Freitag, 18. August 2017
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Knaack-Club am Mauerpark

Neuer Knaack-Club am Mauerpark

Der Knaack-Club kommt wieder – und der neue Standort am Mauerpark bietet alle Chancen, die Kult-Story neu fortzuschreiben. Unmittelbar am südlichen Eingang zum Mauerpark, auf der Brachfläche mit der ehemaligen Straßenbahnwendeschleife der M 10 an der Eberswalder Strasse soll das „Knaack am Mauerpark“ neu entstehen. Die Verhandlungen zwischen den Betreibern und dem Bezirk Pankow laufen noch. Das Gelände soll in Erbpacht vergeben werden. Erste Architektenentwürfe sind in Arbeit – werden aber noch nicht öffentlich präsentiert. Bis zur Realisierung wird aber noch einige Zeit vergehen: nach derzeitigem Plan wird im Jahr 2016 geöffnet.

Neuer Knaack-Club am Mauerpark
Neuer Knaack-Club am Mauerpark

Der Bezirk Pankow war den Clubbetreibern noch etwas schuldig: Fehler des Bauamtes in der Amtsperiode des Stadtrates Dr. Michail Nelken hatten für Verdruß gesorgt, weil unmittelbar an der Rückseiten-Wand des alten Clubs ein Neubau genehmigt wurde. Der notwendige bauliche Schallschutz wurde dabei „vergessen“ – und so drang die Musik ungeschützt in die Schlafzimmer der neuen Nachbarn.

Nach rechtlichen Auseinandersetzungen, die bis zum Oberverwaltungsgericht gingen, stellten die Richter fest: „die Baugenehmigung sei rechtens – und der Lärm aus dem Knaack-Club gefährde die neuen Anwohner:“

Die Betreiber des alten Knaack-Clubs wurden durch gerichtliche Auflage gewzungen, die Lautstärke auf „Zimmerlautstärke“ zu mindern – faktisch war damit kein Clubbetrieb mehr möglich – es war das Aus für den legendären alten Knaack-Club in der Greifswalder Strasse 224. Damit ging eine fast 58-jährige Clubtradition zu Ende. Kurz zuvor war der Magnet-Club nach Kreuzberg umgezogen und das „aus“ für den Knaack-Club führte die Diskussion um das „Clubsterbens“ in Prenzlauer Berg zu einem Höhepunkt.

Knaack-Club in der Greifswalder Strasse 224
Neuer Knaack-Club in der Greifswalder Strasse 224

Eine lange Liste geschlossener Clubs war zu letzt auf den „Kreuz der geschlossenen Clubs“ im Klub der Republik zu sehen: HELSINKI, BASTARD, St. Kildas Trips Deli, Mittwoch Club, Knaack, Schmalzwald, Icon, Deep, Magnet, Hechtclub, Blow up und NBI. Inzwischen ist auch der Klub der Republik verschwunden. Das STEINHAUS steht unter Druck – und das WHITE TRASH FAST FOOD zieht im Sommer 2013 nach Treptow um.
Für die Öffentlichkeit kommt die Nachricht von der Rückkehr des Knaack-Clubs überraschend. Insider aber wissen: hinter den Kulissen beganngen seit dem letzten Pankower Wirtschaftstag am 18.Oktober 2012 unter dem Motto „Pankow macht Musik – auch morgen noch?“ erste Ideen Gestalt anzunehmen. Der Wirtschaftstag war auf Initiative von Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) zum Thema Musikwirtschaft aufgelegt worden. Bürgermeister Köhne und Thilo „Baby“ Goos. Geschäftsführer von Black Box Music haben sich bereits früh über Alternativen verständigt – und Baustadtrat Jens-Holger-Kirchner (Bündnis 90/Grüne) hat sich ebenso bei der konkreten Standortfindung und Sicherung engagiert.

Gelände für den neuen Knaack-Club am Mauerpark
Gelände für den neuen Knaack-Club am Mauerpark

Mit dem neuen Standort werden Schallschutzprobleme vermieden. Der Veranstaltungsraum wird in massiver schallgedämmter Beton-Bauweise neu errichtet. Der Eingang wird an die Rückseite verlegt. Ein Café und eine Dachterrasse sollen insbesondere im Sommer das Publikum anziehen. Auch an die Bühnenlosgistik wird gedacht: Tourbusse und Trucks können auf einer breiten Auffahrt bis an die geplante neue Bühne fahren. Der neue Knaack-Club wird auch einen ausreichend großen Backstage-Bereich erhalten, der bei Musikern und Bands sicher auf viel Sympathie treffen wird.

Auf dem 2.400 Quadratmeter großen Gelände der früheren Wendeschleife (und ehemaligen Endstation der Straßenbahn)gibt es Baurecht. Zudem gehört das Grundstück dem Land Berlin. Der Planung steht somit kein Hindernis entgegen. Spätestens bis 2016 der neue „Knaack-Club am Mauerpark“ fertiggestellt sein.

Zuvor sind aber noch viele zeitraubende Schritte nötig: „Zwischen den Betreibern und dem Land Berlin wird ein Erbbaupachtvertrag geschlossen“ sagte Stadtrat Jens-Holger Kirchner. „Danach müsse noch die Finanzierung komplettiert werden, und schließlich gehen danach erst die Architekten ans Werk“.
Erst danach gibt es das Baugenehmigungsverfahren, das alle Anforderungen der Versammlungsstättenverordnung, Schallschutz und Brandschutz prüft und genehmigt.

Bei Black Box Music in Pankow-Wilhelmsruh glühten seit den ersten Presseveröffentlichungen am 15. Februar 2013 die Telefone – aber man hält sich erst einmal bedeckt. Sandy Blumenstein von Black Box Music bat um etwas Geduld – der Ansturm der Anfragen müsse erst einmal verarbeitet werden.

Weitere Informationen:

www.black-box-music.de

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m/s