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Polizei: Sylvester-Bilanz

Polizeibericht 14.08.2016

01.01.2014 – Die Polizei Berlin zieht Bilanz zum Jahreswechsel

Positive Gesamtbilanz:

Eine überwiegend positive Bilanz zieht die Polizei Berlin nach den Feierlichkeiten zum Jahreswechsel. Doch gab es für die Polizei Berlin in der Silvesternacht wieder hohe Einsatzzahl.

Die Zahl der eingegangenen Notrufe lag zwischen 18 und 6 Uhr bei 4.109 (Vorjahr 4.335). Insgesamt 2.024 (1.862) Funkwageneinsätze hat die Berliner Polizei registriert.

Davon entfielen auf spezifische Einsätze zum Jahreswechsel 80 Fahrten zu Schlägereien, 35 zu Streitigkeiten, 24 zu verletzten Personen, 105 zu Sachbeschädigungen und 157 wegen unsachgemäßen Umgangs mit Pyrotechnik.

Ruhige Sylvesterparty am Brandenburger Tor

Die zentrale Silvesterparty auf der Straße des 17. Juni zwischen Platz des 18. März und Großer Stern verlief störungsfrei. Aufgrund des Besucherandrangs schloss der Veranstalter gegen 18.20 Uhr die erste Kontrollstelle nördlich des Pariser Platzes. Ab 21 Uhr mussten sukzessive weitere Kontrollstellen geschlossen werden, so dass ab 21.45 Uhr aufgrund der Auslastung kein Zugang mehr möglich war. In der Folge versuchten Gäste an verschiedenen Stellen die Umzäunung zu überwinden, um in den Veranstaltungsbereich zu gelangen. Mitarbeiter des Veranstalters in Zusammenarbeit mit der Polizei Berlin vereitelten dies.

Der Tiergartentunnel wurde 22.15 Uhr in beiden Fahrtrichtungen polizeilich gesperrt, weil sich Personen dort aufhielten. Gegen 1.30 Uhr konnten die Zufahrten wieder für den Fahrzeugverkehr geöffnet werden.

Nach Beendigung des Silvesterfeuerwerks verließen viele Besucher den Veranstaltungsraum. Zum Ende des Bühnenprogramms gegen 3 Uhr waren noch etwa 1.500 Personen auf der Festmeile, die nach und nach ebenfalls die Feier verließen. Die Polizei Berlin nahm nach letzter Zählung vom Neujahrsvormittag zwei Personen unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte vorübergehend fest. Insgesamt 1.200 Beamte waren rund um die Silvesterfeier eingesetzt.

Störungsfreie Demonstrationen

Ebenfalls störungsfrei verliefen gestern Nachmittag und in den Abendstunden zwei Demonstrationen.

Die Demo in Friedrichshain ( Motto „Silvester zum Knast“ mit etwa 170 Teilnehmer)führte von der Frankfurter Allee zur Justizvollzugsanstalt für Frauen in der Alfredstraße in Lichtenberg führte.

Ein weiterer Aufzug begann gegen 23.10 Uhr mit etwa 100 Teilnehmern in der Bartningallee in Tiergarten unter dem gleichen Motto, der zur Untersuchungshaftanstalt in Alt-Moabit führte. Die Zahl der Teilnehmer wuchs auf 450 Personen an. Einige Teilnehmer brannten Feuerwerkskörper ab. Gegen 0.30 Uhr wurde die Demonstration von dem Veranstalter beendet. Die Polizei Berlin hat insgesamt fünf Strafermittlungsverfahren unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und Sprengstoffgesetzes eingeleitet.

Messerstecherei

In der Lennéstraße in Tiergarten fand eine tätliche Auseinandersetzung mit Messern statt. Bisherigen Ermittlungen zufolge gerieten die Beteiligten gegen 22.40 Uhr in Streit, wobei drei Männer im Alter von 17, 18 und 19 Jahren durch Messerstiche schwer verletzt wurden und zu stationären Behandlungen ins Krankenhaus kamen. Alarmierte Polizisten nahmen einen Tatverdächtigen im Alter von 20 Jahren fest und überstellten ihn einem Fachkommissariat der Polizeidirektion 3.

