Sonntag, 17. Dezember 2017
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Paragon Apartments in Prenzlauer Berg

Paragon Appartments - Entwurf: Graft Architekten

Bereits im Frühjahr wurde das Projekt im Stadtplanungsausschuß vorgestellt, und traf auf viel Wohlwollen. Nun hat das Projekt auch einen Namen. Im Auftrag der „Trockland V GmbH“ errichtet die Ti-Le Group aus Berlin mit ihren geschäftsführenden Gesellschaftern Bozo-Daniel Maric und Ivica Cavar das gesamte Bauprojekt mit dem Namen „Paragon Apartments“ als Generalübernehmer.

Paragon Appartments - Entwurf: Graft Architekten
Paragon Appartments - Entwurf: Graft Architekten

Der Entwurf stammt von Graft Architekten, die das Projekt in der Genehmigungsphase von Architekt Thomas Willumeit betreuen lassen.
Die Ti-Le Group ist in Berlin langjährig bekannt und hat u.A. das EASTGATE in Berlin-Mahrzahn und den Neubau des SATURN-Marktes am Europa-Center in Berlin-Charlottenburg errichtet. In den letzten Jahren baut das Unternehmen zunehmend hochwertige Wohnprojekte in Berlin.

Umbau des ehemaligen Krankenhaus-Komplex

Das früheren Krankenhaus Prenzlauer Berg in der Danziger Straße 73-75 hat in den letzten Jahren eine etwas bewegte Geschichte als Bauruine, die unmittelbar an der städtebaulich bedeutsamem Kreuzung Danziger Straße und Prenzlauer Allee liegt.
Im Jahr 2000 wurde der Krankenhausbetrieb eingestellt. Der zum Klinikkomplex des Krankenhaus Prenzlauer Berg an der Fröbelstrasse gehörende „“örtlicher Bereich Danziger Straße“ wurde aufgrund der Zusammenfassung der Berliner Klinikstandorte im Vivantes-Konzern geschlossen.
Schon bald wurden neue Pläne für die Immobilie entwickelt, nachdem die „ORCO Germany Immobiliengesellschaft“ den Gesamtkomplex erwarb. Zunächst war eine hochwertige Senioren-Residenz geplant, die jedoch an baulichen Bedingungen, Schadstoffen, baulichen und wirtschaftlichen Unstimmigkeiten scheiterten.

Ursprunglich waren zwei Anbauten geplant – die Baugenehmigung wurde vom Bezirksamt Pankow erteilt. Tatsächlich stehen auch Teile der Rohbauten. Doch das 17 Mio. € teure Projekt wurde gestoppt.
Da die seit 2004 in Deutschland tätige ORCO Germany Immobiliengesellschaft zeitweilig selbst in Finanzierungsschwierigkeiten geriet, wurde das Grundstück verkauft.
Seit über fünf Jahren gab es nach den gescheiterten Plänen Baustillstand – und lediglich ein Bauzaun kündete von künftig geplanten Veränderungenm.

Neuer Investor – Neue Pläne mit Star-Architekten

Die Immobilie wurde von der „Trockland V GmbH“ gekauft einer Tochter der weltweit agierenden Investmentgesellschaft Trockland Management GmbH, die von Heskiel Nathaniel geführt wird, die neben Immobilien auch Schiffahrt und Filmförderung auch eine Stiftung unterhält.
Die neuen Ivestoren wollen an der städtebaulich bedeutsamen Ecke ein neues Wohnensemble bauen und den vorhandenen Gesbäudebestand dafür bedarfsgerecht umbauen. GRAFT Architekten haben den Entwurf entwickelt. Nach der ersten Projektvorstellung im Ausschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen wurde inzwischen die Baugenehmigungsplanung erstellt.

Details der Planung

Der Umbau des Krankenhaus mit seinen breiten Gängen, Fluren und Verkehrsflächen stellte eine Herausforderung für die Planer dar, weil diese für Wohnbauten nicht wirtschaftlich nutzbar sind. Es mussten daher neue Grundrisse entwickelt werden.
Die Lösung der Architekten eine Lösung: alle Flure werden zurückgebaut – nur im Erdgeschoss bleiben große Verkehrsflächen für die Gebäude-Erschließung. In den oberen Geschossen sollen Wohnungen mit 60 bis über 150 Quadratmetern entstehen.
Das alte Doch mit dem Hylotox-belasteten Holzdachstuhl wird komplett abgetragen – es ist aus heutige architektonischer Sicht überdimendioniert. Zwei neue kubisch aufgebauten Geschosse sollen die Nutzungsfläche des Daches ersetzen und attraktive Dachgeschoßwohnungen schaffen.

