Dienstag, 17. Oktober 2017
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„Pankow als Motiv“

Max Skladanowsky:
„Pankow als Motiv“

Max Skladanowsky mit Daumenkino

Max Skladanowsky war ein früher und bedeutsamer Pionier des modernen Films. Zum 40jährigen Bestehens des Museumsstandortes in der Heynstraße 8 in Pankow wird eine Sonderausstellung „Pankow als Motiv. Max Skladanowsky – Filmpionier und Fotograf“ gezeigt, die am 17. Mai 2014 eröffnet wird.

Max Skladanowsky mit Daumenkino
Max Skladanowsky mit Daumenkino – Foto: Museum Pankow

Über Max Skladanowsky

Geboren wurde er am 30. April 1863 in Pankow bei Berlin. Von 1908 bis zu seinem Tod am 30. November 1939 wohnte in der Waldowstraße 28 in Niederschönhausen.

Nach der Schule begann er im Jahr 1877 seine Ausbildung zum Fotografen und Glasmaler. Zuerst im photographischen Atelier Werner in der Alten Schönhauser Straße 24. Danach wechselte er zum Glasmaler und Lithographen Dehn in der Schönhauser Allee 48 in Pankow.

1879 fand er eine erste Anstellung in der Theaterapparatefabrik von Willy Hagedorn und wurde dort für „Nebelbilder“ und Nebelbildapparate zuständig.

Noch im selben Jahr gründete der Vater Carl zusammen mit seinen beiden Söhnen Max und Emil ein Unternehmen zur Produktion von mechanisch bewegten Nebelbildern. Die öfentliche Premiere fand am 18. November 1879 in der Friedrichstraße 218 im Großen Saal der Berliner Flora statt.
Zusammen mit seinem Vater zeigte Max Skladanowsky seine bewegten Nebelbilder auf Tourneen durch Deutschland und Europa.

Das Bioscop

Max Skladanowsky war mit der Qualität der gemalten Nebelbilder unzufrieden, und begann mit fotografischen Bildsequenzen zu experimentieren. Im Jahr 1894 baute er eine erste Filmkamera, die „Kurbelkiste I“. ) Danach entstand der Projektionsapparat, das Bioscop.

Am 1. November 1895 wurde seine Erfindung im Varieté Wintergarten als Schlussnummer im Rahmen eines Varietéprogramms gezeigt. In Anzeigen wurde die Vorführung des Bioscops als „interessanteste Erfindung der Neuzeit“ angekündigt. Das 15-minütige Filmprogramm, bestehend aus acht kurzen Filmstreifen, zu dem auch die berühmte Filmsequenz „Das boxende Känguruh“ gehörte, wurde vom Publikum wohlwollend aufgenommen und fand auch in der Presse Beachtung. Die Staatsbürger Zeitung schrieb am 5. November 1895:

„Das Finale der Vorstellung springt auf die kleinere Bühne des Bioscop über. Der ingeniöse Techniker benutzt hier ergötzliche Momentphotographie und bringt sie in vergrößerter Form zur Darstellung, aber nicht starr, sondern lebendig. Wie er das macht soll der Teufel wissen.“

Das zusammen mit seinem Bruder Emil Skladanowsky (1866–1945) entwickelte Bioscop, war die wichtigste Pionierleistung. mit der Skladanowsky Filmgeschichte schrieb.

Am 28. Dezember 1895 nahm Skladanowsky an der Vorführung des technisch überlegenen Cinématographe der Brüder Lumière im Grand Café teil, und mußte später der überlegenen Technologie der Cinematographie das Feld überlassen.

1995 drehte Regisseur Wim Wenders gemeinsam mit Studenten der Hochschule für Film und Fernsehen in München (HFFM) eine Hommage an „Die Gebrüder Skladanowsky“, in der erwähnt wurde, warum die Erfindungen Skladanowskys den Ideen der französischen Gebrüder Lumière unterlegen sind.

Heute ist das erste Bioscop Bestandteil der Sammlung des Filmmuseums Potsdam.

Ausstellungs-Eröffnung durch den Pankower Kulturstadtrat

„Pankow als Motiv. Max Skladanowsky – Filmpionier und Fotograf“
Eröffnung einer Sonderausstellung am Samstag, dem 17. Mai 2014

Diee Sonderausstellung wird am Samstag, dem 17. Mai 2014 um 15 Uhr anlässlich von Bezirksstadtrat Dr. Torsten Kühne eröffnet.

Von 15 bis 18 Uhr findet zugleich in den Museumsräumen und dem Gartendenkmal des Wohnhauses in der Heynstraße 8 ein Museumsfest statt. Der Eintritt ist frei.

Ein umfangreiches Programm, darunter Vorführungen seltener Filmaufnahmen der Gebrüder Skladanowsky, das Herstellen von Daumenkinos sowie Führungen über das ehemalige Fabrikgelände der Firma Fritz Heyn & Co begleiten die Jubiläumsfeier, welche musikalisch durch die Musikschule Pankow begleitet wird. Ab 18 Uhr öffnet das Museum seine Türen für die Besucher der diesjährigen Langen Nacht der Museen.

Die neue Ausstellung über den Filmpionier Skladanowsky beschreibt den Beginn der Filmgeschichte in Pankow. Zugleich setzt der
der Pankower Kulturstadtrat ein weiteres Zeichen, um das Thema Film und „Filmstadt Weißensee“ öffentlich stärker ins Bewußtsein zu rücken.

Mit den engagierten Mitarbeitern des Museumsverbundes unter ihrem Leiter Bernd Roder ist eine weitere wichtige Sonderausstellung entstanden, die ein bedeutsames Stück Pankower Geschichte neu ins Bewußtsein rückt.

Die Ausstellung ist zugleich ein Bekenntnis für den Museumsstandort Heynstrasse im Flora-Kiez, der im Jahr 2011/12 noch vor einer Aufgabe stand.

Das Heimatmuseum in der ehemaligen Wohnung im Wohnhaus des Fabrikanten Heyn mit originaler Gründerzeit-Ausstattung erzählt die Geschichte des Hauses und dokumentiert die Geschichte und die Alltagskultur des gründerzeitlichen Pankow.

Pankow als Neubaugebiet
Pankow als Neubaugebiet – Foto Max Skladanowsky /Museum Pankow

Fotografien vom Wandel in Niederschönhausen und Pankow

Max Skladanowsky ist vor allem als Filmpionier bekannt. Er hat jedoch auch ein beachtliches fotografisches Werk hinterlassen. Ein Teil seiner Aufnahmen befinden sich im Archiv des Museum Pankow.

Besonders sein unmittelbares Wohnumfeld in Niederschönhausen und Pankow hat Skladanowsky immer wieder zu Aufnahmen angeregt. Die Bilder, zumeist in den Jahren 1908 bis 1914 entstanden, dokumentieren einen Epoche, in der der Berliner Nordosten einen raschen Wandel unterlag.

Sie geben einen seltenen Einblick in die Entwicklung vor den Toren der Großstadt Berlin, darunter auch Panoramaaufnahmen vom ehemaligen Wasserturm Niederschönhausen.

Weitere Informationen:

Museumsstandort, Heynstraße 8 , 13187 Berlin-Pankow

Eine Veranstaltung des Bezirksamtes Pankow von Berlin,
Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Museum/Bezirkliche Geschichtsarbeit – Museum Pankow
Link

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m/s