Dienstag, 12. Dezember 2017
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Pankow: ein Hotspot der Medizintechnologie

19. Wirtschaftstag in Berlin-Buch

Der 19. Pankower Wirtschaftstag hat Berlin-Buch in den Mittelpunkt gestellt und die erfolgreiche Entwicklung angemessen gewürdigt: Politik und Wirtschaft sind sich einig: „Pankow ist ein Hotspot der Medizintechnologie“ und zählt im Vergleich zu den weltweit besten Technologie- und Entwicklungszentren.

19. Wirtschaftstag in Berlin-Buch
Vortrag: Prof. Dr. med. Dr. Jeanette Schulz-Menger: Kardiovaskuläre MRT: Neueste Forschungsergebnisse für den Patienten?

Der Wirtschaftstag diente nicht nur der Selbstvergewisserung der Pankower Politik und Wirtschaft, sondern war auch ein Schaufenster für Spitzentechnologien. Im Vorfeld des neuen Berliner Master-Plans Gesundheit konnte auch aufmerksam gemacht werden, das Berlin-Buch und der Campus Berlin-Buch noch weiteren Bedarf für die Erweiterung der Infrastruktur und eine noch bessere Anbindung an das Berliner Zentrum haben.
Damit sind Politik und Stadtentwicklungspolitik gefordert, den Standortfaktor Gesundheitswirtschaft auf eine eigene Agenda zu setzen, und bei Förderung und Entwicklung zu bedenken.

Eröffnungsvortrag: Kardiovaskuläre MRT: Neueste Forschungsergebnisse für den Patienten?

In ihrem Vortrag zeigte Prof. Dr. med. Dr. Jeanette Schulz-Menger den Stand medizinischer Bildgebungsverfahren auf Basis der Magnetresonanz- bzw.Kernspin-Tomographie des Herzens auf. Frau Schulz-Menger ist Leiterin der AG Kardiale MRT und Hochschulambulanz für Kardiologie, Experimental and Clinical Research Center, einer gemeinsamen Einrichtung von Charité Universitätsmedizin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin. Ferner ist sie Leiterin Nichtinvasive Kardiologische Bildgebung, Klinik und Poliklinik für Kardiologie und Nephrologie im HELIOS Klinikum Berlin-Buch.

Die Kernspintomographie gehört zu den sogenannten nichtinvasiven Schnittbildverfahren, die Quer- bzw. Längsschnitte von Organen oder Körperregionen liefern können. Im Gegensatz zur Computertomographie arbeitet dieses Verfahren jedoch ohne Röntgenstrahlen. Die Bilder werden unter Einsatz eines starken Magnetfeldes und Radiowellen (Hochfrequenz-Impulse) erstellt. Innerhalb dieses starken Magnetfeldes werden Wasserstoffatome (Protonen) durch „Radiowellen“ angeregt, ein Signal auszusenden. Diese sogenannte Kernresonanz der Wasserstoffatome wird durch ein Empfangsgerät aufgezeichnet und dann von einem Computer in ein entsprechendes Bild umgewandelt.
Die Kernspintomographie erlaubt die Erstellung von Bildern in sämtlichen Ebenen (Quer- und Längsrichtung, gewinkelt). Die Untersuchungsmethode ist schonender für Patienten, im Ergebnis preisgünstiger – erfordert jedoch einen hohen Aufwand bei der Datenauswertung und Umrechnung in Bilder.
Inzwischen können mit der Kardiovaskulären MRT alle Formen von Herzkrankheiten, vom Infarkt bis zu Herzkranzgefäßstörungen diagnostiziert werden.

19.Wirtschaftstag in Berlin-Buch 2013
Ausstellung im Foyer des Max-Delbrück Communivation Centers

Berlin Health Week

Das Datum des 19. Wirtschaftstag auf dem Campus Berlin-Buch war gut gewählt. Mitten in der Berlin Health Week wurde ein Startpunkt gesetzt, der zeigt: der Campus Berlin Buch hat auch das Potential für eine jährliche Messe zu Gesundheitswirtschaft und Medizintechnologie, wenn man sich auf ein entsprechende übergreifendes Marketing besinnt.

Podiumsdiskussion mit Bezirksbürgermeister Matthias Köhne

„Pankow ist international aufgestellt“ – die Podiumsdiskussion auf dem 19. Pankower Wirtschaftstag brachte es auf den Punkt.
Vertreter von Spitzen-Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen diskutierten darüber zusammen mit Bezirksbürgermeister Matthias Köhne.
Insgesamt blickt man auf ein rasante und mit hoher Professionalität und Augenmaß gesteuerte Entwicklung zurück. Das Modell der Standortentwicklung sei bewährt und zukunftsfähig.