Die im Rohbau stehenden beiden Anbauten sollen zurückgebaut werden und für Wohnungen ausgebaut werden. Ein achtgeschossiger Neubauriegel ist an der Danziger Straße geplant und soll dem städebaulichen Ensemble ein Gesicht geben. Hier sollen auch kleine und kostengünstige Miet-Wohnungen entstehen. Ein zweiter Neubau entsteht an der Seite zum Fröbelplatz.
Im Erdgeschoß wird auch ein 700 Quadratmeter großer Bio-Markt sowie ein kleines Café entstehen.
Weiterhin ist eine Kindertagesstätte mit mindestens 80 Plätzen soll zusätzlich im Erdgeschoss entstehen. Insgesamt sollen im Gesamtprojekt ca. 219 neue Wohnungen und 2 Gewerbeeinheiten mit insgesamt mit ca.16.250 m² Wohn/Nutzfläche gebaut werden. Die Bau- und Investitionssumme beträgt voraussichtlich rund 21,4 Mio. €. Die Bauzeit wird einschließlich Rückbau (ab Juli 2013) gerechnet und soll nach 25 Monaten abgeschlossen sein.

Die hofartige Platzsituation mit der an der Ecke stehenden Bronze-Skulptur „Kinder unterm Regenschirm“ von Stefann Horotav aus dem Jahr 1967-68, soll erhalten bleiben und in eine grüne Stadtplatzsituation integriert.

Baufortschrittt

Am Bauzaun in der Danziger Strasse sind bisher nur die Namen von Baugutachtern und ein Folientransparent mit der Aufschrift „www.tile-de“ zu sehen. Auch äußerlich ist nicht viel von Bauaktivitäten zu sehen. Doch im Innern der Gebäude des ehemaligen Krankenhausgebäudes wird gebaut, abgerissen und entkernt.
Bisher gibt es auch nur eine abrißgenehmigung – und der Bauantrag wird erst im September 2013 genehmigungsfähig vorliegen. Die Architekten arbeiten mit Hochdruck an dem Projekt – denn nach Plänen des Investors soll noch 2013 eine Baugenehmigung erreicht werden.

Im Ausschuss für Stadtentwicklung stieß das Projekt im Frühjahr auf verhaltene bis wohlwollende Zustimmung. Stadtrat für Stadtentwicklung Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Grüne) sieht das Projekt positiv, weil der Investor „bereit sei, sich in die geplante Entwicklung des gesamten Areals einzufügen“.

Auch die Bereitschatt, mit kleinen und bezahlbaren Wohnungen eine Bedarfslücke zu füllen, und gleichzeitig soziale Infrastruktur und Grünflächen zu integrieren ist ein „sozialer Pluspunkt“.

Das Bauvorhaben hat deshalb große Chancen, noch im Herbt 2013 eine Zustimmung der BVV zur Baugenehmigung zu bekommen.

Wegweisende Architektursprache

Mit dem Entwurf von Graft Architekten wird auch eine zukunftsweisende Architektursprache präsentiert, die den bisherigen „postmodern-weißen“ Bautypologien für Luxusappartments – wie in der Winsstrasse, Kollwitzstrasse oder dem Prenzlauer Bogen – eine dem 21. Jahrhundert angemessene innovative Alternative entgegensetzt.

Die von Graft Architekten entwickelte moderne Architektur setzt sich aus appartmentweise gestaffelten Kubaturen zusammen, die an den großen Fensterfronten Pufferzonen für Lärm und Klima integriert, ohne die Bewohner im Innenraum einzuschränken.

Damit ensteht hier auch eine neue Variation nachhaltigen Bauens, das weniger auf Vollwärmeschutz als auf Passivhaustechnologien setzt.

Die auf Ertragsmaximierung ausgelegte postmoderne „Luxus- und Kapitalanleger-Architektur“ der letzten Jahre sieht gegenüber dem Entwurf von GRAFT plötzlich „alt“ aus – und wird in Investorenkreisen sicher eine Debatte um eine „bessere Architektur“ auslösen.

Paragon Appartments – der Name ist zugleich ein Anspruch: „Vorbild“ – und vielleicht Vorbote für eine neue Architektur.

Schon jetzt ist erkennbar: hier entsteht ein stadtbildprägendes zukunftsweisendes Projekt, das auch das Image des gesamten Quartiers mit bestimmen wird, und der „Creative City“ neuen Glanz verleiht.

Weitere Informationen:

Paragon Apartments
Danziger Straße 73-77
10405 Berlin-Prenzlauer Berg

www.trockland.com
www.ti-le.de

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m/s