Donnerstag, 19. Oktober 2017
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Mit Maßband & Body-Scanner dem Stoffwechsel auf der Spur

MetSScan-Studie - Blutabnahme

Die Arbeitsgruppe Molekulare Epidemiologie am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch untersucht die Beziehung zwischen Lebensstil-, Umwelt-, metabolischen und genetischen Faktoren mit dem Risiko chronischer Erkrankungen auf „Populationsebene“ – eine große Zahl von Menschen muss dazu in einer Studie untersucht werden. Über die Studie „Nationale Kohorter“ wurde schon mehrfach berichtet. In der sogenannten MetSScan-Studie wird der Zusammenhang zwischen Bauchvolumen und der Stoffwechsellage erforscht.

MetSScan-Studie - Blutabnahme
Untersucherinnen Marie-Kristin Kusnierz und Elektra Polychronidou demonstrieren die Blutabnahme. Foto: MDC, Carolin Adler

Dipl.-Biologe Martin Ballaschk, wissenschaftlicher Redakteur am MDC stellt die MetSScan-Studie vor.

Maßband vs. Body-Scanner: Studie erforscht Zusammenhang des Bauchvolumens mit der Stoffwechsellage

Bei Übergewicht ist das Bauchfett ein wichtiger Indikator für das Metabolische Syndrom (MetS). Ob sich die Stoffwechsellage durch 3D-Scanner besser vorhersagen lässt, als durch traditionelle Erfassungsmethoden, soll die MetSScan-Studie herausfinden – eine neue Gesundheits-Studie des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). Im Februar 2016 fiel der Startschuss für die Untersuchung, für die noch Studienteilnehmer gesucht werden.

Es ist wichtig, die Ausdehnung des Bauchfetts präzise bestimmen zu können. Ob dafür 3D-Scans besser geeignet sind, als die klassische Messung des Taillen- oder Hüftumfangs, möchte das Forscherteam um Prof. Pischon vom MDC im Rahmen der MetSScan-Studie herausfinden und kooperiert dafür mit dem Bodyscan-Spezialisten Human Solutions GmbH. Das Projekt wird durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert.

Muss man den Gürtel weiter schnallen, ist das keine gute Nachricht. Übergewicht allein tritt oft zusammen mit Stoffwechselstörungen auf, also etwa erhöhten Blutzucker- und Blutfettwerten oder auch Bluthochdruck. Das Körperfett der Leibesmitte hat besondere Bedeutung: Bei einem erhöhten Bauchumfang in Kombination mit den genannten Stoffwechselstörungen spricht man vom sogenannten Metabolischen Syndrom, welches mit einem erhöhten Risiko für Diabetes Typ 2 und koronaren Herzkrankheiten einhergeht.

Die dreidimensionale Erfassung des Bauchraums kann die Ausdehnung des Bauchfetts womöglich besser bestimmen, als die alleinige Messung des Taillenumfangs. Im Rahmen der neuen Studie sollen aus dem Teilkörpervolumen des Bauchraumes die Stoffwechsellage und damit auch Komponenten des Metabolischen Syndroms abgeschätzt werden. Insbesondere soll in der MetSScan-Studie auch untersucht werden, ob die Bauchvolumenmaße des Bodyscanners die Stoffwechsellage besser widerspiegeln als klassische Körpermaße wie der Taillen- und Hüftumfang.

MetSScan-Studie - Impedanzmessung
Untersucherin Elektra Polychronidou bei der bioelektrischen Impedanz-Analyse. Foto: MDC/Carolin Adler.

Neben der Bodyscanner-Untersuchung beinhaltet die Studie weitere nicht-invasive Untersuchungen, wie etwa eine Bioelektrische Impedanz-Analyse zur Bestimmung von Körperfett und -fettfreier Masse, Blutdruckmessungen, eine Befragung zum Lebensstil und Vorerkrankungen sowie eine Blutentnahme. Das komplette Studienprogramm dauert einmalig etwa 2 Stunden. Die wichtigsten Untersuchungsergebnisse werden dem Teilnehmer mitgeteilt. Besonderes Augenmerk wird auf den umfassenden Schutz der erhobenen Daten gelegt, weshalb u.a. die Untersuchungsdaten mit einem Pseudonym in Form einer zufällig generierten, mehrstelligen Kennnummer versehen und getrennt von den Personendaten aufbewahrt werden.

Die Studienteilnehmer im Alter zwischen 18 und 79 Jahren werden über öffentliche Aushänge und Zeitungsannoncen gesucht, wobei sowohl normalgewichtige als auch übergewichtige Personen zur Teilnahme aufgerufen werden. Um die angestrebte Teilnehmerzahl von 500 Männern und Frauen zu erreichen, ist eine Laufzeit von ca. 1 Jahr vorgesehen.

Bodyscan:  Mensch im 3-D-Datenmodell
Bodyscan: Mensch im 3-D-Datenmodell – Foto: Screenshot MDC

Über die Arbeitsgruppe Molekulare Epidemiologie am MDC

Die Arbeitsgruppe Molekulare Epidemiologie wird von Prof. Dr. Tobias Pischon am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch geleitet. Sie untersucht die Beziehung zwischen Lebensstil-, Umwelt-, metabolischen und genetischen Faktoren mit dem Risiko chronischer Erkrankungen auf Populationsebene. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Erfassung von molekularen Markern, die mit dem Krankheitsrisiko in Beziehung gesetzt werden, um eine präzise und akkurate Abschätzung von Exposition, intermediären Veränderungen oder frühzeitiger Krankheitsentwicklung zu ermöglichen. Die Ziele sind, einen Beitrag zum Verständnis grundlegender Mechanismen der Krankheitsentstehung zu leisten, die Prädiktion von Erkrankungen zu präzisieren, und die Identifikation von Personen mit hohem Krankheitsrisiko sowie die Quantifizierung von Interventionseffekten zu verbessern, mit der Vision, durch gezielte Prävention das Risiko chronischer Krankheiten zu vermindern.

Die Arbeitsgruppe koordiniert das Cluster Berlin-Brandenburg der Nationalen Kohorte, einer prospektiven Kohortenstudien zur Untersuchung von Risikofaktoren von häufigen chronischen Erkrankungen in Deutschland.

Weitere Informationen:

Interessenten für die MetSScan-Studie können sich an das Studienzentrum der AG Molekulare Epidemiologie unter der
Telefon-Nr. +49(0)30 9406-4589 oder via E-Mail an metsscan@mdc-berlin.de wenden.

www.mdc-berlin.de

www.nationale-kohorte.de

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m/s