Dienstag, 17. Oktober 2017
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Mordanschlag auf letzten Christmann-Mieter?

Kopenhagener Str. 46: Bauschäden

Dramatische Ereignisse spielen sich in dieser Woche im Mietshaus Kopenhagener Straße 46 ab. Höhepunkt ist ein heute Nacht verübter Anschlag auf des Leben der letzten in dem Haus lebenden Familie mit Kindern. Bereits am 26. August ist von den vom Investor Christmann beauftragen Bauarbeitern ein Versuch unternommen worden, die Wohnung unbewohnbar zu machen. Doch die Pankower Bauaufsicht wurde eingeschaltet.

Kopenhagener Str. 46: Bauschäden
Kopenhagener Str. 46: Bauschäden – versehentlich enstanden?

Vom Dachboden aus wurde in die Wohnung im 4.OG eingedrungen, die gesamte sanitäre Anlage verwüstet und entwendet. Inwiefern weitere Sachwerte aus der Wohnung gestohlen wurden, ist noch nicht klar. Jens Fischer und seine Frau haben die Kriminalpolizei eingeschaltet und die Pankower Bauaufsicht alarmiert.

Nachdem die Wohnung zuvor schon durch die Kappung des Stromes 2 Monate unbewohnbar gemacht wurde, ist dies nun der nächste Schritt, um die Mieter aus ihren Wohnungen zu nötigen. Die Familie steht erneut vor einer unbewohnbaren Wohnung, und wird dennoch nicht weichen. Schon mehrere Versuche von Räumungsklagen wurden erfolgreich abgewehrt.

Ein vom Investor an die Rechtsvertreterin des Mieters gesendetes Schreiben stellte die Beschädigungen als „Versehen“ dar.

Pankower Bauaufsicht handelt

Beim Ortstermin mit der Pankower Bauaufsicht wurden auch die Bauarbeiter angehört, die den Schaden verursacht haben. Ihre Versuche, die Schäden als „Versehen“ darzustellen waren jedoch so fadenscheinig, dass die beiden Mitarbeiter der Bauaufsicht einen sofortigen Baustopp erlassen haben.

Dem Investor wurde die Auflage erteilt, die Wohnung unverzüglich wieder bewohnbar zu machen.

Mordanschlag? Versehen? Oder verwantwortungslose Baugewerke?

In der heutigen Nacht wurde nun der Schornsteinzug, der die Abgasableitung der Gasetagenheizung der Wohnung im 1. Stock gewährleistet, entfernt und zusätzlich verstopft. Damit ist die akute Gefahr einer Kohlenmonoxid-Vergiftung für die Bewohner entstanden. Die Mieter müssen dies als vorsätzlichen Versuch eines „Mordanschlages“ verstehen, und haben deshalb erneute Strafanzeige gegen den Eigentümer Christmann gestellt.

Da die Arbeiten am Schornstein den Straftatbestand der Baugefährdung erfüllen und zudem ohne handwerkliche Sachkenntnis durchgeführt wurden, ist auch ein Verstoß gegen das Gewerbe-Recht damit verbunden, der die Handwerkskammer und Sachverständige auf den Plan rufen muss.

Der Investor Christmann hat sich bereits in der Vergangenheit als äußerst rücksichtsloser Sanierer verhalten. Die aus Berlin-Spandau stammenden Bert & Wulf Christmann kommen aus einer Unternehmerfamilie. Deren im Jahr 2014 an einer Krebserkrankung verstorbener Senior war als Inhaber eines Badstudios früher auch schon durch rücksichtslose Geschäftspraktiken auffällig.

Der Redaktion liegen entsprechende Hinweise ehemaliger „Betroffener“ vor, die eine „gewohnheitsrechtliche Prägung“ nahelegen.

Die Internetseite der Christmann Gruppe zeigt zwei engagierte Unternehmensführer der 2. Generation, die in handgenähten Schuhen im Altbau herumstolzieren. Immerhin hat die Gentrifizierung in Prenzlauer Berg so zwei konkrete Gesichter.

Fortsetzung folgt

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m/s