Andreas Statzkowski waren in den letzten Monaten fleißig dabei, um den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark für die Zukunft und den Bedarf der Sportvereine fit zu machen. Große Pläne liegen hierfür schon eine ganze Weile in der Luft.

Schon im Frühjahr soll das Stadion ertüchtigt und teilinstandgesetzt werden, damit die Fußball-Champions-League der Frauen am 14. Mai 2015 im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion stattfinden kann.

Doch die Pläne reichen noch viel weiter: die Spielstätte soll für die Zweite Bundesliga fit gemacht werden. Zugleich soll der Sportpark barrierefrei und inklusiv für alle Gruppen gestaltet werden.

Der gesamte Sportpark soll saniert, modernisiert, und an alle Anforderungen der ansässigen Sportvereine und ihrer Sportabteilungen angepasst werden.

Das im Gleimviertel gelegene rund 22 Hektar große Areal grenzt im Norden an die Max-Schmeling-Halle und die Gaudystraße, im Osten an die Cantianstraße, im Süden an die Eberswalder Straße und Topsstraße sowie im Westen an den Mauerpark.

Ambitionierte Zielsetzung

Der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark (JSP) ist schon heute eine überregionale und internationale Sport- und Veranstaltungsstätte, die zugleich als innerstädtische „Kiezsportanlage“ sowie für den Kita-‚ Schul-‚ Universitäts- und Vereinssport unverzichtbar ist.

Der ‚ISP sichert den Sportorganisationen sowie etwa 20 Schulen der Bezirksämter Mitte und Pankow und den Hochschulen des Landes Berlin aber auch weiteren, mit der Durchführung von sportlichen Maßnahmen beauftragten bezirksübergreifenden Institutionen des Landes Berlin‚ ihren sportlichen Lehr-‚ Übungs- und Wettkampfbetrieb.
Insbesondere das Große Stadion ist aufgrund seiner zentralen Lage und Größe auch für kulturelle und außersportliche Veranstaltungen interessant.

Ziel ist daher nicht nur die Sanierung des ‚ISP sondern eine langfristige Entwicklung des Gesamtgeländes im Rahmen einer grundlegenden Modernisierung mit entsprechender Erweiterung auf den bisher ungenutzten Flächenpotentialen.
Darüber hinaus soll der ‚ISP als zentraler Standort des Berliner Behindertensports im Sinne eines „Leuchtturmproiektes“ für lnklusionssport entwickelt werden, inklusive der Ansiedelung des Berliner Behinderten-Sport-Verbandes.

Sportliche Nutzung

2014/15 ist der BFC Dynamo ein Hauptnutzer des Stadions, wie bereits von 1971 bis 1992. Weiterhin tragen die Berlin Adler ihre Football-Spiele im Jahnsport-Park aus. Genutzt wird das Gelände des Sportparks auch durch den SV Empor Berlin sowie den FC Bundestag.
Künftig sollen noch mehr Sportgroßereignisse im Jahn-Stadion stattfinden können, ob Endspiele um die American Football, oder Fußballspiele der Zweiten Bundesliga. Daneben sollen auch Leichtathletik und die etablierten Vereinssportarten Raum und vor allem auch Umkleide- und Sanitärräume finden. Auch die für Großereignisse erforderliche Infrastruktur mit Pressezentrum, Parkplätzen, Busparkplätzen und die erforderliche Nebengebäude entsprechend den Anforderungen des DFB-Stadionhandbuch sollen geschaffen werden.

Umfangreiche Studien und Gutachten wurden erstellt

In der Vorarbeit wurden die Vereine und Nutzer befragt und Gutachten und Verkehrsgutachten erstellt. Ferner wurde der Bestand im Hinblick auf Sicherheits- und Brandschutzanforderungen untersucht.
Eine Machbarkeitsstudie wurde nach einem Teilnahmewettbewerb von der Stuttgarter SpOrtConcept – Sportstätten für die Zukunft GmbH erstellt. Diese Machbarkeitsstudie (MBS) wird am Donnerstag von Staatssekretär Statzkowski vorgestellt:

22. Januar 2015 um 18:00 Uhr
„Olympia-Werkstatt“ am Standort Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark

„Haus der Fußballkulturen“ | Cantianstraße 25 | 10437 Berlin

Die Stuttgarter SpOrtConcept hat sich an die Vorgaben des Auftraggebers gehalten, und sich auch an die Vorgaben der bisherigen Verkehrsgutachten gehalten, die eine Haupterschließung über die Bernauer-/Eberswalder Straße vorsehen.

In der Machbarkeitsstudie wird praktisch der gesamte Bestand auf den Prüfstand gestellt, mit dem Ergebnis, dass nur eine “ grundlegende Modernisierung mit entsprechender Erweiterung bisher ungenutzter Flächen“ zielführend ist

Um die gegenwärtigen und zukünftigen Anforderungen des Inklusions-und Behindertensports vollumfänglich zu erfüllen, muß eine umfangreiche Neuplanung und Neubauplanung in Gang gesetzt werden.

Die SpOrt concept GmbH hat mehrere Varianten geprüft und wird die „Variante V1.1.1.b.“ empfehlen, die mit Kosten je nach Ausbaustufe zwischen 130 und 156 Mio. Euro veranschlagt wird.

Die SpOrtConcept GmbH hat auch die vorgeschlagene Variante auf ihre Genehmigungsfähigkeit geprüft und sieht sie als genehmigungsfähig an. Dabei wurden alle möglichen Konfliktbereiche überprüft: Lärm, Licht (Flutlicht), Verkehr, Sicherheit auf den Zuwegungen usw. .

Stadtplanerische Einbindung des Projektes

Eine stadtplanerische Einbindung des Projektes war bisher nicht Gegenstand der Machbarkeitsstudie. Eine Anfrage, ob eine Verkehrsanbindung an den Bahnhof Gesundbrunnen mit untersucht wurde, wurde verneint. Die Möglichkeit einer Erschließung über den nur rund 1000 Meter entfernten Bahnhof Gesundbrunnen wurde nicht untersucht.

Nach Stadtentwicklungssenator Michael Müller und Staatssekretär Gaebler, die sich bei der Frage der Mauerparkbebaung über Grundsätze der Stadtplanung hinweg gesetzt haben, müssen sich nun auch Sportsenator Frank Henkel und Staatssekreträr Andreas Statzkowski fragen lassen, wie es möglich ist, dass in der Metropole Berlin nur noch „parzellenweise Stadtplanung“ umgesetzt werden soll?
Der neue Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel wird nun die Aufgabe haben, die Zukunftsfähigkeit der geplanten Vorhaben zu sichern, und sich mit den offenen Fragen zu befassen.

Am Mauerpark ist nun wohl ein Neustart der Stadtplanung erforderlich, der nach der Phase der „Investoren-Befriedigung“ nun wieder die lengfristigen Ziele der Hauptstadtentwicklung achtet! Die geplanten Vorhaben am Mauerpark werden so zum Prüfstein der großen Koalition!

Weitere Informationen:

Die Kurzfassung der über 1000 Seiten umfassenden Machbarkeiststudie ist auf der Internetseite des Bürgervereins Gleimviertel
verlinkt: www.gleimviertel.de

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m/s