Freitag, 18. August 2017
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Monica Lam killt Facebook

Facebook-Killer - Omlet

Eine Stanford Professorin für Computerwissenschaften fordert nun den Harvard-Studienabbrecher Mark Zuckerberg heraus: Monica Lam hat ein mobiles Netzwerk entwickelt, das den Menschen gehört, einschließlich aller Daten.

Das neue Netzwerk tägt den Namen Omlet. Es ist schon seit März für Apple und Android-Geräte verfügbar.

Revolutionärer Ansatz

Der Ansatz ist technologisch revolutionär, weil er die Fähigkeiten moderner Smartphones nutzt:

Alle Konversationen, Fotos oder Bilder werden nur noch direkt bei den Menschen gespeichert, die daran beteiligt waren. Die Daten liegen nicht mehr zentral auf gigantischen Serverfarmen. Die User können selbst bestimmen, was mit ihren Daten geschieht.

Stanford statt Harvard

Omlet ist bereits Bestandteil des offiziellen Kommunikationsnetzes iStanford der berühmten Universität Stanford im Herzen von Silicon Valley. „Wir schicken keine Studenten mehr zu Facebook“, sagt Lam und provoziert: „Keine Universität sollte das machen.“

Erste Großkunden – kommt der Game Change?

Omlet hat schon einen wichtigen Kunden gewonnen, der den neuen Web-Dienst zum zum ernstzunehmenden Facebook-onkurrenten macht:

Der Smartphone-Hersteller Asus aus Taiwan hat im April Omlet als erstes Unternehmen in seine neuen Zenfones integriert. Die geräteeigene Omlet-Anbindung und Apps hat Asus selbst programmiert. Ein Zenfone-Besitzer kann nun Fotos einfach mit einem anderen Zenfone-Besitzer teilen, ohne vorher einem Dienst oder Netzwerk beitreten oder irgendwas ins Internet hochladen zu müssen. Es wandert einfach von Smartphone zu Smartphone.

Omlet ist praktisch als reines technologisches Weiterleitungsprotokoll von Daten konzipiert. Nach zwei Wochen verschwinden alle Daten unwiederbringlich von den Servern. Das Speichern dient nur dem Komfort: „Wer ein paar Tage offline ist, der soll nicht direkt alles verpassen, was zwischen seinen Freunden passiert ist.“

Omlet ist als „Distributed Semantic File System“ ein revolutionäres System, das die Datenspeicherung dezentral auf die Mitglieder ausgelagert. Es steht nicht unter der Kontrolle von Omlet, stattdessen ist es eine Sammlung privater Dateien auf den Geräten der Mitglieder.
Monica Lam nennt ihre neue Welt „person2person-Mobile-Net“ – das Mobile Netz von Mensch zu Mensch.

Mit dem neuen Ansatz hat doe Stanford-Professoren ein System geschaffen, das den Mobilfunkbetreibern und Providern und den Gerätenherstellern völlig neue Freiheiten gibt. Sie können sich nun große Teile des Marktes selbst erobern, indem sie neue eigene Dienste schaffen.

Samsung in den Startlöchern

Samsung hat Lam bereits zur Entwicklerkonferenz für das neue Samsungs Betriebssystem Tizen eingeladen, auf der Lam Auskunft über Omlet gab.
Mit einem einfache Beispiel begeisterte Lam die Entwickler-Community:

„Auf einer Hochzeit treten alle Gäste einem privaten Omlet-Chat bei. Alle geteilten Fotos oder Chats sind dann für die Mitglieder sofort sichtbar, ohne dass sie sich mit irgendjemanden „befreunden“, Webseiten eröffnen, Foren anlegen oder irgendwo anmelden müssen. Wer am Ort ist und sich einwählt, hat die Bilder. Später genüge die Eingabe des Namens der Braut oder eines Gastes etwa um die Erinnerungen wieder abzurufen. Es entsteht ein persönliches Archiv des Lebens von Ereignissen mit ständig wechselnden Personen – sofern man denn will. Was gelöscht und was gespeichert werden soll, entscheidet der Besitzer.“

Das Smartphone wird mit Omlet zum persönlichen Adressbuch und lebenden Archiv, bei dem jeder jeden wiederfinden und erreichen kann.
Auch Facebook hatte einmal als Studentennetzwerk angefangen – in Stanford ist es ähnlich, sagte Lam in San Franzisko:

„Wenn in zehn Jahren einer meiner Studenten CEO ist und ich habe seine Mobilnummer, muss ich nur seinen Namen eingeben und auf iStanford finde ich alles Wissenswerte“ – zumindest, wenn er die Daten inzwischen nicht gelöscht hat. Jeder Student bekommt bei der Immatrikulation ein persönliches Konto bei dem Speicherdienst Box.net mit 25 Gigabyte Speicherplatz.“

Offen für Programmierer und für neue Ideen

Lam stellte zugleich ihre neue Philosophie vor: Omlet ist offen für Programmierer. Jeder Mobilfunkprovider und Gerätehersteller, oder jeder Entwickler kann auf Omlet aufbauen.

Alle bisher bekannten Anwendungen sind denkbar:
Musikdienste, Spiele, Videoplattformen, Nachrichten, persönliche Netzwerke u.v.m.

Was nicht mehr geht: persönliche Daten global für Werbezwecke oder anderes Big-Data-Zwecke zu missbrauchen. Bei Omlet hat niemand die Daten, um so etwas unternehmen zu können. m/s

Weitere Informationen:

www.omlet.me

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m/s