Montag, 20. November 2017
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Landschaftschutzgebietsverordnung für den Müggelsee

Müggelsee

Nach langen Verhandlungen und strittigen Diskussionen mit Wassersportverbänden und – vereinen am Müggelsee und den Berliner Naturschutzverbänden hat die Senatsverwaltung für Umwelt heute eine Landschaftschutzgebietsverordnung für den Müggelsee unterzeichnet. Der Müggelsee und seine Uferbereiche sind jetzt als Natur- und Landschaftsschutzgebiete rechtlich gesichert. Die neue Verordnung manifestiert die derzeitige Wassersport-Nutzung und setzt zugleich in Teilbereichen auf freiwillige Vereinbarungen mit den Wassersportlern zum Uferschutz, Naturschutz und Umweltschutz.

Es ist ein vertrauensvoller Schritt, der auf eine weitere kooperative Entwicklung setzt.

Nabu Berlin unterstützt die Lösung

„Wir begrüßen die rechtliche Sicherung des Europäischen Schutzgebietes „Müggelsse –Müggelspree“, sie war wirklich überfällig,“ würdigte Rainer Altenkamp, 1. Vorsitzender des NABU Berlin die Unterschrift von Senatorin Regine Günther.

Die Frist für den Erlaß der Schutzverordnung war bereits im Jahr 2016 abgelaufen.“

Nun gilt es, die Inhalte der Verordnung umzusetzen und vor allem die freiwillige Vereinbarung mit den Wassersportverbänden unter Dach und Fach zu bringen, über die die Einhaltung der Schutzziele in bestimmten Bereichen erreicht werden soll. Altenkamp: „Die Senatsverwaltung setzt offenbar großes Vertrauen in den Wunsch der Anlieger und Nutzer am Müggelsee, die Qualität ihres Sees und die Lebensräume der geschützten Wasservögel und Fische zu erhalten.“ m

Die besondere Erholungsqualität des Sees und der eingeschränkte Motorbootverkehr wird tatsächlich auch von den meisten Anliegern und Nutzern geschätzt.

Offene Fragen zum Schutz von Wasservögeln und Fischotter

Altenkamp wies allerdings darauf hin, dass auf der Internetseite der Senatsverwaltung Vereinbarungen über die Nutzung der winterlichen Wasservogel-Rastflächen außerhalb der NSG-Flächen ausgeklammert wurden. Weiterhin ist für den Schutz des Fischotters noch eine Lösung zu finden. Die streng geschützten Tiere schwimmen zur Jagd oft in Fischreusen, können sie wegen der Bauweise der Reusen aber meist nicht wieder verlassen und ertrinken. Dagegen gibt es inzwischen technische Lösungen, die in den meisten Bundesländern längst Anwendung finden.

Rainer Altenkamp forderte auch mehr Geld und Personal für die Umsetzung der Schutzverordnung: „Und es gibt noch mehr zu tun, damit den rechtlichen Vorgaben entsprochen wird: Ein Managementplan muss erstellt werden, ein Monitoring der Zielarten des Schutzgebietes installiert werden. Das braucht Geld und Personal – auch hier muss die Verwaltung nachlegen.“

Der Naturschutzbund, Landesverband Berlin hat seine Geschäftsstelle in Pankow, in der Wollankstraße und ist als anerkannter Träger öffentlicher Belange für den Naturschutz in Berlin aktiv.

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m/s