Sonntag, 17. Dezember 2017
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Pankow spielt in Teltow

Pankow - Foto: catyotto.com

Das Stadtteilfest im südlich von Berlin liegenden Teltow wird auch Besucher und Zuhörer aus dem Nordosten Berlins anlocken. Am 4. Oktober spielt Pankow erstmals wieder in diesem Jahr live in der Hauptstadtregion. Zu einer familienfreundlichen Zeit von 17.15 – 19.15 Uhr wird ein fast zweistündiges Konzert mit den besten Stücken aus mehr als 30 Jahren Bandgeschichte präsentiert. Teltow begeht sein 750-jähriges Stadtjubiläum und 25 Jahre Deutsche Einheit mit einem großen Stadtfest.

Pankow - Foto: catyotto.com
Pankow – Jürgen Ehle, Kulle Dziuk, André Herzberg, Stefan Dohanetz – Foto: catyotto.com

Teltow ist derzeit die am schnellsten wachsenden Stadt Brandenburgs. Bürgermeister Thomas Schmid setzt künftig auch auf das Zusammemspiel von Innovation und Kultur. Das 26. Teltower Stadtfest 2015 ist das bisher größte Fest seiner Art und geht über drei Tage – vom Freitag, dem 2.Oktober – bis Sonntag, 4. Oktober 2015.

Zwei Topkonzerte sind auf der Hauptbühne angesagt – und auf der S-Bahnlinie S 25 fährt diesmal der „Sonderzug von Pankow nach Teltow.“

Pankow live

Pankow wurde 1981 gegründet und entstand aus der ehemaligen Begleitband von Veronika Fischer. Die Rockband wurde zu DDR-Zeiten zu einer der bekanntesten Bands und erreichte mit ihre kritischen Stücken und ihren provozierenden Untertönen sogar bald einen die Zeiten überdauernden Kultstatus.
Die Band nannte sich vordergründig nach dem Berliner Stadtbezirk Pankow. Aber Pankow war aber auch in den 1950er Jahren ein westdeutscher Schmähbegriff für das DDR-Regime. Das in dieser zeitgeschichtlichen Phase 1988 erschienene Album “Aufruhr in den Augen” mit Texten solcher Songs wie “Langeweile (rumgerannt)” oder “Gib mir’n Zeichen” sowie der provozierende Auftritt von Pankow in westdeutschen Medien zogen Kreise bis in das ZK der SED mit Zeilen wie diese:

»Dasselbe Land zu lange gesehn‘ / Dieselbe Sprache zu lange gehört.
Zu lange gewartet, zu lange gehofft / Zu lange die alten Männer verehrt.
Ich bin rum gerannt, / Zu viel rum gerannt. / Zu viel rum gerannt. / Und ist doch nichts passiert«

Obgleich sie eigentlich damals „keine Stars“ sein wollten und bis heute auf dem Boden Pankows geblieben sind, zeigt sich auf den Konzerten ein anderes Bild. Nach über 30 Jahren Bandgeschichte, vomZwist gegen das Regime der DDR, nach großen Erwartungen und vieler leeren Illusionen suchen die anhaltend populäre Ostrocker nach wie vor die Bühnen und die Nähe zu ihren Fans. Ihre Musik ist rau, melancholisch, treibend, cool. Titel wie „Komm, Karleneken, komm“, „Aufruhr in den Augen“ oder „Doris“ sind dabei nur ein Funken ihres schöpferischen Werkes.

Der Held ihres Rockspektakels Paule Panke wurde auch als neue Kultfigur angenommen. Nach der Wende hat dies die Gründerinnen zur Namensgebung des Frauenzentrums Paula Panke e.V. inspiriert.
Pankow hat sich in wechselnden Besetzungen und vielen anderen Bandprojekten musikalisch über die wechselnden Zeiten gerettet, und hat ihre Kraft und Wirkung trotz vieler Brüche nach 25 Jahren Deutscher Einheit behalten.

KARAT: 1.8.2015 in Doberlug-Kirchhain
KARAT: 1.8.2015 in Doberlug-Kirchhain – Foto: Reinhard Baer

Karat live als Konzerthöhepunkt

Das hochkarätige Abschlußkonzert des Stadtfestes übernehmen KARAT.

