Mittwoch, 18. Oktober 2017
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Orkantief „Xaver“ über Berlin

Sturmtief über Berlin

Das Sturmtief “Xaver” erreichte im Laufe des nachmittags das Stadtgebiet und wehte mit Sturmböen der Windstärke 8-9 durch die Stadt. Gegen Abend schwächte sich der Sturm sogar ab. Doch der Deutsche Wetterdienst warnt davor, der Sturm werde in der Nacht nach 22 Uhr wieder stärker werden.

Sturmtief über Berlin
Sturmtief über Berlin

Berlin hat sich gut auf das Sturmtief “Xaver” vorbereitet, dennoch kam es im Laufe des Nachmittags zu vereinzelten Schäden und Zwischenfällen.

Die Berliner Feuerwehr hat über das KATWARN-System eine amtliche Unwetterwarnung herausgegeben, die aktuell noch immer lautet:

“Amtliche UNWETTERWARNUNG vor ORKANARTIGEN BÖEN vom 05.12.2013 15:00 – 05.12.2013 22:00″

Nach der Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes am Vormittag, hat die Berliner Feuerwehr nachmittags den Ausnahmezustand verkündet und 600 Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehren in Alarmbereitschaft versetzt und mehrere Wachen in der Innenstadt neu besetzt.

Zwischen 15 und 19 Uhr wurden bislang rund 50 wetterbedingte Einsätze geleistet. Dabei handelt es sich meist um lose Bauteile, wehende Planen und umgestürzte Bäume. 3 Bäume stürzten auf Häuser und Gebäude in Frohnau und Lankwitz.
In Berlin-Weißensee stürzte ein Baum um und beschädigte eine Turnhalle in der Amalienstrasse, in der gerade eine Weihnachtsfeier stattfand. Ob Personen in Gefahr waren, wurde bislang nicht gemeldet.

Vorsorglich wurde um 17:16 Uhr feuerwehrintern der Ausnahmezustand „Wetter“ ausgelöst. Dazu wurden sieben Freiwillige Feuerwehren sowie die FF-Leitstelle-Reserve mit insgesamt 65 Mitarbeitern alarmiert.

Ferner wurden sieben sog. Erkunder in den Dienst gestellt. Das sind Einsatzleiter, die bei wetterbedingten Einsatzstichworten zunächst am Ort erkunden, ob und wenn ja welche Feuerwehr-Kräfte erforderlich sind.

Meldungen über schwere Verletzungen infolge des Sturmtiefs liegen uns bislang nicht vor. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wird die Spitze des Orkans gegen 22 Uhr in Berlin erwartet.

Weitere Vorsorgemaßnahmen

Die Senatsschulverwaltung hält die Schulen bleiben grundsätzlich weiter geöffnet, stellt Eltern aber frei, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. Die Regelung soll auch für Freitag gelten, wenn das Unwetter wie vorhergesagt über den Tag des 6.12.2013 hinweg anhält.

Die Berliner Weihnachtsmärkte haben ämtlich bis gegen 17 Uhr geschlossen. Busse, U-Bahnen und S-Bahnen waren am Nachmittag zeitweise überfüllt – fuhren jedoch weitgehend planmässig.

Inzwischen deutet sich ein glimpflicher Verlauf des Unwetters Berlin bis 21 Uhr an.

Störungen Bahnverkehr

Die Deutsche Bahn hat in Schleswig-Holstein und Niedersachsen den Bahnverkehr teilweise ganz eingestellt. Auf den Ost-West-Strecken zwischen Berlin und Niedersachsen kommte zu Verspätungen und Zugausfällen.

Darüber hinaus entfallen die meisten Nachtverbindungen durch und nach Norddeutschland.

Die Deutsche Bahn hat Einschränkungen im Zugverkehr angekündigt und eine Informationsseite geschaltet, mit Informationen zum Zugverkehr, Service-Nummer und Änderungen bei der Gültigkeit vvon Fahrkarten, sowie Kulanzregelungen.
Die kostenlose Servicenummer kautet: (0 8000) 99 66 33.

