Samstag, 21. Oktober 2017
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Kunstgewerbemuseum öffnet seine Türen

Kunstgewerbemuseum Berlin

Nach dreijähriger Schließung eröffnet das Kunstgewerbemuseum am Kulturforum als modernes Haus für Kunst, Mode und Design in Berlin. Damit rückt das älteste Museum seiner Art in Deutschland neben seinen großartigen Schätzen des Mittelalters und der Renaissance nun auch das 20. Jahrhundert stärker in den Fokus.

Kunstgewerbemuseum Berlin
Eingang zum Kunstgewerbemuseum am Kulturforum.
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Achim Kleuker

Schwerpunkt Modesammlung
Grundlage der neuen Modegalerie bildet die 2009 angekaufte internationale Sammlung von Martin Kamer und Wolfgang Ruf. Von Reifröcken und Roben des 18. Jahrhunderts bis hin zu Kleidern von Coco Chanel und Yves Saint Laurent wird der Wandel der Moden in Europa gezeigt. In abgedunkelten Räumen mit eingebauten Großvitrinen kann der Besucher an rund 130 Kostümen und ebenso vielen Accessoires wie an einer Schaufensterpassage entlang flanieren. Berlin erhält damit zum ersten Mal eine thematisch umfassende Dauerausstellung zum Thema Mode.

Das Kulturforum erhält damit wieder einen attraktiven Anziehungspunkt,

WIEDERERÖFFNUNG DES KUNSTGEWERBEMUSEUMS
am Freitag, 21. November 2014 um 19 Uhr
Wiedereröffnungswochenende am 22. und 23. November 2014

Zur Wiedereröffnung des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Museen zu Berlin werden Festreden von Günther Schauerte, Vizepräsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin –
Preußischer Kulturbesitz gehalten.
Ferner stellt sich Sabine Thümmler als Direktorin des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Museen zu Berlin vor, und gibt einen Ausblick auf weitere Planungen.
Stephan Schwarz, Vorstandsvorsitzender der Julius-Lessing-Gesellschaft, Verein der Freunde des Kunstgewerbemuseums e.V. meldet sich ebenfalls als wichtiger Unterstützer zu Wort.

Vom Welfenschatz bis zur Moderne

Der Welfenschatz und das Lüneburger Ratssilber sind die berühmtesten Glanzlichter des Hauses, hinzu kommen Kunstkammerstücke, Porzellane und Möbel wie der legendäre Kabinettschrank von David Roentgen für den Preußenkönig Friedrich Wilhelm II.

Vom Jugendstil zum zeitgenössischen Design

Neben der Modegalerie auf der Eingangsebene wird auch die Abteilung Jugendstil bis Art déco in neuer Ausstellungsarchitektur gezeigt. Vier als „Raum im Raum“ eingebaute Kabinette bieten im Inneren Bühnen für Möbelstücke und herausragende Exponate, während in den Außenwänden Vitrinen für weitere Objekte eingelassen sind.

Auf diese Weise ergeben sich Kontexte im Zusammenspiel, ohne dass Zimmereinrichtungen nachgestellt werden. Das erste Kabinett ist beispielsweise der Pariser Weltausstellung von 1900 gewidmet. Hier sind die Ankäufe des Museums aus diesem Jahr zu sehen: Schmuck von Lalique, Glas von Tiffany oder Porzellanfiguren von Sèvres.

Eissenhauer hebt besonders die Sammlungen zum Modedesign hervor:

„Worth, Vionnet, Chanel, Dior, Yves Saint Laurent, Versace: Ab heute ist im Kunstgewerbemuseum am Kulturforum das “Who’s Who“ der klassischen Modedesigner versammelt. Mit mehr als 100 Kostümen und ebenso vielen Accessoires – vom Hut bis zum Schuh – präsentieren wir in unserer neuen Dauerausstellung drei Jahrhunderte europäischer Modegeschichte.
Der neue Schwerpunkt des Kunstgewerbemuseums bietet auch die Möglich-keit einer langfristigen Standortprofilierung für das gesamte Kulturforum als Sammlungs-, Kompetenz- und Ausstellungszentrum für Mode im Herzen Ber-lins: Im Zusammenspiel mit anderen hier angesiedelten Häusern der Staatlichen Museen zu Berlin – vor allem der Kunstbibliothek mit der „Sammlung Modebild. Lipperheidesche Kostümbibliothek“ – entsteht ein Ort, an dem Modegeschichte vielfältig erlebbar ist.“

