Samstag, 21. Oktober 2017
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Pankow soll Fairtrade-Town werden

Fair Trade Town Pankow

In Großbritannien, Australien und weiteren 22 Ländern gibt es sie bereits: die „Fairtrade-Towns“. Seit Januar 2009 können sich auch Kommunen in Deutschland um den Titel „Fairtrade-Stadt“, “Fairtrade-Kreis“ oder „Fairtrade-Gemeinde“ bewerben. Seit dem 5. Juni 2013 bewirbt sich auch Pankow um diese Kampagne für fairen weltweiten Handel.

Fair Trade Town Pankow
Fair Trade Town Pankow – LPG Biomarkt Lollwitzstr. 17 – 10405 Berlin-Prenzlauer Berg

Über 150 Fairtrade-Towns gibt es mittlerweile in Deutschland, darunter Saarbrücken, Neuss, Dortmund und Marburg. Auch Berlin bewirbt sich. Nach Charlottenburg-Wilmersdorf und Mitte soll sich nun auch der Bezirk Pankow um den Titel „Fairtrade Town“ bewerben.
Ein Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow vom 05. Juni 2013, der auf Initiative der SPD-Pankow zustande kam, wurde mit großer Mehrheit verabschiedet.

Weltladen Pankow e.G. in der Breite Strasse 39b - 13187 Berlin-Pankow
Weltladen Pankow eG – Breite Straße 39 b 13187 Berlin-Pankow

Worum geht es?

Die Kampagne „Fairtrade Towns“ wird von einer der beiden in Deutschland federführenden Organisationen in puncto fairer Handel getragen, namentlich vom „TransFair – Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der ‚Dritten Welt’ e.V.“.
Ziel der Kampagne ist es, die Verbreitung von Fairtrade-Produkten anzuregen und öffentlich sichtbar zu machen. „Bei der Kampagne steht der faire Handel nachhaltig produzierter Güter zu fairen Preisen im Zentrum. Dazu gehört aber auch, sich bewusst zu machen, wo und wie zum Beispiel Schokolade oder Kaffee hergestellt werden und wann die Jagd nach dem immer noch billigeren Produkt keinen Sinn mehr macht“, erklärte dazu die SPDBezirksverordnete Sabine Röhrbein.
Und weiter: „Kinderarbeit in Kakaoplantagen ist ein Skandal, den wir für billige Preise hinnehmen. Die Standards der Internationalen Arbeitsorganisation sind weltweit einzuhalten, auch bei der Produktion von Kleidung in Südostasien. Mit dem Beschluss, Fairtrade Town zu werden, leisten wir im Rahmen unserer Möglichkeiten einen kleinen, aber wichtigen Beitrag für gerechte Lebens- und Arbeitsbedingungen in nicht so wohlhabenden Ländern der Welt“.

Der BVV-Beschluß sieht vor, eine Steuerungsgruppe zu bilden, die sich aus VertreterInnen des Bezirksamtes, der BVV, des Einzelhandels und der Zivilgesellschaft zusammensetzt. Diese soll Aktionen rund um nachhaltig hergestellte Erzeugnisse und den fairen Handel in Pankow anregen und koordinieren.

Fünf Kriterien für die Fairtrade Town

  1. Es liegt ein Beschluss der Kommune / des Kreistages vor, dass bei allen Sitzungen der Ausschüsse und des Rates sowie im Bürgermeister-, bzw. Landratsbüro Fair Trade-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus Fairem Handel verwendet wird. Es wird die Entscheidung getroffen, als Stadt (bzw. Gemeinde/Landkreis) den Titel „Fairtrade Stadt“ (bzw. Gemeinde/Landkreis) anzustreben.
  2. Es wird eine lokale Steuerungsgruppe gebildet, die auf dem Weg zur „Fairtrade-Stadt“ (bzw. Gemeinde/Landkreis) die Aktivitäten vor Ort koordiniert.
  3. In den lokalen Einzelhandelsgeschäften werden gesiegelte Produkte aus Fairem Handel angeboten und in Cafés und Restaurants werden Fair Trade-Produkte ausgeschenkt (jeweils mindestens zwei Fair Trade-Produkte).
  4. In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen werden Fair Trade-Produkte verwendet und es werden dort Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchgeführt.
  5. Die örtlichen Medien berichten über alle Aktivitäten auf dem Weg zur „Fairtrade-Stadt“ (bzw. Gemeinde/Landkreis).

