Mittwoch, 18. Oktober 2017
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Obdach für Obdachlose gefordert

Notquartier auf der Straße - Foto: Mob e.V.

„Keine Zwischenlösung für mob e.V. in Sicht – was macht der zuständige Senator Czaja?“ Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Vereins „mob – Obdachlose machen mobil ‐ e.V.“ Andreas Düllick, fordert die Pankower SPD-Abgeordnete Dr. Clara West heute den zuständigen Senator Czaja auf, den Obdachlosenverein so schnell wie möglich bei der Suche nach geeigneten Räumen für die Notunterkunft „Ein Dach über dem Kopf“ zu unterstützen.

Notquartier auf der Straße - Foto: Mob e.V.
Notquartier auf der Straße – Foto:Mob e.V.

Dr. Clara West: „Es ist absurd, dass es nicht möglich sein soll, eine Zwischenlösung bis zum Herbst für 17 Menschen zu finden.“

Große Wohnungsnot trifft auch die Obdachlosenhilfe

Zum Hintergrund: Die Notunterkunft musste bereits zum 31. Januar schließen und seit Domizil an der Prenzlauer Allee räumen. Seitdem ist der Verein auf der Suche nach einer neuen Bleibe.
Die 13 Nachtcafés und 16 Notübernachtungen waren schon in den letzten Monaten in Berlin zu mehr als 100% ausgelastet.

Andreas Düllick erklärt, worum es geht: „Wir stehen bereits mit der Senatsverwaltung für Soziales in Verhandlungen für den nächsten Winter, aber auch bei gutem Wetter im Frühjahr, Sommer und Herbst dürfen ein trockener und warmer Schlafplatz und eine
heiße Dusche keine Luxusgüter in Berlin sein.“

Angesichts der Forderung der Wohnungslosenhilfe nach einer nationalen Strategie gegen Wohnungsnot und soziale Ausgrenzung, äußert sich die Pankower SPD-­Abgeordnete Dr. Clara West besorgt über die Zustände in Berlin:

„Wenn jemand seine Wohnung erst einmal verloren hat, dann ist das Kind schon in den Brunnen gefallen – gerade angesichts der steigenden Mieten und der Verdrängung von Menschen aus ihren Wohnungen ist es besonders in einer Großstadt wie Berlin notwendig,
etwas zu tun, bevor so noch weitere Menschen obdachlos werden. Zudem sind immer mehr Frauen und damit auch Kinder von Obdachlosigkeit betroffen.“

Obwohl die Anzahl von dauerhafter oder kurzfristiger Obdachlosigkeit bedrohter Menschen deutschlandweit und in Berlin steigt, sinken die Angebote für Schlafplätze in der Stadt.
Im letzten Jahr hat sogar der CDU-Bezirksstadtrat aus Charlottenburg-Wilmersdorf öffentlich mit der Beschlagnahmung von Wohnraum gedroht, weil er in seinem Bezirk keine Nothilfe mehr leisten konnte. Das Problem ist praktisch für alle Bezirke drängend geworden.

Bisher erfolglose Suche in Pankow

Nachdem sich auf dem privaten und gewerblichen öffentlichen Wohnungsmarkt kein neues Quartier für die Notübernachtung des Vereins finden ließ, möchte die Haushaltspolitikerin Clara West muss nun den Sozial-Senator in die Pflicht nehmen.

„Er muß sich einschalten und ein Machtwort sprechen“, fordert sie „dies ist sowohl eine Frage der Menschlichkeit, als auch der Vernunft. Wenn wir diesen Menschen keine Perspektive bieten, verlieren wir sie.“

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m/s