Museumsdirektorin Thümmler ist vom neuen Haus begeistert, und lädt zum Besuch ein:

„Willkommen auf unserer Zeitreise in die Welt der Mode! Wie an großen, beleuchteten Schaufenstern können unsere Besucher vorbeiflanieren und ein eindrucksvolles Panorama erleben, das den historischen Wandel der Mode vorführt. Die Inszenierung in den Großvitrinen ist einfach großartig.“

Kunstgewerbemuseum Berlin
Tanz- und Abendkleider der 1920er- und 1930er-Jahre in der Modegalerie des Kunstgewerbemuseums. © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Achim Kleuker

Aufgefrischte Architektur

Die Architektur des Gebäudes lässt sich neu entdecken. Neu ist auch die Innenarchitektur des wiedereröffneten Hauses. Der 1966 im Geist der Nachkriegsmoderne entworfene Bau von Rolf Gutbrod wurde vom Architekturbüro Kuehn Malvezzi in weiten Teilen umgestaltet. Der Baustil von Kuehn Malvezzi zeichnet sich durch einen minimalistischen Ansatz aus, der durch Rationalität und Präzision gekennzeichnet ist und auch beruhigend auf den Bau Gutbrods wirkt.

Der früher in der Kritik stehende Bau entwickelt nun neuen Glanz, und schafft eine Ruhe und Wärme ausstrahlende Hülle für das Museum.
Museumsdirektorin Thümmler lobte die Architektur:

„Kuehn Malvezzi haben einen abwechslungsreichen Parcours durch unser Haus geschaffen: Ihre Architektur zeichnet sich durch einen minimalistischen Ansatz aus, der auf Rationalität, Präzision und Unaufgeregtheit basiert. Die Architektur von Rolf Gutbrod kann wieder atmen – und das ist herrlich!“

Neuorientierung für die Zukunft des Kulturforums

Die Neuausrichtung des Kunstgewerbemuseums ist ein wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung des Kulturforums. Durch seine Vielfalt an Exponaten, Stilen und Materialien kann es verschiedenste Themen der Kunstund Kulturgeschichte ansprechen. Ob Kunstkammer, Mode, Porzellan oder zeitgenössisches Design: Hier entsteht ein lebendiges Forum zur Diskussion über Lifestyle und die Trends von gestern und übermorgen. Von Anfang an eine visionäre und vorbildliche Einrichtung in Berlin, zeigt das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin auch heute, dass es den aktuellen Entwicklungen in Kunst, Mode und Design gegenüber aufgeschlossen ist.

Das neue Kunstgewerbemuseum wird sicher auch bald Studenten der Kunsthochschule Weißensee anlocken, und den Fachbereich Modedesign inspirieren.

Eröffnungsprogramm 22. und 23. November 2014

Am kommenden Wochenende, dem 22. und 23. November 2014, wird das Kunstgewerbemuseum wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Besucher erwartet ein interessantes und vielfältiges Programm, das unter dem Motto „Ist das Kunst?“ steht.

Am Samstag finden von 11.30 bis 17.30 Uhr im Besuchertakt Kurzführungen durch die Ausstellungsräume statt. Der Sonntag ist der Familie gewidmet. Neben stündlich angebotenen KuratorInnen- und RestauratorInnenführungen präsentieren die Schüler der Carl-Kraemer-Grundschule am frühen Nachmittag, 13.30 Uhr auch eine bunte Modenschau, die sie in monatelanger Kleinarbeit erarbeitet haben.
Im Modeatelier können Kinder und Jugendliche anschließend auch selbst Kleider und Accessoires aus Papier herstellen.

Wiedereröffnungswochenende am 22. und 23. November 2014,
11 bis 18 Uhr, Eintritt 8 Euro, erm. 4 Euro

Öffnungszeiten des Kunstgewerbemuseums
Di – Fr 10 – 18 Uhr
Sa + So 11 – 18 Uhr
Mo geschlossen

Staatliche Museen zu Berlin – www.smb.museum/museen-und-einrichtungen.html

Kunstgewerbemuseum – Staatliche Museen zu Berlin | Matthäikirchplatz | 10785 Berlin-Tiergarten

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m/s