Freitag, 23. Juni 2017
Home > Bezirksnachrichten > Obstbaumpflanzaktion für den „Essbaren Bezirk Pankow“

Obstbaumpflanzaktion für den „Essbaren Bezirk Pankow“

Pflaumenbaum

Es ist eines der Lieblingsprojekte der Pankower Grünen. Insbesondere die Kreisvorsitzende der Pankower Grünen, Cordelia Koch hat sich für die Idee eingesetzt und schon etliche Obstbäume gepflanzt. Im Dezember geht die Aktion weiter.

Freiwillige der Plattform mundraub.org spenden über das Projekt „Nachwuchs“ Obstbäume für den Essbaren Bezirk Berlin-Pankow.

Obstbaumpflanzung am Sonntag, dem 11. Dezember 2016

Am S11. Dezember 2016 wird um 13 Uhr mit den ersten Obstbaumpflanzungen in der öffentlichen Grünanlage im Anton-Saefkow-Park in Prenzlauer Berg begonnen. Mit dem Projekt “Nachwuchs” verfolgt die Plattform mundraub.org konsequent ihre Vision, die essbare Landschaft zu erleben und zu gestalten.

Nach dem Motto “Die Stadt ist dein Garten” pflanzen Privatpersonen im öffentlichen Raum Obstbäume für deren Nachwuchs.

Der Bezirk gibt hierfür öffentliche Pflanzflächen frei, die auch für Urban Gardening im Essbaren Bezirk Pankow genutzt werden sollen. Die vorhandenen öffentlichen Obstbäume und -sträucher Pankows dürfen zudem von allen für den Eigengebrauch frei geerntet werden.

“Wir setzen auf das Engagement der Pankower Bürgerinnen und Bürger wenn es um die Bewirtschaftung der freigegebenen Flächen geht. Zudem kann damit die Eigenverantwortung des Einzelnen für den öffentlichen Raum wieder gestärkt werden“, sagt Jens-Holger Kirchner (Bü90/Die Grünen), Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bürgerdienste und gibt damit den Startschuss für den Essbaren Bezirk Pankow.

“Mundraub ist unser Partner bei der Umsetzung dieses Vorhabens”, ergänzt Kirchner. Das Projekt soll als Blaupause für weitere Baumpflanzaktionen im ganzen Land dienen. Mundraub sieht sich als Schrittmacher bei der Entwicklung von essbaren Städten und Landschaften. Mit diesem Anspruch unterstützt die vielfach ausgezeichnete, gemeinnützige Organisation Kommunen und Landkreise dabei, ihren Bürgerinnen und Bürgern die Augen für ihre Umwelt zu öffnen sowie Identifikation mit und Verantwortung für diese zu stärken. “Durch Mundraub werden Menschen selbstwirksamer und damit auch glücklicher”, weiß Mundraub-Gründer Kai Gildhorn.

“Ein erfüllter Generationenvertrag (eine Generation pflanzt, drei Generationen ernten) schafft Gemeinschaft und sichert Obstbäume in der Kulturlandschaft des 21. Jahrhunderts. Damit sich auch unsere Kinder und deren Enkel noch an der Fülle regionalen, frei zugänglichen Obstes erfreuen können“, erklärt der junge Vater Gildhorn.

Die BVV Pankow ersuchte das Bezirksamt Pankow im Juli 2014, den Bezirk “essbar” zu machen. Dahinter steckt die Idee, bei Neupflanzungen von Bäumen, Sträuchern und anderen Pflanzen bewusst essbare Arten wie Obstbäume oder Beerensträucher anzulegen.

Der Bezirk hat die Plattform mundraub.org mit der Identifizierung geeigneter Flächen für Urban Gardening und der Entwicklung eines Vorkonzepts zur Umsetzung des Vorhabens betraut. Mundraub ist die größte deutschsprachige Community für alle, die essbare Landschaften entdecken und gemeinsam gestalten wollen. Auf der digitalen Mundraub-Map teilen zehntausende Menschen Fundorte von Obst im öffentlichen Raum. Sie führen gemeinsame Pflanz-, Pflege- und Ernteaktionen durch oder engagieren sich in regionalen Gruppen. So helfen sie mit, die Kulturlandschaft des 21. Jahrhunderts zu gestalten.

