Home > Baugeschehen > Planen Stararchitekten Herzog & de Meuron künftig für Pankow?

Planen Stararchitekten Herzog & de Meuron künftig für Pankow?

Schwebende Stadt in Moskau

Die Basler Stararchitekten Herzog & de Meuron haben zukunftsweisende städtebauliche Entwürfe veröffentlicht. In Moskau soll eine Brache mit spektakulären Bauten zum neuen Stadtzentrum werden. Die Entwürfe übertreffen in ihrem architektonischen Wagemut selbst die Elbphilharmonie in Hamburg. Der Plan: im Herzen von Moskau bauen sie ein ganzes Quartier auf Stelzen. «Waagrechte Hochhäuser» nennen sie die bis zu zehngeschossigen Block-Bauten auf 35 Meter hohen Stelzen. Am letzten Mittwoch wurde das Projekt in Moskau erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Die neuen Wohnbauten überbauen eine alte Industriebrache – ein Stück Stadt wird in die Luft gehoben», so die Architekten. Rund 100.000 Quadratmeter neue Wohnflächen schweben in den Plänen der Architekten auf filigranen Stelzen 35 Meter über dem Boden. Herzog & de Meuron sprechen von einem «radikal anderen urbanistischen Ansatz in einer Stadt, die Tabula-Rasa-Konzepte traditionell bevorzugt».

Die Stararchitekten haben viele möglichen Gebäudetypen entlang des Flussufers ausprobiert, aber alles fühlte sich falsch an, so die Architekten. Am Boden hätte jede neue Struktur das Areal zerteilt und die Grünflächen minimiert. «Also begannen wir alles in die Luft zu heben.»

Erste Reaktionen: Stelzenarchitektur auch für Pankow?

In der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen lösten die Moskauer Entwürfe von Herzog & de Meuron hektische Aktivitäten aus. Schnell wwar den Fachleuten um Bausenatorin Katrin Lompscher klar geworden, dass hier zwei Basler Stararchitekten die Lösung für zwei der größten Pankower Bauprojekte vorgelegt haben. Die Baubauung des gro0en Entwicklungsvorhabens Pankower Tor kann städtebaulich elegant gelöst werden.
Hier droht bisher das Scheitern aller Pläne des Investors KGG, der noch immer alternativlos die letzte Kaltluft- und Klimaschneise in Pankow bebauen will.

1500 Wohnungen auf Stelzen und zwei Möbelmärkte, aufgestelzt über Tiefgaragen – das wäre eine Möglichkeit, um alle Flächenansprüche zu erfüllen. Auch eine auf Stelzen hochgelegte „Sharing-Space-Zone“ für Fahrräder und leichte eMobile zwischen S-Bahnhof-Pankow und S-Bahnhof-Heinersdorf wäre möglich.

Die Klimaschneise und Grünzone kann weitgehend erhalten werden. Das Aufstelzen der Möbelmärkte verbessert zugleich den Modal-Split zwischen Fußgängern, Radfahrern, Autoverkehr und ÖPNV.

Wird in Pankow nach Ostern neu geplant?

Senatsbaudirektorin und Staatssekretärin Regula Lüscher kennt die beiden Stararchitekten gut, und hat schon erste Fachkollegen und das Baukollegium informiert. Noch sind es nur erste interne Überlegungen, aber nach Ostern werden städtebauliche Konflikte in Berlin mit einem ganz neuen Lösungsansatz betrachtet.

Die wichtigsten Vorteile der Moskauer Entwürfe von Herzog & de Meuron sprechen für sich:

– ein Grundstück kann zweimal bebaut werden
– zwei Grundstücksbesitzer können sich den Boden- und Erschließungspreis teilen
– Grundsteuer und Grunderwerbssteuer werden halbiert.
– die Kaltluftschneise und das Grün bleiben weitgehend erhalten.

Für Bausenatorin Katrin Lompscher kommen die Ideen der Stararchitekten gerade richtig, denn auch der städtebauliche Großkonflikt um den Bau von 10.000 Wohnungen im Projekt „Blankenburger Süden“ lässt sich mit „hochfliegenden Wohnbau-Plänen“ zukunftsweisend und „laubenpieperverträglich“ lösen!

Redaktioneller Hinweis:
Es handelte sich um einen Beitrag zum 1.April 2018!

Save this post as PDF

m/s