Wettervorhersagen für die Nacht

Die aktuellen Warnkarten der Wetterdienste sagen weiterhin sturm- und orkanartiges Unwetter für die gesamte norddeutsche Tiefebene voraus. Der Warnlagebericht für Deutschland, ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Donnerstag, 05.12.2013, 21:00 Uhr sieht weiter anhaltends stürmisches Wetter:

„Verbreitet stürmisch, besonders im Norden und im Bergland schwerer Sturm mit Orkanböen (Unwetter). Schauer und auch einzelne Gewitter, dabei Schnee und Glätte teils bis in tiefe Lagen. Im Bergland Schneeverwehungen (Unwetter).

„Heute Nacht verlagert sich der Schwerpunkt des Sturms allmählich ostwärts. An den Küsten und im Bergland ist dabei nach wie vor mit Orkanböen, in exponierten Lagen anfangs auch mit extremen Orkanböen, im nord- und ostdeutschen Binnenland zumindest mit schweren Sturmböen, in kräftigeren Schauern vereinzelt auch mit orkanartigen Böen zu rechnen. Nach Süden und Westen hin gibt es im Flachland Sturmböen.

„Im Nordosten und Berlin muss in den Frühstunden und am Vormittag mit einer nochmaligen vorübergehenden Sturmverschärfung gerechnet werden, wobei im Binnenland orkanartige Böen, an der Küste Orkanböen, an der Ostsee an exponierten Stellen auch extreme Orkanböen auftreten können.“

Aktueller Wetterclip des Deutschen Wetterdienstes

Aktuelle Wettermeldungen gibt es auf der Facebook-Seite des Deutschen Wetterdienstes.

Artikel-Update am 6.12.2013 um 10:00 Uhr

Die Berliner Feuerwehr zieht eine erste Bilanz: „Die Folgen des Orkantiefs „Xaver“ waren in Berlin nicht so schlimm, wie befürchtet. Zwischen 15 und 23 Uhr mussten „nur“ 70 wetterbedingte Einsätze geleistet werden.“

Doch Orkan „Xaver“ hält die Berliner Feuerwehr noch immer noch in Atem, denn in der Nacht frischte der Orkan wieder auf. „Seit gestern Abend 23 Uhr bis heute früh 7 Uhr war die Feuerwehr 80 Mal wetterbedingt im Einsatz. Zwischen 7 Uhr und 10.30 Uhr wurden rund 150 wetterbedingte Einsätze geleistet, sodass sich die Einsatzzahlen infolge von „Xaver“ bislang auf rund 300 summieren,“ so die Berliner Feuerwehr.

„Sechs Freiwillige Feuerwehren und fünf Erkunder wurden zusätzlich zu dne regulären 550 regulären Einsatzkräften in den Dienst genommen. Auch bei der Feuerwehrschule wurden mehrere Löschfahrzeuge und Drehleitern mit Feuerwehrschülern und Ausbildern besetzt. Die angehenden Feuerwehrleute unterstützen die haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte und können so noch praktische Einsatzerfahrung sammeln.“

Die KATWARN-Warnmeldung wurde bis heute um 18 Uhr verlängert. Sie lautet nun:

„Amtliche UNWETTERWARNUNG vor ORKANARTIGEN BÖEN vom 05.12.2013 15:00 – 05.12.2013, 22:00 Uhr, verlängert bis 06.12.2013, 10:00 Uhr, am 06.12.2013 erneut verlängert bis 06.12.2013, 18:00 Uhr!“

In der Nacht kam es durch Schneefall und überfrierende Nässe zu einer Zunahme von Verkehrsunfällen.

