Samstag, 21. Oktober 2017
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Kleine Igel müssen leider draußen bleiben!

Igel im Laub Foto: NABU, Bernd Kunz

Wenn Spaziergänger im Park die Herbststimmung genießen, suchen viele Tiere ihre Winterquartiere auf. Der NABU-Berlin informmiert zum Igelschutz: „Keine Sorge, es ist ganz natürlich, dass Igel selbst an ungemütlichen Abenden im November noch schnüffelnd und schmatzend herumstreifen. Werden sie aus Besorgnis und Mitgefühl „eingesammelt“, schadet es ihnen oft mehr als es ihnen hilft,“ schreibt Ulrike Kielhorn.

Ulrike Kielhorn ist Assistentin der Geschäftsführung & Referentin für Naturschutz beim NABU-Berlin und vertritt während der Herbstferien ihre Geschäftsführerin Anja Sorges im Pankower Büro in der Wollankstraße.

Was gibt es beim Igelschutz zu beachten?

„Der NABU Berlin erhält in diesen nassen Tagen zunehmend Anrufe von besorgten Tierfreunden, die sich um vermeintlich hilfsbedürftige Igel sorgen. Doch diese Sorge ist oft unbegründet. Manche Igel bleiben bis in den Dezember hinein aktiv. Ausschlaggebend für die Winterschlafbereitschaft ist vor allem die Menge der Fettreserven, die sich ein Igel gerade im Herbst und Winter verstärkt zulegt. Gerade junge Igel tummeln sich noch spät abends herum, um sich schnell noch einige Gramm Fett anzufuttern. Werden sie eingesammelt, nimmt man ihnen die Chance sich den nötigen Winterspeck anzufressen.

Gut gemeint, schlecht gedacht: Kleine Igel bitte nicht einsammeln!

Es muss dringend davon abgeraten werden, Igel vorsorglich in das Haus aufzunehmen. Oftmals sterben die Tiere durch falsche Pflege und falsches Futter. Vor allem wird den Tieren ihr natürlicher Rhythmus genommen, denn viele in Menschenhand überwinternde Tiere haben es sehr schwer sich nach dem Aussetzen im Frühjahr an die freie Wildbahn zu gewöhnen. Kleine gesunde Igel mit 300 Gramm Körpergewicht können den Winter draußen überstehen. Kranke Igel sollten in Ruhe sterben dürfen.

Wie man trotzdem helfen kann

Wenn Sie einen verwaisten Igelsäugling, einen stark verletzten oder untergewichtigen Igel finden, dann informieren Sie sich bitte bei einer qualifizierten Auskunftstelle und folgen den fachlichen Empfehlungen. Für Haus- und Gartenbesitzer hat Ulrike Kielhorn noch einen Tip: „Möchten Sie Igel „stachelnah“ kennen lernen, bieten wilde Ecken im Garten, Komposthaufen oder Hecken dem Igel attraktive Schlaf- und Futterplätze und dem Menschen passende Beobachtungspunkte.“ In dieser Jahreszeit sind Igel in vielen Grünanlagen und Gärten heimliche Besucher in der Dämmerung.

Mehr Informationen:

NABU Berlin (Naturschutzbund Deutschland e.V.) | Wollankstr. 4 | 13187 Berlin

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m/s