Die Veranstalter freuen sich: „Stolz dürfen wir darum die Kultrocker des Ostens auf der Bühne begrüßen, um mit ihnen 25 Jahre Deutsche Einheit zu feiern. „Über Sieben Brücken“, „Schwanenkönig“, „Jede Stunde“, „Der Blaue Planet“ sind Lieder, deren Inhalte zwar einen langen Weg hinter sich zu haben scheinen, aber aktueller sind denn je. So sind sie alle über ihre sieben Brücken gegangen, flogen hoch, sprengten Ketten wie der Albatros und erlitten große Tiefschläge. Seien es die Repressalien in der DDR, oder der Tod des Sängers und Gründungsmitglieds Herbert Dreilich im Jahr 2004 und der damit einhergehende Streit um den Bandnamen.“
Die Veranstalter erinnern sich gern: „Dafür war es ihnen dank ihres Erfolges schon relativ früh möglich, in der BRD auftreten zu können und erhielten sogar als einzige Band der DDR eine Einladung zu „Wetten, dass…!“. – Und nun stehen sie hier, ungebrochen und entschlossen. Mit ihrem unlängst erschienenem Album „Seelenschiffe“ wagen die Musiker pünktlich zu ihrem 40. Bandjubiläum eine Art Neubeginn, ohne dabei eines zu verlieren: Ehrlichkeit. Es gibt kaum eine Band, die für jeden Auftritt mit viel Publikum so dankbar ist, dass selbst zu den Konzerten des Öfteren die Tränen fließen.“

Das Konzern von KARAT wird sicher ein emotionaler Höhepunkt, und das Zusammentreffen von Pankow und KARAT an einem einzigen Abend ist wohl ein guter Anlaß, sich bei freiem Eintritt auch dem erwarteten größten Gedränge auf dem Festgelände auszusetzen.

Großes Festprogramm – großes Festgelände

Auf dem Fest gibt es Live-Musik auf 2 Bühnen, der PNN-Rundbogenbühne und der gesponsorten Hauptbühne eines großen Fertighausherstellers. Es sind auch weitere Konzerthighlights für Eingeweihte angesagt, Thomas Godoj, Chris Schummert, Acht und Gil Ofarim, Michael Morgan, De Randfichten, Boerney und die Tri Tops und die Berlin-Potsdamer Band Hasenscheisse.

Das Angebot an kulinarischen Spezialitäten ist spektakulär, in der Genießergasse wird der Imbisskultur mit Austern und Garnelenspießen, besonderen Weinen, sowie Köstlichkeiten aus der ungarischen, österreichischen und italienischen Küche der Kampf angesagt!
Darüber hinaus gibt es umfangreiches Kinderprogramm mit kostenfreien-Mitmachaktionen wie die Piratenhüpfburg, der Mäuseturm, der SONY-Playstation-Truck, eine Streicheltier-Ecke und allem, was Familien mit Kindern auch mit kostenfreien Angeboten im WGT-Familiengarten Freude bereiten wird.
In der attraktive Ausstellermeile mit Händlern, Kunsthandwerkern und Promotionaktionen sowie dem Schnäppchenmarkt wird auch das vielfältige Angebot örtlicher Unternehmen gezeigt.

Die Geniessergasse - Eindrücke vom Festgelände
Die Geniessergasse – Eindrücke vom Festgelände – © Stadtteilfest Teltow / brando- Werbe- und Eventagentur

Teltower Stadtteilfest
Freitag, 2. bis Sonntag, 4. Oktober 2015
750 Jahre TELTOW – 25 Jahre Deutsche Einheit

Veranstaltungszeiten:
Freitag, 2. Oktober 2015, von 16 bis 24 Uhr
Samstag, 3. Oktober 2015, von 12 bis 24 Uhr
Sonntag, 4. Oktober 2015, von 12 bis 22 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Festgelände: Innerstädtischer Gewerbepark des Landes Brandenburg
Techno Terrain Teltow | Rheinstraße | 14513 Teltow

Weitere Informationen:

Teltow Stadtfest 2015 – Hauptseite

Programmheft (blätterbar) – Link Brando-Werbeagentur

Pankow – Band-Website

Pankow – Wikipedia mit vielen historischen Details – Link

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m/s