Wettervorhersage für den Tag:

Der Deutsche Wetterdienst meldet um 9:29 Uhr: „Am Rande eines zum Biltikum ziehenden Sturmtiefs strömt von Nordwesten her arktische Meeresluft nach Deutschland. WIND-/STURMBÖEN: An den Küsten sowie im Bergland verbreitet Orkanböen um 120 km/h aus West bis Nordwest. Im angrenzenden Binnenland schwere Sturmböen bis 100 km/h. Im Osten Sturmböen um 85 km/h. In der Mitte sowie im Süden in den Niederungen einzelne Sturmböen um 70 km/h. GEWITTER:Einzelne Graupelgewitter.SCHNEE/-VERWEHUNGEN/GLÄTTE: In tiefen Lagen örtlich wenige Zentimeter Schnee oder Glätte durch Schneematsch und überfrorene Nässe.“

Artikel-Update am 6.12.2013 um 14:00 Uhr:

Inzwischen flaut das Orkantief in Berlin ab, stellenweise reisst die Wolkendecke auf und die Sonne ist zu sehen. Nach Sturm, Schneeregen und Glätte entspannt sich die Situation. Die befürchteten Schäden in Berlin blieben bis auf kleinere Vorfälle aus. Rund 400 Einsätze mußte die Berliner Feuerwehr fahren, meist waren es lose Bauplanen, wobei die größte mit 600 Quadratmetern am Potsdamer Platz gesichert werden mußt. Aber auch abgeknickte Antennen, lose Dachziegel eine weggewehte LKW-Plane auf der Autobahn nahe Schwanebeck mußten geborgen und gesichert werden.
Am Schloß Bellevue wurde der Weihnachtsbaum des Bundespräsidenten umgeweht. In Charlottenburg drohte eine Baugerüst umzustürzen. Der S-Bahnverkehr der Ring-Bahn war daher zeitweise eingeschränkt.

Der Ausnahmezustand bei der Feuerwehr wird beibehalten, Einsätze werden nach Dringlichkeit und Gefährdung abgearbeitet.
Die KATWARN-Meldung mit der Unwetterwarnung gilt weiter bis 18 Uhr.

Nächstes Artikel-Update: 18 Uhr

KATWARN - Warnsystem

KATWARN – Katastrophen-Warnung per E-Mail und SMS

KATWARN ist ein ergänzendes Warnsystem des Landes Berlin – in Zusammenarbeit mit Fraunhofer FOKUS und der Feuersozietät Berlin Brandenburg, das bei Unglücksfällen neben den allgemeinen Informationen der Polizei und Feuerwehren über Radio die betroffenen Bürger per SMS oder E-Mail direkt informiert. Die lokalen Warnungen werden im Gefahrenfall von den Feuerwehr- und Rettungsleitstellen ausgegeben und enthalten Kurzinformationen zur Gefahr sowie Verhaltensempfehlungen.

Anmelden bei KATWARN

Wenn Sie sich bei KATWARN mit einer Postleitzahl angemeldet haben, erhalten bei einer Gefahrenlage am angegebenen Ort automatisch eine Warnung per SMS beziehungsweise SMS und E-Mail. Die Anmeldung erfolgt einfach per SMS über die Servicenummer (01 63) 755 88 42 unter Angabe des Stichworts “KATWARN” und der Postleitzahl des Orts, für den Sie die Warnungen erhalten wollen. Die Anmeldung ist jedoch nur mit gültigen Postleitzahlen innerhalb Berlins möglich. Wünschen Sie zusätzlich eine Warnung per E-Mail, nennen Sie bitte auch Ihre E-Mail-Adresse.

Beispiel einer Anmeldung für das Postleitzahlengebiet 99999 per SMS und E-Mail:
KATWARN 99999 hans.mustermann@mail.de

Hinweis: Über diese Servicenummer können nur Kurzmitteilungen, jedoch keine Sprachanrufe entgegengenommen werden. Es entstehen Ihnen dabei neben dem üblichen SMS-Preis Ihres Mobilfunkanbieters keine weiteren Kosten. Jeweils im Abstand von etwa sechs Monaten erhalten Sie eine Testwarnung, bei der die korrekte Funktion des Warnsystems überprüft wird.

Abmelden bei KATWARN

Eine Abmeldung ist jederzeit möglich. Senden Sie eine SMS mit dem Inhalt “KATWARN aus” an die oben genannte Servicenummer. Danach erhalten Sie keine weiteren Warnungen.

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m/s