Montag, 11. Dezember 2017
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Mais mit Tele-Spargel

Maisfeld vor Französisch-Buchholz

Bei Ausflügen in die nördlichen Pankower Ortsteile weitet sich der Blick, die Landschaft öffnet sich. Weite Felder sind zu sehen, Wald, und Vorwald auf den ehemaligen Rieselfeldern – und Weiden. Dazwischen Dörferblick – aber auch Neubausiedlungen, Kleingärten und Einfamilienhaussiedlungen. Von Prenzlauer Berg aus betrachtet, entzieht sich die Siedlungsstruktur einfacher Orientierungslinien. „Kiezkenntnis“ und „Kiezblick“ helfen nicht weiter, eine Landkarte sollte schon dabei sein, oder eine Navigations-App.

Experten sind sich noch nicht einig: handelt es sich hier im Norden um die „Pankower Dörfer“ – oder schon um „Ortsteile“? Oder sind es gar Vororte von Prenzlauer Berg, eigens im Mittelalter angesiedelt, um einst Prenzlauer Berg zur Stadtkrone werden zu lassen?
Wäre die Kommunalreform 2002 nicht gekommen, gäbe es ganz andere Fragen. Der große Bezirk Pankow hat 13 Ortsteile, die vielfältiger kaum sein können.

Aber Pankow soll zu einem Bezirk zusammenwachsen – und der Blick vom grünen Norden nach Süden klärt einiges auf.

Maisfeld vor Französisch-Buchholz
Maisfeld vor Französisch-Buchholz

Die sommerliche Radtour nach Blankenfelde führte am Wochenende über die Blankenfelder Chaussee nach Norden. Der Botanische Volkspark Blankenfelde wurde passiert, ebenso die Revierförsterei Blankenfelde, die für die Waldflächen im nördlichen Pankow zuständig ist. Der breite Radweg auf der Blankenfelder Chaussee erlaubte eine bequeme und schnelle Fahrt.

Ortsschild  auf der Blankenfelder Chaussee
Ortsschild auf der Blankenfelder Chaussee

Angekommen in Blankenfelde bog die Tour nach Osten ab in die Hauptstrasse.

Blankenfelde ist als Dorf klar erkennbar, das einst aus einer spätslawischen „Dorfstelle“ entstand. und erst 1920 nach Berlin eingemeindet wurde.

Ehemalige Hofstellen und frisch renovierte Landhäuser und das ziegelrot des Stadtguts Blankenfelde machen die eingemeindete ehemalige Landgemeinde zu einem heimeligen Ort: Dorfblicke!

Hier scheint es sich gut zu wohnen, die Flugzeuge kreisen weiter nördlich ein, und haben noch eine große Flughöhe über 1.500 Metern. Friedvolle Stimmung, gleißendes Sonnenlicht – fast Urlaubststimmung.

Sonntags scheint wenig los zu sein, ab und zu kreuzt ein Auto den Weg. Das Stadtgut Blankenfelde liegt ruhig da – kein Mensch zu sehen.

Doch gegenüber ist Bewegung: auf dem Fahrrad steuert eine Frau die Hofstelle mit dem Hofladen an. Frisches Obst, Gemüse, Biowaren – und Gespräche über naturnahen Honig sind hier zu haben.

Stadtgut Blankenfelde
Stadtgut Blankenfelde
Hofladen in Blankenfelde
Hofladen in Blankenfelde

Während in Prenzlauer Berg ordnungssüchtige Bürger Jagd auf „Spätis am Sonntag“ machen, kann man in Blankenfelde ganz gemütlich in den Bioladen gehen.

Nur wenige Schritte weiter: rote Schattenspender, eine gemütliche Terrasse mit Dorfblick: hier läßt sich einkehren. Draußen steht „Steckenpferd – Pferdeladen – Café“ – das Angebot scheint für die PferdeliebhaberInnen zu passen, aber auch frü Sonntagsausflügler ist es ländlich-gemütlich.

Steckenpferd - Pferdeladen - Cafè
Steckenpferd - Pferdeladen - Cafè
Skulpturen grüßen über den Zaun
Skulpturen grüßen über den Zaun

Nach weiterer Fahrt geht es wieder in die offene Rieselfeld-Landschaft.

Fährt man mit dem Rad, so wechseln die Perspektiven rasch und oft überraschend. Fährt man eben noch in einer Senke, umgeben von Grün. hohem Gras, Hecken und Wildsträucher und Waldflächen.

Von Norden aus betrachtet – bekommt man einen völlig anderen Blick auf Pankow. In der Nähe von Französisch-Buchholz war man sich eben noch völlig unsicher, ob man nicht schon im ländlischen Raum gestrandet ist. „Das soll Pankow sein?“

Beim Anblick eines Maisfelds in der Sonne stockte der Blick: erste Häuser kamen wieder ins Blickfeld. Der Karte nach mußte es Französisch-Buchholz sein.

Fern am Horizont blinkte ein „Riesen-Spargel“ herüber – der Fernsehturm am Alexanderplatz war plötzlich hinter Bäumen sichtbar.

Der von den Berlinern liebevoll auch „Tele-Spargel“ genannte Turm setzt eine interessante Landmarke.

Wenn man ihn erkennt – kann das Navigationssystem und die Navi-App abgeschaltet werden – man braucht nur noch „zufahren“, um in die Berliner Stadtmitte zu kommen.

Mais mit Telespargel
Mais mit Telespargel

Und noch ein Gedanke schiesst in den Kopf: „Man kann zum Fernsehturm schauen, und über Prenzlauer Berg „einfach hinwegsehen!“ Was wohl die „Pankower Dörfler“ über Prenzlauer Berg denken mögenn? m/s

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m/s