Donnerstag, 24. August 2017
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Pflege-Wegweiser mit 13.000 Pflegeheimen

Wohnen im Alter: Pflegeheim

Am 1. Januar 2016 ist das Zweite Gesetz zur Stärkung der pflegerischen Versorgung in Kraft getreten. Ein Jahr später, am 1. Januar 2017 wird auch ein neue Begutachtungsverfahren und die Umstellung von Pflegestufe auf Pflegegrad umgesetzt. Die Umstellung von bisherigen drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade erlaubt eine größere Differenzierung der Pflegebedürftigkeit und der erforderlichen Versorgung. Diese Reform hilft auch, den Blick auf bisherige Mißstände im Bereich der Pflege zu lenken.
Ein neuer Pflegewegweiser hilft, die beste Möglichkeit zum Wohnen im Pflegeheim zu finden.

Wohnen im Alter: Pflegeheim
Wohnen im Alter im Pflegeheim: 60% aller Pflegeheime weisen derzeit Mängel auf

Die medizinischen Dienste der Krankenkassen bewerten seit über 7 Jahren die Qualotät von Pflegeheimen. „Die offiziellen Noten für Pflegeheime sind erfreulich – fast alle haben eine Eins. Doch eine Untersuchung offenbart das erschreckende Gegenteil. 60 Prozent aller Einrichtungen fallen negativ auf.“

Ein aktueller Beitrag offenbart erschreckende Wahrheiten über den Zustand der Pflege:

Wirtschaft | Martyrium im Alter
Die erschreckende Wahrheit über unsere Pflegeheime
Anette Dowideit , Daniel Drepper, Benjamin Knödler, Vanessa Wormer | 11.6.2016 | WELT

Ein neuer Pflegewegweiser will nun mit den Bewertungsproblemen aufräumen. Der zitierte CORRECTIV Pflege-Wegweiser weist Informationen zu 13.000 Pflegeheimen auf. Auf der Plattform sind Daten und Prüfberichte zu jedem deutschen Heim zu finden.

Ein Klick auf die Hauptrubrik der Internetseite öffnet das Suchfenster im Pflegewegweiser. Nach Eingabe von Ort und Postleitzahl werden alle in der Nähe liegenden Pflegeheime angezeigt – also auch alle Pankower Pflegeheime.

Blickt man in die Datenbank, so finden sich Licht und Schatten:

Das „Heim Altenpflegeheim Haus Ruth“ in Berlin hat für seine pflegerische und medizinische Versorgung die Schulnote 1,1 erhalten. Das ist besser als der Durchschnitt aller Heime in Berlin.

Das Heim Stephanus Wohnen und Pflege Seniorenzentrum am Bürgerpark in Berlin-Pankow in Berlin hat für seine pflegerische und medizinische Versorgung die Schulnote 1,5 erhalten. Das ist schlechter als der Durchschnitt aller Heime in Berlin. in drei wichtigen Kategorien wurde nicht die volle Punktzahl erreicht.

Das Pflegeheim Haus Kaysersberg in Weißensee hat in zwei wichtigen Kategorien nicht die volle Punktzahl erhalten und erhält für seine pflegerische und medizinische Versorgung die ebenfalls unter dem Durchschnitt liegende Schulnote 1,5 erhalten.

Die Bewertungen sind natürlich nur eine Momentaufnahme, und manche Heimbetreiber haben auch schon nach der Veröffentlichung reagiert und stellen erkannte Mängel ab.

Neue Bewertungsmaßstäbe erst ab 2018 geplant

Erst im Jahr 2018 wird es neue und bessere Bewertungsstandards geben. Allerdings soll es dabei bleiben, dass sich Pflegekassen und Heime darüber einigen dürfen, wie in Zukunft geprüft und was veröffentlicht wird. Das Problem: hier gibt es eine Selbstverwaltung, die natürlich interessengeleitet ist.

Kritik übt daran Manfred Stegger, Vorsitzender der „Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA)“:

„Die Betreiber wollen natürlich nicht, dass schlechte Pflegequalität wirklich öffentlich wird und damit ihr Geschäft in Gefahr gerät.“

Die Politik will das künftig ändern. Anders als bisher sollen sich jedoch künftig Pflegekassen und Heimvertreter nicht wieder gegenseitig blockieren können. In diesem Fall wird der Patientenbeauftragte als unparteiischer Vorsitzender in der Selbstverwaltung die Interessen der Pflegebeürftigen geltend machen.

Weitere Informationen:

www.correctiv.org/recherchen/pflege/

Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen – www.biva.de

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a/m