Donnerstag, 14. Dezember 2017
Home > Themen > Mehr Schutz vor Mißbrauch

Mehr Schutz vor Mißbrauch

Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“

An der Grundschule am Falkplatz in Prenzlauer Berg hat es im Februar zwei Vorfälle gegeben, bei denen Schülerinnen auf der Schultoilette von Unbekannten belästigt wurden. Zu sexuellen Übergriffen kam es zum Glück nicht, die Schülerinnen konnten in beiden Fällen flüchten. Die Polizei ermittelt gegen Unbekannt.
Pankows Schulstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) nimmt die Vorfälle sehr ernst und überprüft, wie das Sicherheitskonzeot der Schule verbessert werden kann.

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft unterstützt die Berliner Bezirke und setzt bei der Hilfe und Prävention auf ein Netzwerke und Kooperationspartner. Prävention und Aufklärung von Schülern und Lehrern spielen dabei eine wichtige Rolle.

Die Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“ richtet sich an Familien und Institutionen und das familiäre Umfeld.

Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“

Der „Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs“ der Bundesregierung will mit der Kampagne die Gesellschaft stärker für das Thema sensibilisieren und aktivieren, um Schutzkonzepte einzuführen und konsequent anzuwenden.

Bundesweit kommen jährlich rund 12 000 Fälle von Kindesmissbrauch in Deutschland laut Kriminalstatistik jährlich zur Anzeige – 33 pro Tag. Dabei gibt es eine hohe Dunkelziffer.

Präventions- und Interventionskonzepte engen nicht nur die Spielräume der Täter und Täterinnen ein. Sie stärken auch die Fachkräfte in ihrer Rolle als kompetente Ansprechpersonen, denen sich Kinder und Jugendliche auch anvertrauen können, wenn sie außerhalb einer Einrichtung Missbrauch erfahren.
Sexuelle Gewalt kann überall stattfinden, in Institutionen ebenso wie im familiären Umfeld. Kinder und Jugendliche müssen an allen Orten vor sexuellem Missbrauch geschützt sein.

„Um die Handlungsspielräume von Tätern und Täterinnen wirksam einzuschränken, muss es einen breiten öffentlichen Diskurs zum Thema sexueller Kindesmissbrauch geben. Daher soll die Kampagne weiter die gesellschaftlichen Tabus aufbrechen, die das Thema umgeben.

Indem die Kampagne informiert und aufklärt, macht sie der Öffentlichkeit Mut, ohne falsche Scham und Peinlichkeit über sexuellen Kindesmissbrauch zu reden. Die Kampagne verzichtet bewusst auf eine skandalisierende und stark emotionalisierende Bildsprache. Statt Angst machender, stereotyper Bilder von heruntergefallenen Teddybären und verlassenen Schaukeln soll das weiße „X“ ein klares Zeichen gegen Missbrauch setzen, es signalisiert: Das Thema ist für uns kein Tabu! Wir wollen Räume für Kinder und Jugendliche sicher vor sexueller Gewalt machen!“

Die Kampagne hält Informationsmaterialien, Plakate und Aufkleber bereit. Für Eltern und Fachkräfte gibt es auch Info-Blätter mit wichtigen Hinweisen zur Prävention-
Das Kreuz mit dem Slogan „KEIN RAUM FÜR MISSBRAUCH“ hat einen hohen Wiedererkennungswert und soll als Plakat und Aufkleber geschützte Räume kenntlich machen – in denen es Präventionsmaßnahmen gibt.

Schulstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) will die Grundregeln wieder neu in Erinnerung bringen. Zu den Grundregeln gehört, immer zu Zweit zur Schultoilette zu gehen, und sich aufmerksam gegenüber Fremden zu verhalten.
Sie weist auch darauf hin: „Schulen können nicht hermetisch abgeriegelt werden“.

Die Polizei Berlin verweist auf ihr Präventionsprogramm, zu dem regelmäßige Infoveranstaltungen in Schulen gehören.

Für alle Berliner Schulen gibt es Notfallpläne – die auf Grundlage einer vom ehemaligen Schulsenator Prof. Dr. E. Zöllner erarbeiteten Empfehlung beruhen, die zusammen mit der Unfallskasse des Landes Berlin erarbeitet wurde.
Die 200-seitige PDF-Broschüre ist im Internet einsehbar und downloadbar (Hinweis: aufgrund aktueller Updates ist die Broschüre in der 2. Auflage, Februar 2011, (6,5 MB) nur noch bedingt lesbar. Es wird empfohlen, eine ältere Version von Acrobat Reader Standard zu verwenden).

Weitere Informationen

Kampagne KEIN RAUM FÜR MISSBRAUCH

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft – Gewaltprävention

Save this post as PDF

m/s