Obstbäume in der Barnimer Feldmark
Obstbäume in der Barnimer Feldmark – Foto: pixabay

Obstbäume sind Kulturpflanzen

Obstbäume sind Kulturpflanzen, die durch Pfropfen und Okulieren von Kultursorten auf wildwachsenden Unterlagen gezüchtet werden. Pfropfen stammt vom lateinischen propagare = fortpflanzen, okulieren von oculus = Auge. Die Kenntnisse sind schon uralt, und vor allem von Griechen und Römern entwickelt worden. Theophrast aus Lesbos (um 371-287 v. Chr.) hat die Techniken am weitesten verbreitet und wird heute als der erste bedeutende „Pomologe“ betrachtet. Nach den Kreuzzügen wurde der Obstbau auch in Mitteleuropa von Königen, Fürsten und Mönchen verbreitet.

Obstbäume werden meist planmäßig in Gärten oder Plantagen angebaut. Die traditionelle Form des Obstanbaus waren die Obstwiese, später meist Streuobstwiese genannt, die Obstallee und der Obstgarten.

Die Formen der Obstbäume (Spalier, Spindelbusch, Halb- & Hochstamm) entstehen durch eine Kombination von Pflanzenveredelung und Schnitt der Pflanzen. Die natürliche, also nicht durch Zuchtwahl kultivierte, unveredelte und ungeschnittene Form wäre meist von geringerem, insbesondere aber unregelmäßigem Ertrag sowie nicht vorhersagbarem Geschmack und nicht vorhersagbarer Qualität der Früchte. Die Gehölzpflege ist daher unerlässlich – auch um die Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten und Fruchtfäule zu verhindern.

Typische Obstbäume sind die Bäume der Rosengewächse (Kernobst: Kulturapfel, Kultur-Birne, Quitte; Steinobst: Kirschbaum), Mandelbaum (auch ein Steinobst), Walnussbaum, im weiteren Sinne der Nussfrucht auch Pistazie, Edelkastanie, einige Ölbaumgewächse (wie der Olivenbaum), die Zitrusfrüchte, oder Palmen (Dattel, die auch eine Nussfrucht ist)

Beste Pflanzzeit ist im Herbst, frostfreier Boden ist vorausgesetzt. Bei frostfreiem Wetter könnten die jungen Bäume vor dem Winterbeginn noch Wurzeln bilden und Feuchtigkeit speichern.

Um den bestmöglichen Ertrag zu erlangen ist eine stetige und sorgfältige Pflege der Bäume nötig. Ein Kernfaktor ist dabei der regelmässige richtige Schnitt.

Ein Schnitt im Sommer kann das Wachstum beruhigen der Schnitt im Winter fördert das Wachstum. Der Winterschnitt stützt auch die Fruchtbarkeit und Gesundheit des Baumes. Damit eine Wundheilung stattfindet, dürfen Obstbäume bei einer Außentemperatur unter 5 Grad nicht mehr beschnitten werden.

Um Obstbäume in geplanter Form zu halten, sollte der Obstbaumschnitt nach einem mehrjährig angelegten Konzept erfolgen, das Wachstum, Förderung von Zweigen und Ästen, und den Beschnitt in die gewünschte Richtung lenkt. Vor allem die Beschattung innerhalb der Krone solte minimiert werden, denn wo Sonnenlicht auf Holz trifft gibt es Wachstum, Blätter, Blüten und Früchte.

Obstbäumen in öffentlichen Grünanlagen benötigen daher auch Obstbaumpaten, die sich um einzelne Bäume stetig kümmern.

Weitere Informationen:

www.mundraub.org/nachwuchs

VORSCHAU: Neuauflage Februar 2017:
Michael Springer: Naturgemäßer Obstbaumschnitt – schöne und gesunde Obstbäume im Garten
Skript und VHS-Kurs zum Projekt Ökolaube – Erstauflage 1988, 2. Aufl. 2017 – 17,85 € – E-Book
Bestellung: redaktion@pankower-allgemeine-zeitung.de

Save this post as PDF

m/s