Samstag, 19. August 2017
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Kulturpflanzenvielfalt im Schaugarten

Der Lein blüht im Schaugarten

„Seit Jahrtausenden sind Pflanzen eine grundlegende Basis menschlicher Existenz. Sie liefern nicht nur Nahrung, sie liefern auch Fasern für Kleidung, Farben, diese zu färben, Feuermaterial zum Wärmen und Baumaterial für die Behausungen. Musikinstrumente werden aus ihnen gemacht, Blumen schmücken unsere Gärten und Wohnungen. Der Mensch hat diese Pflanzen gesucht und gemäß seinen Bedürfnissen in Kultur genommen, sie vermehrt und züchterisch ausgelesen. So ist durch die Arbeit unserer Vorfahren über die Zeiten eine einst unüberschaubare Vielfalt an Sorten und Formen entstanden.

Die meisten dieser Nutzpflanzensorten sind ebenso wie viele alte Zierpflanzenformen aus unseren Gärten längst verschwunden. Sie werden nicht mehr angebaut.“ – Doch diese Vielfalt ist heute überlebenswichtig, die meisten Pflanzenarten können ganz eifach und ohne Labor- und Kapitalaufwand im Freiland weiter kultiviert – und so erhalten werden.“

Der Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg e.V. (VERN e.V – www.vern.de ) aus dem uckermärkischen Greiffenberg, einem Ortsteil von Angermünde, hat sich diesen Zielen verpflichtet.

Abkommen über Erhalt der Biologischen Vielfalt

Im Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (Rio de Janeiro, 1992) haben sich die rund 180 unterzeichnende Staaten verpflichtet, sich für den Erhalt der Kulturpflanzenvielfalt einzusetzen. Europäische Aktionspläne und Nationale Fachprogramme sichern inzwischen den Wiederanbau und die Vermehrung von alten und seltenen Kulturpflanzen ab. Wissenschaftlich heißt das auch: On farm management von pflanzengenetischen Ressourcen.
Der Vorteil dieses Ansatzes gegemüber gentechnischen Labormethoden: die über Jahrzehnte und Jahrhunderte kultivierten Pflanzen sind in allen Eigenschaften und Anfälligkeiten überschaubar, an Böden angepasst und auch gegen natürliche Gegenspieler (Schädlinge) gewappnet.
Im Genlabor erzeugte und manipulierte Pflanzen tragen immer dagegen ein Anpassungsrisiko mit sich. Es kostet lange Jahre Zeit, die Anpassungsrisiken an die natürliche Umwelt überhaupt erst kennen zu lernen, um sie eventuell noch aufwändiger „ausschliessen“ zu können.
Umgekehrt eignen sich aber viele alte Kulturpflanzen nicht für einen „Massenanbau“, weil sie dann auch Angriffsziel von massenhaften Schädlingsgenerationen werden können. Es ist die Vielfalt und das richtige Maß, das Kulturpflanzenvielfalt und sichere Ernten im Gleichgewicht hält.

Schaugarten in Wandlitz
Getreidefeld und viele alte Kulturpflanzen im Schaugarten – Foto: © Barnim Panorama

Compendium 2017: Katalog alter Kulturpflanzen

Der Verein gibt alljährlich einen Katalog heraus, der über das Berlin-Brandenburger Netzwerk zur Erhaltung alter Kulturpflanzen und seine Seminare und Mustergärten informiert. Vor allem die Bezugsquellen für Saatgut und alte Sorten werden dokumentiert. Der Katalog ist kostenlos, und wird alsl PDF-Download angeboten. Eine gute Gelegenheit für Gartenliebhaber*innen in Kleingärten und Hausgärten, sich selbst mit eigenen Flächen zu beteiligen.

Gartenführung im Schaugarten des BARNIM PANORAMA

Am Samstag, dem 10.06.2017, gibt e jeweils um 14 Uhr un 15 Uhr zwei Führungen zum Thema GARTENVIELFALT & ARTENVIELFALT.

Alexandra Becker vom VERN e.V. wird durch den Schaugarten führen und viele schöne Kulturpflanzen vorstellen. Kleiner Kosteproben von Früchten sind möglich. Die Führung dauert etwa eine Stunde. Europa ist übrigens mit dabei, denn die Führung wird vom Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert. Es ist das zentrale Instrument zur Förderung der Entwicklung der ländlichen Räume in der Europäischen Union (EU) für die Förderperiode der Jahre von 2014 bis 2020.

BARNIM PANORAMA | Breitscheidstr. 8-9 | 16348 Wandlitz | www.barnim-panorama.de

Weitere Informationen:

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Mail: info@barnim-panorama.de | Tel. (033397) 68192-0 – Es gelten die regulären Eintrittspreise des BARNIM PANORAMA.

Gefördert durch ELER Brandenburg www.eler.brandenburg.de

Compendium 2017: Katalog alter Kulturpflanzen – Download-Link

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m/s