Mittwoch, 23. August 2017
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Mindestlohn wohnt am Stadtrand

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Die Politik feiert schon den ab 2015 geltenden Mindestlohn – doch die Realitäten des Wohnungsmarktes sorgen längst für neue Nöte und Verschiebungen.

Armut und Mindestlohn wohnen am Stadtrand

Die Mietsteigerungen der letzten Jahre und die Wohnungsbauoffensive in Berlin sorgen für massive Veränderungen. Die Armen und Geringverdiener müssen umziehen, an den Stadtrand – oder gleich ganz auf das flache Land.

Auch wer Mindestlohn bezieht gerät in die Falle: die Innenstadt wird auf Dauer zu teuer.

Marktanalyse von SPIEGElonline und ImmobilienscoutDATENLESE: Geringverdiener müssen an den Rand ausweichen

„Vom Mindestlohn soll man leben können. Egal wo. Unsere interaktiven Karten deutscher Großstädte zeigen:

Geringverdiener müssen an den Rand ausweichen – wenn sie überhaupt eine bezahlbare Wohnung finden.“

Die Autoren Nicolai Kwasniewski und Christina Elmer schreiben:

„Ein Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde soll vor allem eines bewirken: Wer gemäß dieser Lohnuntergrenze bezahlt wird, soll von seinem Gehalt leben können. Er soll davon eine Wohnung zahlen können, Lebensmittel, Versicherungen, Freizeitausgaben und vielleicht auch einen Urlaub. Theoretisch. Ganz praktisch ist es für Mindestlohnverdiener unmöglich, in den zentralen oder beliebten Vierteln deutscher Großstädte wie Berlin oder Hamburg eine bezahlbare Wohnung zu finden – in Frankfurt am Main oder München ist gleich das ganze Stadtgebiet unerschwinglich.

1428 Euro brutto verdient jemand, der 40 Stunden pro Woche arbeitet und nach dem Mindestlohn bezahlt wird; netto bleiben einem Single davon knapp 1060 Euro. Eine Kaltmiete gilt einer gängigen Faustregel dann als tragbar, wenn sie nicht mehr als 30 Prozent des Nettoeinkommens beträgt – also weniger als 320 Euro für den Single mit Mindestlohn. Hinzu kommen dann noch die Ausgaben für Heizung und Nebenkosten.

Wie viele Wohnungen gibt es in München für diesen Preis, wie viele in Berlin? In welchen Vierteln kann man leben, wenn man ausschließlich ein Mindestlohn-Gehalt bezieht? Um das herauszufinden, hat SPIEGEL ONLINE die Wohnungsangebote auf dem Internetportal Immobilienscout24 für die Städte Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln und München auswerten lassen.“

Die Kartenübersichten im Artikel zeigen, wohin es aktuell noch verträgliche und bezahlbare Mieten gibt. Die Karte von Berlin vergleicht eine 40 Quadratmeter-Wohnung für einen Single, eine 60 Quadratmeter Wohnung für eine Alleinerziehende mit Kind und eine 80 Quadratmeter Wohnung für ein Paar mit zwei Kindern.

Karte von Berlin

m/s

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