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Möbelhändler XXXLutz übernimmt Poco

POCO Einrichtungsmarkt Berlin-Kreuzberg

Der Markt im Möbelhandel in Deutschland steht vor einer Neuordnung. Der Grund: der oberösterreichische Möbelhändler XXXLutz übernimmt die Anteile an der deutschen Möbelkette Poco von der Kika-Leiner-Mutter Steinhoff. Die XXXLutz-Gruppe erwirbt zum Kaufpreis 266 Millionen Euro 123 Poco-Einrichtungshäuser mit fast 8000 Mitarbeitern in Deutschland mit einem Gesamtumsatz von 1,6 Milliarden Euro.

Auch in der Hauptstadtregion Berlin wird diese neue Verbindung für Bewegung sorgen, denn Poco hat in Berlin und in Schönefeld insgesamt 8 entwicklungsfähige Standorte. Das Poco-Einrichtungshaus am Blücherplatz in Kreuzberg könnte künftig mit seiner zentralen Lage zu einem Premium-Einrichtungs- und Möbelhaus werden.

Mit dem Handel ist Deal auch der Rechtsstreit über Poco mit Steinhoff beigelegt worden, erklärte XXXLutz. In den nächsten Tagen sollen die Verträge erstellt und der Kauf der Anteile bei den Wettbewerbsbehörden angemeldet werden.

Sanierung des Steinhoff-Konzerns kommt voran

Damit kommt ein Vergleich zwischen den zerstrittenen Möbelkonzernen zustande. In der juristischen Auseinandersetzung um die Poco-Anteile hätten sich die Vertreter des angeschlagenen Steinhoff-Konzerns und Andreas Seifert, Eigentümer der XXXLutz-Kette, bereits am ersten Verhandlungstag vor dem Landgericht Dortmund auf einen Vergleich geeinigt, berichtete die deutsche Wirtschaftszeitung.

Der Deal sieht vor, dass Steinhoff seinen 50-Prozent-Anteil an Poco für 266 Millionen Euro an den Konkurrenten Seifert veräußert. Steinhoff hatte Poco zuvor mit 650 Millionen Euro bewertet, Seifert mit 472 Millionen. Poco-Firmengründer Peter Pohlmann erklärte dem „Handelsblatt“ zufolge: „Wir haben uns geeinigt wie die Pferdehändler: Wir treffen uns in der Mitte.“ Laut Pohlmann muss seine Familienstiftung noch zustimmen. Dies gilt aber offenbar als Formsache, denn: „Bei XXXLutz ist Poco besser aufgehoben, XXXLutz hat bessere Möglichkeiten als wir“, wird Pohlmann zitiert.

Ursprünglich hatten sich Steinhoff und die XXXLutz-Gruppe gemeinsam an Poco beteiligt. In der Folge machten sich Seifert und Steinhoff laut den „Oberösterreichischen Nachrichten“ aber die Anteile streitig und warfen dem jeweils anderen schwere Vertragsverletzungen vor.

Der Kika-Leiner-Mutterkonzern Steinhoff steckt in einem Bilanzskandal, und kämpft um das Überleben. Der Konzern hatte sich in den vergangenen Monaten auch mit dem Verkauf von Aktienpaketen an Beteiligungen Liquidität verschafft. In Österreich wurde eine Leiner-Immobilie an Rene Benko notverkauft. Die Steinhoff-Aktien waren seit Bekanntwerden des Bilanzskandals um mehr als 90 Prozent abgestürzt. Durch die Bereinigung bei Poco steigen nun die Sanierungschancen für die restlichen Konzernteile.

Kartellamt muss noch zustimmen

Der Kauf bedarf noch der Genehmigung durch die Kartellbehörden. Der Umsatz der XXXLutz-Gruppe steigt mit der Übernahme auf 5,6 Milliarden Euro im Jahr, die Mitarbeiteranzahl steigt auf mehr als 30.000. Die Filialanzahl erhöht sich auf insgesamt 380. Poco werde weiter als eigenständige Unit innerhalb der XXXLutz-Gruppe mit eigenem Management geführt. Die Zentrale bleibe in Bergkamen in Nordrhein-Westfalen.

Neue Rangfolge im deutschen Möbelmarkt

Im deutschen Möbelmarkt mit über 33,73 Milliarden Euro Umsatz (2016) werden die Karten neu gemischt. Ikea führt die Liste mit einem Umsatz von 4.867 Millionen Euro an. Die XXXLutz-Gruppe könnte erstmals 2018 IKEA im Gesamtumsatz im Möbelhandel überholen.

Die Möbelgruppe Höffner/Möbel-Kraft ist mit einem geschätzten Umsatz von 2,09 Milliarden Euro auf Platz drei weit abgeschlagen und muss nun im Einkauf einen harten Wettbewerb um Einkaufskonditionen fürchten.

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m/s
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