Die Kriterien sind auf den ersten Blick recht einfach, aber die Umsetzung erfordert doch einige Rechenarbeit – denn die erforderliche Zahl der Geschäfte für eine Anerkennung als „Fair-Trade-Town“ ist an die Einwohnerzahl geknüpft ((Kriterium 3).
Für 380.000 Einwohner müßten demnach 48 Einzelhandelsgeschäfte und 24 Gastronomie-Betriebe in Pankow zusammen kommen – um den Titel Fair-Trade Town zu erlangen.

Viel Arbeit für die Steuerungsgruppe und die Wirtschaftsförderung

Um den Status Ihrer Einzelhandelsgeschäfte und Gastronomiebetriebe zu ermitteln gibt es zahlreiche Möglichkeiten: So kann die Steuerungsgruppe beim Amt für Wirtschaftsförderung nach aktuellen Listen fragen.
Bereits existierende Einkaufsführer können ebenfalls nach Betrieben, die Fair Trade-Produkte verkaufen oder ausschenken, ausgewertet werden. Auch eine Zählung von Einzelhandelsgeschäften und Gastronomiebetrieben, z.B. im Rahmen einer Schulaktion, wären denkbar. Ebenso könnten Briefe direkt an die betreffenden Unternehmen, Supermärkte und Ketten geschrieben werden.

Viele Supermärkte, Handelsketten und Händler führen bereits Fair Trade-Produkte:
– 800 Weltläden bundesweit
– Bioläden, Reformhäuser, Naturkostläden
– Unabhängige Lebensmittelgeschäfte
– Warenhäuser wie Karstadt und KaDeWe
– Supermärkte wie Kaisers Tengelmann, Coop, Metro (real, Kaufhof, C&C), Rewe, toom, E-Center, Neukauf, Aktiv, Globus, Edeka, Handelshof, Hit, Kaufland, Tegut, Jibi-Märkte, Citti-Märkte, Familia-Märkte, Fegro
– Drogeriemärkte Budnikowsky und Rossmann
– Blumen Risse und Blumen 2000
– Discounter wie Lidl oder Penny-Markt

Gastronomische Betriebe, die Fair Trade-Produkte ausschenken, sind zum Beispiel Studentenwerke, Mensen Kantinen & Kaffeeautomaten (in Universitäten, Firmen oder Behörden). Auch Hotels, Hostels, Restaurants, Cafés und Bäckereien und Filialen mit Kaffeeausschank (z.B. von Tchibo, Starbucks) machen bereits mit.

Unterstützung für die FAIR-TRADE TOWN Pankow:

Alle PankowerInnen können mithelfen, damit Pankow FAIR-TRADE TOWN wird. Die PANKOWER ALLGEMEINE ZEITUNG richtet ab heute eine Rubrik „Fair Trade-Town“ im Bereich MARKT ein – und sammelt hier alle lokalen Anbieter in einer digitalen Map. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, Produkte aus dem fairen Handel und ihre Produktionskette mit ihren Erzeugern vorzustellen, und die Persönlichkeiten und Geschichten rund um Produkt und Handel vorzustellen. Gleichzeitig können sich Leserinnen und Leser der PANKOWER ALLGEMEINEN ZEITUNG mit Foto und Text zum fairen Handel bekennen und hier zeigen.


Kampagne Fairtrade Town Pankow Pankow soll Fair-Trade-Town werden!

Leseraktion: PANKOW wird Fairtrade-Town

Was ist Ihr persönlicher Fair-Trade-Favorit? Welches Produkt gehört zu Ihrem Alltag fest dazu? Welche Kontakte zu Produzenten in aller Welt haben Sie schon persönlich geknüpft? Welches Fair-Trade-Produkt möchte Sie gern auch in Pankow finden können?
Welches Fair-Trade-Geschäft, welches Café und welchen gastronomischen Betrieb soll die PANKOWER ALLGEMEINE ZEITUNG in die Map aufnehmen?

Bitte senden Sie eine formlose Mail an:
info@pankower-allgemeine-zeitung.de

Händlerservice: PANKOW wird Fairtrade-Town

Sie möchten Ihre Angebotspalette erweitern und faire Produkte ins Angebot aufnehmen? Sie suchen eine neue Geschäftsidee?
Für Einzelhändler, Unternehmensgründer und für gastronomische Betriebe hat die PANKOWER ALLGEMEINEN ZEITUNG ein Verzeichnis aller bekannten Fair-Trade-Produkte und Marken erarbeitet. In der Liste enthält alle Grundinformationen und Kontaktdaten, um mit dem Produzenten oder Großhändler in Kontakt treten zu können.
Diese Liste wird ständig aktualisiert. Gegen Zusendung einer Schutzgebühr von 25 € kann diese Liste bezogen werden.

Bitte senden Sie eine formlose Mail an:
info@pankower-allgemeine-zeitung.de

Weitere Informationen:

www.fairtrade-towns.de

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m/s