Dienstag, 12. Dezember 2017
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Neue Einheit „BFE+ der Bundespolizei“ vorgestellt

Bundespolizeieinheit BFE+ beim Training

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière hat gestern gemeinsam mit dem Präsidenten des Bundespolizeipräsidiums, Dr. Dieter Romann, die neue Einheit BFE+ der Bundespolizei in Blumberg bei Berlin vorgestellt. Die Abkürzung steht für „Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit Plus“. Die BFE+ soll künftig zur Unterstützung der Bereitschaftspolizei und der GSG 9 der Bundespolizei im terroristischen Anschlagsfall zum Einsatz kommen.

Bundespolizeieinheit BFE+ beim Training
Bundespolizeieinheit BFE+ beim Training – Foto: Bundespolizei/Presse

Die neue Einheit „BFE+ der Bundespolizei“ wird als Reaktion auf die Anschläge von Paris aufgestellt, und soll in besonderen Gefährdungs- oder Fahndungslagen eingesetzt werden. Polizeiexperten sehen die besondere Gefährdung im Auftreten eines neuen Tätertyps, der militärisch ausgebildet ist, und mit militärischen Waffen ausgerüstet ist. Schnellfeuerwaffen und Sturmgewehre mit hoher Durchschlagskraft zählen dazu. Normale Polizeibeamte haben gegenüber diesem Tätertyp kein ausreichende Schutzausrüstung und auch keine ausreichende Feuerkraft.

Spezialeinheit mit 250 Beamten an fünf Standorten

Die BFE+ ist dazu befähigt, bei besonderen Gefährdungs- oder Fahndungslagen offen oder verdeckt eingesetzt zu werden. Sofern es dabei zu einer Konfrontation mit Tätern kommt, haben die BFE+ Kräfte den Auftrag, die Angreifer zu binden, Unbeteiligte zu schützen, Verletzte zu versorgen und aus dem Gefahrenbereich zu evakuieren.

Zudem unterstützen sie die Spezialeinsatz­kommandos und die GSG 9 bei den unmittelbaren Zugriffsmaßnahmen.

Sollten diese Spezialeinheiten nicht oder nicht rechtzeitig am Ereignisort sein, können die BFE+ Kräfte eigenständig gegen die Täter vorgehen und Notzugriffe ausführen.

Obwohl die BFE+ Kräfte für die bundespolizei­lichen Aufgaben aufgestellt wurden, können sie bei Bedarf auf Anforderung auch den Polizeien der Länder zur Verfügung gestellt werden.

Insgesamt soll die neue Einheit der Bundespolizei auf 250 Einsatzkräfte ausgebaut werden. In Blumberg bei Berlin werden zunächst 50 Einsatzkräfte stationiert, die ihren Dienst im Normalfall in der Bundesbereitschaftspolizei versehen.

Bewaffnung

Die Einheit wurde mit Sturmhauben mit Halterung für Nachtsichtgeräte, Schutzwesten und dem Sturmgewehr G 36 präsentiert. Dazu trägt jeder Beamte seine Dienstpistole. Das G 36 von Heckler & Koch ist als Standardwaffe der Bundeswehr im Einsatz, und wird vor allem bei Spezialkräften hoch geschätzt.
Die Frage der Bewaffnung wird noch in die öffentliche Diskussion kommen, weil die Polizeigesetze der Bundesländer militärische Bewaffnungen zum Teil noch ausschließen.
Das Sturmgewehr G36 entfaltet vor allem auch eine abschreckende Wirkung. Weitere verfügbare Waffen wie Scharfschützengewehre und Sprengmittel werden bewußt nicht gezeigt.
Die Spezialeinheit GSG9 der Bundeswehr verfügt etwa über elf verschiedene Schusswaffentypen: von der Maschinenpistole Heckler & Koch MP7, über das Sturmgewehr G36 und SIG 551, mehrere Scharfschützengewehrtypen bis hin zur Vorderschaftrepetierflinte Remington 870.

Die neue Bundespolizeieinheit BFE+ soll auch längere Fahndungen durchführen können. Als Transportmittel stehen leicht gepanzerte Fahrzeuge und auch Hubschrauber zur Verfügung.

Weitere Informationen:

www.bundespolizei.de

Videofilm zur BFE+ der Bundespolizei

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m/s