„Noch vor 20 Jahren hätten die Zeichen eher auf Abwicklung als auf Entwicklung gestanden, doch heute seien die Medizinwirtschaft und -forschung ein sehr wichtiger Faktor in Berlins bevölkerungsreichstem Bezirk“ merkte Köhne an.
Der erreichte Ist-Zustand sei gut, aber es gebe noch viel zu tun. Doch es herrscht eine „Aufbruchstimmung in Berlin-Buch“.
Die Entwicklungstendenzen sind steigend, Pankow wird weiter wachsen, und Berlin-Buch wird davon besonders profitieren, und erhebliche Bauflächen ausweisen können. In den nächsten Jahren werden nach den aktuellen Prognosen rund 60.000 Neubürgerinnen und –bürger erwartet.

19. Wirtschaftstag in Berlin-Buch 2013
Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (Bildmitte) beim Rundgang im Gespräch mit Dr. Ulrich Scheller, Geschäftsführer der BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch (links) und Dr. Uwe Möller, Geschäftsführer der emp Biotech GmbH - Foto: Michael Krause)

Verkehrsanbindung im Focus

Erkanntes Hauptproblem für die weitere Entwicklung ist die intelligente Leitung der Verkehrsströme und der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur.
Vor allem im Bereich der Autobahn und des Bahnhofs hofft man auf neue Lösungen, den Berlin-Buch ist in ganz besonderer Weise auf eine schnelle Verbindung ins Berliner Zentrum und an den künftigen Großflughafen BER angewiesen.
Im Hintergrundgespräch wurde auch mit etwas Sorge auf die geplante Entwicklung am Pankower Tor geblickt: die Prenzlauer Promenade darf sich nicht zum weiteren Nadelöhr entwickeln. Schon jetzt sorgen auf dem Weg nach Schönefeld die Bau- und Möbelmärkte in Tempelhof-Schöneberg in den Hauptverkehrszeiten für einen Verkehrstau. Ein zweiter Staubereich in Pankow-Heinersdorf würde Berlins Stadtautobahnkonzept ganz in Frage stellen.
Die Schaffung eines Regionalbahn-Haltepunktes in Berlin-Buch wäre ein vernünftiger Ausweg, um pünktliche Fahrverbindungen nach Schönefeld zu sichern.

Einigkeit auf dem Podium

Josef Zens (Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin), Dr. Mate Ivančić (HELIOS Klinikum Berlin-Buch), Dr. Andreas Eckert (Eckert & Ziegler AG) und Jan-Gerd Kühling (ETLog Health EnviroTech & Logistics GmbH) waren sich einig: Pankow ist ein bundesweit einmaliger Standort mit viel Entwicklungspotential und Platz für Neuansiedlungen.

„Mögliche Erweiterungsflächen des Campus‘ Buch haben wir bereits im Flächennutzungsplan ausgewiesen – wir warten jetzt nur noch auf Anfragen aus der Wirtschaft“, sagte Matthias Köhne.

Berlin-Buch: einzigartig für Wohnen, Wirtschaft & Wissenschaft

In Buch forschen, entwickeln, produzieren, heilen und pflegen über 6.500 Menschen aus über 70 Nationen weltweit. Life-Science-Unternehmen und Forschungseinrichtungen finden hier einzigartige Bedingungen für Synergien und wertschöpfende Vernetzung.

Kliniker und Grundlagenforscher arbeiten gemeinsam daran, Erkenntnisse aus den High-Tech-Laboren schnellstmöglich in wirksame Therapien umzusetzen. Innovationen bei bildgebenden Verfahren, die aktuelle Sprunginnovation des Oligosaccharid-Synthesizers und viele andere inzwischen weltweit bewährte Medizintechnologien haben inzwischen in Fachkreisen einen neuen Weltruf begründet.

19. Wirtschaftstag in Berlin-Buch 2013
Bürgermeister Mathias Köhne übt die Herzmassage

Standortfaktor in Berlin

Mit 41 Unternehmen sind über 50 Prozent aller Biotech-Unternehmen Berlins in Buch ansässig. Auch im Bereich Ausbildung ist der Bezirk Spitze: Etwa jeder zehnte Berliner Auszubildende in den Gesundheitsberufen absolviert seine Ausbildung in Buch. Berlin-Pankow ist mit ca. 310.000 Patienten pro Jahr nicht nur der Operationssaal Berlins, sondern auch führend in der Medizintechnologie.

„Mit dem international renommierten Wissenschaftscampus Berlin-Buch, hoch innovativen Biotechnologie- und Medizintechnikunternehmen und exzellenten Kliniken konzentriert sich im Nordosten Berlins eine starke Gesundheitswirtschaft“, sagte Dr. Ulrich Scheller, Geschäftsführer der BBB Management GmbH. So gehört das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin zu den TOP 20 der biomedizinischen Forschungseinrichtungen weltweit.

Forschungsabteilungen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, Krankenkassen, Bildungseinrichtungen sowie Unternehmen der Gesundheitswirtschaft präsentierten am 24.10.2013 im Max Delbrück Communications Center auf dem Campus Berlin-Buch ihre Produkte und Dienstleistungen. m/s

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m/s