Samstag, 21. Oktober 2017
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Knaack-Sommerfest im Mauerpark

Der alte KNAACK-Klub ist Geschichte – und das neue KNAACK kommt als Club und Kulturhaus zurück. Doch bis die Baugenehmigung da ist, und der neue schalldichte Bunker für den Club gebaut ist, wird es noch ein Weilchen dauern. Vermutlich erst 2016 wird der Bau fertig sein – wenn bisher bekannte Zeitpläne stimmen.

Die Geschichte des KNAACK nimmt damit eine positive Wende. Es gibt auch Grund zur Wiedergutmachung. Das Pankower Bauaumt hatte unter dem damaligen Stadtrat Dr. Michail Nelken schlichte Fehler gemacht: und hinter dem alten KNAACK-Klub wurde ein Wohnbau genehmigt, der ohne Schallschutz gebaut wurde. Die neuen Anwohner klagten – und das „Klub-Sterben wegen Behörden-Schlafmützigkeit“ war die Folge.

KNAACK-Klub von Gentrifizierung verdrängt
Der alte KNAACK-Klub in der Greifswalder Straße nach der Schließung

Damit die Zeit bis dahin nicht zu lang wird, gibt es das

KNAACK Sommerfest im Mauerpark am 24./25.08.2013

Knaack-Sommerfest im Mauerpark am 24./25. August 2013

„Es ist keine Frage der Zeiten: Legenden leben länger. Zu den legendärsten Institutionen des nicht nur hierzulande viel besungenen
Berliner Szene-Lebens gehörte der KNAACK. Mehr als ein halbes Jahrhundert öffnete er am Eingang der Greifswalder Straße, nahe dem Königstor, seine Pforten. Erst im Dienst der FDJ, während der Wende als Hort der Aufmüpfigkeit und von den neunziger Jahren an als unverzichtbare Heimspielstätte für die unabhängige Musikszene von Rock bis Techno.

Lange bevor die NeuberlinerInnen Einzug in die marode Hauptstadt hielten, war der KNAACK bereits das kreative Herz des Prenzlauer Berges. Unvergessliche Konzertmomente von Bands wie Sebadoh, Foetus oder Firewater, Rammstein, Franz Ferdinand, Silbermond– um nur einige zu nennen – haben sich in die dunklen Wände des intimen Clubs eingebrannt. Bis, wie überall, der Szene das Geld folgte.

Was weder DDR-Obere noch bundesdeutsche Geschmackswächter schafften, gelang am Ende der Prenzl’berg-Schickeria. Nach 58 Jahren musste das Mekka des gehobenen Musikgeschmacks seine Pforten schließen.

Lassen wir uns davon unterkriegen? Entsteht gar in Berlins Musikszene ein schwarzes Loch, das nicht mehr zu schließen ist? Verebben die Pilgerströme zu den heiligen Tempeln des gepflegten Lärms?

NEIN! Wir lassen uns das Singen nicht verbieten und vertreiben lassen wir uns schon gar nicht!
Unweit der alten Adresse öffnet in der Eberswalder Straße das neue KNAACK Kulturhaus seine Tore, erweitert das Programm um Comedy, Klassik-Events, Auftrittsmöglichkeiten für Musikschulen und anderes mehr und integriert sich damit ganz neu in die Anforderungen der verlässlich veränderlichen Großstadt.

Den Anfang macht ein großes Sommerfest gleich um die Ecke im Mauerpark.

Mit alten und neuen Weggefährten, wie Mutabor, Contravolta, Operators, Meral al Mer, Engerling, DJ Vossi; Auge blau, Deutschlands meiste Band der Welt, BudZillus, Einer liest-Einer singt, Die Echse, DJ el Mano, DJ Stan, DJ Schmolli stellen wir am 24. und 25. August 2013 die Weichen in die Zukunft und für die nächsten 58 Jahre und setzen ein Zeichen gegen Vergesslichkeit, Kurzlebigkeit
im Allgemeinen und Klubsterben im Speziellen.

Auf geht’s! “ – so schreiben die Veranstalter im altvertrauten Ton. m/s

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m/s