Sonntag, 22. Oktober 2017
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Olympia inklusive Gesundbrunnen

Friedrich Ludwig Jahn Stadion

/// Kommentar /// – Die Berliner Olympiabewerbung ist noch umstritten, doch Berlin muß etwas für den Erhalt seiner Sportanlagen tun. Der Jahn-Sportpark in Prenzlauer Berg ist aufgrund seiner zentralen Lage besonders attraktiv, und unterliegt schon jetzt hohen Nutzungsansprüchen.

Friedrich Ludwig Jahn Stadion
Friedrich Ludwig Jahn Stadion

Deshalb muß investiert werden, und insbesondere das Jahn-Stadion ist ein wichtiger Baustein bei allen künftigen Olympiaplanungen Berlins.

Ein zukunftssicher ausgebauter Jahn-Sportpark ergänzt die bisher in Prenzlauer Berg vorhandene Max-Schmeling-Halle und das an Landsberger Allee liegende Velodrom zu einem zentralen „Olympia-Ensemble“ in der Mitte der Metropole Berlin.

Das Jahn-Sportstadion soll auch für das künftige Finale der Frauen in der Fußball-Champions-League im Jahr 2015 hergerichtet werden.

Planungen für inklusive Sportanlagen

Auch das von der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus favorisierte Projekt einer inklusiven Sportanlage macht viel Sinn. Die nächste Olympiade wird wieder von den Paralympics begleitet, und erstmals wird vom IOK diskutiert, die Paralypics vor der eigentlichen Olympiade zu veranstalten.
Der größte Sponsor der Paralypics engagiert sich bereits in Prenzlauer Berg: Prof. Georg Näder und die Ottobock-Gruppe planen und bauen ein Kreativzentrum auf Bötzow-Berlin, mit einer gläsernen Rollstuhl-Fabrik.

Ein inklusiver Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark ist daher ein Schaufenster für die in Berlin zukünftig produzierende Gesundheits- und Rehatechnik, und für den Gesundheitsstandort Berlin.

Am heutigen 3. Dezember, dem „Welttag der Menschen mit Behinderungen“ muß daran erinnert werden, wie wichtig dieses Zukunftsprojekt für die ganze Hauptstadt ist.

Nicht nur Pankow und Prenzlauer Berg, nicht nur der Bezirk Berlin-Mitte, sondern ganz Berlin hat hier eine ganz bedeutsame Chance, sich künftig als Olympiastadt mit besonderer Ausrichtung zu präsentieren.

Olympiade mit Gesundbrunnen planen

Die wichtigste Zukunftschance Berlins ist bisher völlig außer Acht gelassen worden: es gibt eine überregionale Grünverbindung zwischen dem Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark und dem nächstgelegenen Fernbahnhof Gesundbrunnen in weniger als einen Kilometer Entfernung.
Praktisch alle überregional bedeutsamen Sportveranstaltungen, ob Frauen-Fußball-WM, Zweite Bundesliga, Leichathletik und Paralympic – alle attraktiven Veranstaltungen haben 20.000 bis 50.000 Zuschauer, die praktisch zu Fuß, oder per Rollstuhl vom Fernbahnhof Gesundbrunnen bis zum Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark gelangen können.

Auch die Max-Schmeling-Halle gewinnt durch eine derartige fuß0läufige Verbindung beachtlich an Attraktivität.

Mauerparknordfläche mit Swinemünder Brücke
Fernbahnhof Gesundbrunnen am Horizont: nur 1 km vom Friedrich-Ludwig.-Jahn-Sportpark entfernt

Flächennutzungplanung versus Bauplanung

In wenigen Tagen wird ein neuer Senator für Stadtentwicklung sein Amt antreten. Andreas Geisel (SPD) steht vor der Aufgabe, nicht nur „Wohnungsbausenator“ zu werden, sondern tatsächlich Stadtentwicklung zukunftsicher neu zu planen, weiter zu entwickeln.

Zur Zukunftsicherung gehört eine übergreifende Planung, die auf der Ebene der Flächennutzungsplanung ansetzen muß. Die Aufgabe der „Bereichsentwicklungsplanung“ und die aktuelle Orientierung an „Bezirksgrenzen“ und Bezirkszuständigkeiten hat zu einer „kleinteiligen Stückelung“ der Stadt geführt.

Aktuelle grundstücksbezogene Bauwünsche und durch Invstorenverträge strukturierte Bebauungsplanungen dürfen nicht in Berlin den Gesamtblick verstellen.
Auch die bisherige Privilegierung von „vorhabenbezogenen Bebaungsplänen im Innenbereich“ verdeckt die eigentlich notwendige Sicht auf integrierende Zukunftsplanungen.
Der neue Senator für Stadtentwicklung und Umwelt muß wieder den Gesamtblick wagen – den Blick aus der Hubschrauberperspektive nehmen, um schlummernde Zukunftschancen erkennen zu können.

Mauerpark, Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, Max-Schmeling-Halle und die notwendigen Verkehrsanbindungen, die Anbindung an den Fernbahnhof Gesundbrunnen erfordern ein Gesamtkonzept.

Auch eine harmonisierte Planung zwischen den Bezirken Mitte und Pankow (Prenzlauer Berg) ist notwendig, damit beide Bezirke ihre Stadtteile Brunnenviertel und Gleimviertel auf die künftige Olympiaplanung vorbereiten können, und in „grüne Infrastruktur“, „Verkehrsanbindungen“ und „inklusive Freianlagen“ investieren können.

Am Mauerpark ist ein Ausstieg aus der Nordbebauung unerläßlich, wenn man „Olympia inklusive Gesundbrunnen“ plant. Berlin sollte sich hier neu besinnen, und einen internationalen städtebaulichen Wettbewerb für eine „inklusive Olympiaplanung“ vorbereiten.

„Olympia inklusive Gesundbrunnen“ – das wäre nicht nur für die Paralympics eine große Inspiration, sondern der Trumpf, der Berlin zur Olympiametropole macht!

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