Montag, 18. Dezember 2017
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Mehr nachhaltige Pflege für den öffentlichen Raum Berlins gefordert

Wien - Bilbao Berlin: "Strategien für die schöne Stadt"

Auf einem Podiumsgespräch am 2.03.2016 in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung unter dem Motto: Wien-Bilbao-Berlin: “
Strategien für eine schöne Stadt“ trafen Vertreter der drei Metropolen zusammen und diskutierten über die Attraktivität des öffentlichen Raums. Mit dabei war auch Beate Ernst, Vorsitzende eines sehr aktiven Berliner Vereins, der sich unter ihrer Führung zu einer der wichtigsten Organsationen entwickelt hat, der sich für die Sauberkeit im öffentlichen Grün einsetzt.

Wien - Bilbao Berlin: "Strategien für die schöne Stadt"
Wien – Bilbao Berlin: „Strategien für die schöne Stadt“ – Podiumsgespräch am 2.3.2016 in der Akademie der Konrad Adenauer Stiftung – Foto: A. Preußler

Mehr nachhaltige Pflege für den öffentlichen Raum Berlins gefordert

„Eigenverantwortung der Bürger*innen ist unverzichtbar für die Sauberkeit und Attraktivität Berlins“, so Beate Ernst, Vorsitzende des wirBERLIN e.V., „Gleichzeitig muss aber auch mehr für die nachhaltige Pflege des öffentlichen Raums durch die Verwaltung getan werden. Das wird nicht ohne eine Veränderung der finanziellen Prioritäten in den öffentlichen Haushalten gehen“. Dieses Fazit zieht wirBERLIN e.V. nach einem Podiumsgespräch, bei dem über den Berliner Tellerrand hinaus nach Lösungswegen für eine schönere und attraktivere Stadt gesucht wurde.

Einblicke in die Praxis von Wien und Bilbao

Beispielgebend berichteten Vertreterinnen der Städte Wien und Bilbao, wie sie es schafften, ihren öffentlichen Raum attraktiver und sauberer zu machen.

Dr. Martina Ableidinger, Leiterin der Abfallwirtschaft und Straßenreinigung, betonte in ihrem Impulsreferat für die Stadt Wien, dass für den Wandel zu mehr Sauberkeit ein neuer Denkansatz notwendig war. Das Thema Stadtsauberkeit wurde auf drei Säulen gestellt – mehr Infrastruktur in Form von ausreichend großen und gut sichtbaren Papierkörben und Spendern für Hundekottüten, gezielte Aufklärung und Bürgerbeteiligung sowie neue gesetzliche Rahmenbedingungen, die auch eine wirkungsvolle Ahndung von Vergehen gegen die Stadtsauberkeit möglich machen. Speziell geschulte „Waste Watcher“ sind seitdem in der Stadt unterwegs, um aufzuklären, zu mahnen und nötigenfalls auch Strafmandate auszusprechen. Mehr Courage, für ein gepflegtes Stadtbild einzutreten, sei inzwischen selbstverständlicher geworden.

Wien - Bilbao Berlin: "Strategien für die schöne Stadt"
Wien – Bilbao Berlin: „Strategien für die schöne Stadt“ – Podiumsgespräch am 2.3.2016 in der Akademie der Konrad Adenauer Stiftung – Foto: A. Preußler

Die baskische Stadt Bilbao hat ein ganzes Bündel von Maßnahmen gestartet, um die Stadt schöner und attraktiver zu machen. Eine wesentliche Neuerung für Bilbao war die gezielte Einbeziehung der Bürgerschaft in die Umgestaltung z.B. von sozial schwierigen Stadtteilen. „Nur wer sich selbst mitverantwortlich fühlt für seine Umgebung“ so Marta Barco Mondragon, Direktorin für Stadtreinigung und Lebensqualität der Stadt „ist letztlich auch bereit, die Dinge zu pflegen und auf ihren Erhalt zu achten“. Bei Investitionen für den öffentlichen Raum werde immer darauf geachtet, dass das neu geschaffene auch nachhaltig gepflegt werden könne. So gebe die Stadt einen vergleichsweise sehr hohen Anteil ihres Haushaltes nur für die Erhaltung der Schönheit des öffentlichen Raumes aus. Darüber hinaus wurde den Bürgern mit modernen Kommunikationsmöglichkeiten wie einer App ermöglicht, sich unkompliziert zu beteiligen und z.B. kaputte Parkbänke, Müllecken oder nicht funktionierende Straßenlaternen an die Reparaturbetriebe zu melden.

Berlin setzt auf Entlastung der Grünflächenämter

Auch die Vertreter Berlins, für die Berliner Stadtreinigungsbetriebe Birgit Nimke-Sliwinski, für den Senat Beate Profé und die Bezirke der Bezirksstadtrat für Wirtschaft und Stadtentwicklung in Marzahn – Hellersdorf, Christian Gräff, sahen neben einer besseren Beteiligung der Bürger*innen eine Kehrtwende im Focus auf die Neuanlage von öffentlichen Räumen als notwendig an. Es sei viel zu lange auf Neuanlage von öffentlichen Plätzen und Grünanlagen gesetzt worden, der Etat für die Pflege und deren Erhalt aber immer weiter zurück gefahren worden. Dies hätte zu der derzeitigen Situation geführt, dass viele Grünanlagen nicht nachhaltig gepflegt werden könnten. Deshalb versuche die Verwaltung nun als Test die Zuständigkeiten zwischen Grünflächenämtern und BSR neu zu ordnen, so dass die BSR an ausgewählten Flächen die Reinigung der Anlagen übernehme, damit die Grünflächenämter wieder ihrer eigentlichen Aufgabe der Grünpflege nachkommen könnten.

Weitere Informationen:

wirBERLIN e.V. | Bernadottestraße 6 | 14193 Berlin | www.wir-berlin.org

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m/s