Samstag, 24. Juni 2017
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Komfortsprung für den „Prignitz-Express“

Alstom Coradia LINT

Bahnfahren im Nordwesten Brandenburgs wird ab dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember komfortabler. Erstmals kommen auf der Regionalexpress-Linie RE 6 („Prignitz-Express“) und der Regionalbahnlinie RB 55 Fahrzeuge der Bauart Coradia LINT 41 des Herstellers Alstom zum Einsatz. Die vorgesehenen 14 Doppeltriebwagen fuhren bislang in Nordrhein-Westfalen und wurden einem umfassenden Redesign unterzogen.

Der Alstom Coradia LINT ist eine Familie von Nahverkehrs-Dieseltriebwagen. Das Akronym „LINT“ steht dabei für „leichter innovativer Nahverkehrstriebwagen“. Der LINT wurde von Linke-Hofmann-Busch (LHB) entworfen und wird nach Übernahme von LHB durch Alstom innerhalb der Produktfamilie Alstom Coradia vertrieben.

Gegenüber der bisherigen Fahrzeuggeneration verfügt der in der Region erstmals eingesetzte Zugtyp über erweiterte Stellmöglichkeiten für Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder. Steckdosen an den Plätzen und Monitore mit Echtzeitinformationen zu Anschlüssen tragen zu einer verbesserten Kundenfreundlichkeit bei. Das Sitzplatzangebot wurde erhöht. Künftig stehen 120 ergonomisch gestaltete Plätze samt Kopfstützen pro Doppeltriebwagen zur Verfügung. Ein behindertengerechtes WC ist nun auch für Nutzer von Elektrorollstühlen zugänglich.

Die sukzessive Umstellung des Wagenparks auf den Strecken zwischen Wittenberge – Neuruppin – Hennigsdorf – Spandau und Gesundbrunnen sowie zwischen Velten und Hennigsdorf ist das Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB). DB Regio Nordost konnte das Verfahren im Frühjahr 2014 für sich entscheiden. Der Verkehrsvertrag für das Nordwestbrandenburg-Netz hat eine Laufzeit von zwölf Jahren und ein Volumen von jährlich 2,24 Millionen Zugkilometern.

Im Bahnhof Neuruppin Rheinsberger Tor wurde der Coradia LINT 41 am Mittwoch erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. In Neuruppin fand dann die feierliche Unterzeichnung des neuen Verkehrsvertrages statt.

„Wir sind in jeder Hinsicht stolz, dass wir das bewährte Angebot des „Prignitz-Express“ fortführen und die Qualität ausbauen können. Damit kommen wir unserem Ziel, noch mehr Berufspendler und Ausflügler von der Schiene zu überzeugen, ein ganzes Stück näher“, so DB-Konzernbevollmächtigter Joachim Trettin: „Mit dem Gewinn der Ausschreibung können wir zudem den Bestand des Instandhaltungswerkes Neuruppin und die 130 Arbeitsplätze der dortigen Mitarbeiter langfristig sichern.“

Nachtschwärmer und Touristen

Der Priegnitz-Express ist auch eine beliebte Bahnverbindung für Nachtschwärmer aus der Prignitz, die nach Berlin fahren. Nach Kino- und Theaterbesuch sichern Spätzüge ab Gesundbrunnen die Heimreise.

Tip: Im gerade begonnenen Lutherjahr sollte die Bahnverbindung nach Wittenberge nicht mit der Lutherstadt Wittenberg verwechselt werden!

Die Eselsbrücke: am 7. November feiert Wittenberge den 150. Geburtstag von Paul Lincke, dem berühmten Berliner Operettenkomponist und Theaterkapellmeister. Wittenberge ist touristisch auch für Berliner interessant, die Stadt versteht sich als „Tor zur Elbtalaue.“

Text: Pressemitteilung Deutsche Bahn AG | 2.11.2016 und redaktionelle Anmerkungen

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