Montag, 20. November 2017
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Pankow ist Fairtrade-Town

Fairtrade-Bezirk Pankow: Verleihung am 12.1.2016

Die Kampagne für fairen Handel vom „TransFair – Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt e.V.“ aus Köln ist sehr erfolgreich und stärkt im Markt den Handel mit nachhaltigen Produkten. Das Fairtrade-Siegel ist begehrt, schon seit 1992 wird das Siegel an fair gehandelte Produkte verliehen, wobei es unabhängige Prüfer und klare Prüfkriterien gibt. Nachdem immer mehr fair gehandelte Produkte auf dem Markt sind, wurde die Kampagne ausgeweitet. Städte die die Mindestkriterien erfüllen, dürfen sich „Fairtrade-Town“ nennen. In Deutschland gibt es inzwischen schon 392 Fairtrade-Towns.

Fairtrade-Bezirk Pankow: Verleihung am 12.1.2016
Fairtrade-Bezirk Pankow: Verleihung am 12.1.2016 – Foto: T. Schietzelt, Bezirksamt Pankow

Am 12. Januar 2016 wurde Pankow in den Schönhauser Allee Arcaden als Fairtrade-Bezirk ausgezeichnet, als 391. Fairtrade-Town.

Die Idee des Fairen Handels

Fairer Handel, das bedeutet gerechte Löhne, keine Kinderarbeit und menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Doch wer mit gutem Gewissen einkaufen will, sollte etwas genauer hinsehen. Verbraucherschützer warnten auch schon 2013 vor Etikettenschwindel, denn der Begriff „Fair“ ist ebensowenig geschützt, wie die Bezeichnung „Bio“. Erst wenn eine glaubwürdige und unabhängige Prüforganisation ein Siegel verleiht, ist die Bezeichnung im Sinne der Siegelgeber wie eine Marke geschützt.
Das Fairtrade Siegel von Transfair ist weltweit anerkannt – inzwischen entdecken auch immer mehr Handelsketten den Vorteil von glaubwürdigen Fairtrade-Siegeln, und sind inzwischen auch mit Discount- und Eigenmarken gut vertreten. Das einheitliche europäische Bio-Siegel sorgt auf dem Markt für Bioprodukte für Qualität und Transparenz der Produkte.

Kriterien für Fairtrade-Towns

Fairtrade-Towns fördern gezielt den Fairen Handel auf kommunaler Ebene und sind das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Personen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich für den Fairen Handel in ihrer Heimat stark machen. Um sich als Fairtrade-Town präsentieren zu können, mußten fünf Kriterien erfüllt werden: ein Ratsbeschluß, die Einrichtung einer Steuerungsgruppe. Ferner müssen ausreichend Fairtrade-Produkte im Sortiment von lokalen Einzelhandelsgeschäften, Floristen und Cafés und Restaurants angeboten werden. Geforderte waren jeweils mindestens zwei Produkte. Viertes Kriterium die Unterstützung durch die Zivilgesellschaft und die Verwendung von Fair-Trade-Produkten. Fünftens sollen lokale Medien über die Fair-Trade-Kampagne berichten.
Die Einwohnerzahl dient dabei als Maßstab. Ein Online-Kalkulator gab bei rund 380.000 Einwohnern für Pankow 48 lokale Geschäfte, 24 Gastronomiebetriebe, 2 Schulen/Vereine/Kirchengemeinden und 4 Medienartikel vor.

Die Zahl wurde schon mit der Bewerbung im Jahr 2013 weit übertroffen, denn neben Biomärkten und Biomarkt-Ketten führen heute auch Supermärkte Fair-Trade-Produkte. Ein Blick in den Einkaufsführer zeigt aber auch: Bioläden, Biomarktketten und Weltläden allein hätten nicht gereicht, um die Kriterien zu erfüllen. Ohne die Angebote in Supermärkten hätten Pankow den Titel kaum erreicht. Der Einkaufsführer von Berlin zeigt auch zwei klare Zentren für Fairen Handel in Pankow auf: Alt-Pankow und der Florakiez und Prenzlauer Berg machen ganz Pankow erst zur „Fairtrade-Town“.

Kampagne Fairtrade Towns
Pankow ist seit 12.1.2016 Fairtrade Town

Preisverleihung in den Schönhauser Allee Arcaden

Am 12. Januar wurde Pankow der Titel Fairtrade- Town von einem Vertreter von Transfair verliehen. Bezirksbürgermeister Matthias Köhne nahmen gemeinsam mit BVV-Vorsteher Ronald Rüdiger und zusammen mit zivilgesellschaftlichen Mitgliedern der vor zwei Jahren gegründeten Steuerungsrunde „Pankow soll Fairtrade-Town werden“ entgegen.

Damit wurde ein 2013 von der SPD Fraktion in Pankow eingereichter Antrag umgesetzt, der von der BVV beschlossen wurde. Das Bezirksamt und mehrere Vertreter des Einzelhandels haben danach in der die Steuerungsrunde die erfolgreiche Bewerbung vorbereitet. Die Bewerbung wurde auch von den anderen in der BVV vertretenen Parteien breit unterstützt.

Die feierliche Übergabe fand in Zusammenarbeit mit den Schönhauser Allee Arcaden statt.

Fairtradetown Berlin

Im Rahmen des EU-geförderten TriNet-Projektes wurde „Der Faire Einkaufsführer Berlin“ entwickelt. Dieser wird von Berliner Bezirken getragen, in denen die Kampagne Fairtrade Towns durchgeführt wird. Der Führer soll laufend weiter entwickelt werden.
Ziel ist es, auch für die Metropole Berlin den Titel „Fairtrade-Town“ zu sichern. Acht von zwölf Bezirken haben sich inzwischen auf den Weg gemacht, um eine erfolgreiche Bewerbung einzureichen. Wenn es gelingt, zwei Drittel der Bezirke oder zwei Drittel der durch diese Bezirke repräsentierten Bevölkerung einzubeziehen, kann der Titel auch der gesamten Stadt verliehen werden.

Weitere Informationen:

FAIRTRADE DEUTSCHLAND – www.fairtrade-deutschland.de

Kampagne Fairtradetowns – www.fairtrade-towns.de

Einkaufsführer Fairtradetown Berlin – www.fairtradetown.berlin

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