Landfriedensbruch mit Feuerwerk und Behinderung der Feuerwehr

Gegen Mitternacht alarmierten Anwohner die Polizei in die Potsdamer Straße in Schöneberg, da aus einer Gruppe von 60 bis 80 Personen heraus vorbeifahrende Fahrzeuge mit Feuerwerkskörpern beschossen und Feuerlöscher aus den umliegenden Wohnhäusern entleert wurden. Eintreffende Einsatzwagen der Polizei wurden ebenfall mit Feuerwerkskörpern beschossen. Nach Umleitung des Fahrzeugverkehrs in der Potsdamer Straße zwischen der Bülow- und Goebenstraße konnte die Gruppe mit Unterstützung weiterer Polizisten zunächst abgedrängt werden. Nach Anzünden einer Bushaltestelle und Behinderung der Beamten der Berliner Feuerwehr bei den Löscharbeiten, wurde der Fahrzeugverkehr erneut umgeleitet werden.
Beamte des Landeskriminalamtes und der 22. Einsatzhundertschaft nahmen 12 Personen vorübergehend fest und leiteten Strafermittlungsverfahren unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Missbrauchs von Nothilfemitteln und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ein.

Randale mit Steinwürfen in Kreunberg

Gegen 0.30 Uhr bewarfen Unbekannte im Bethaniendamm einen Einsatzwagen der Polizei so massiv mit Kleinpflastersteinen, dass ein Teil der Verglasung des Fahrzeuges durchschlagen und ein Polizist leicht verletzt wurde. Insgesamt stellten die Beamten 16 Beschädigungen an dem Wagen fest. Die Täter entkamen unerkannt.
In der Oranien- Ecke Mariannenstraße in Kreuzberg bewarfen Unbekannte gegen 0.40 Uhr einen vorbeifahrenden Einsatzwagen der Polizei mit Steinen und flüchteten anschließend unerkannt. Glücklicherweise wurde die mit Sonder- und Wegerechten unterwegs gewesenen Beamten nicht verletzt.

Angriff auf Polizeifahrzeug in Prenzlauer Berg

Ein Polizeifahrzeug wurde mitten in Prenzlauer Berg mit einem Feuerwerkskörper beschossen. In der Kastanienallee Ecke Eberswalder Straße hörten Polizisten eine laute Detonation an ihrem Einsatzwagen und sahen, dass die hintere Dreiecksscheibe zerbarst und Glassplitter durch das Auto flogen. Der Wagen geriet aufgrund des Angriffs kurzfristig in den Gegenverkehr. Glücklicherweise konnte der Polizist einen Verkehrsunfall verhindern.

Knallkörper zerfetzt den Arm

Gegen 0.15 Uhr alarmierte ein Passant die Polizei in die Prenzlauer Promenade, weil sich ein 31-jähriger Mann beim Zünden eines nicht zugelassenen Knallkörpers am rechten Arm schwer verletzte hatte. Die Beamten sahen, dass dem Schwerverletzten bei dem Unglück die Hand abgerissen wurde. Die Polizisten leisteten zunächst Erste-Hilfe und übergaben ihn der Berliner Feuerwehr, die den Mann zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus brachte. Vor Ort beschlagnahmten die Beamten eine Pappkiste mit zwei nicht zugelassenen Feuerwerkskörpern.

Nicht zugelassene Böller sprengten Fenster und Gehwegplatten in Wedding

Unbekannte zündeten gegen 21.20 Uhr in der Föhrer Straße in Wedding einen Knallkörper, durch dessen Detonation mehrere Fensterscheiben von zwei Mehrfamilienhäusern beschädigt und vier Gehwegplatten abgesenkt wurden. Zeugen berichteten den alarmierten Beamten, dass eine Gruppe von etwa 10 bis 15 Personen sich kurz zuvor an einem der Wohnhäuser aufhielt, sich den Schaden anschaute und anschließend flüchtete. Die Beamten haben ein Strafermittlungsverfahren wegen Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion eingeleitet.

Starke Detonation auf Balkon in Alt Hohenschönhausen

In der Große-Leege-Straße in Alt Hohenschönhausen warfen Unbekannte einen Sprengkörper auf den Balkon einer im Hochparterre gelegenen Wohnung. Durch die Detonation wurden sämtliche auf dem Balkon liegenden Gegenstände zerstört, die verschlossenen Balkontür nach innen aufgedrückt und Trümmerteile bis zu elf Meter ins Freie und ins Wohnzimmer geschleudert. Die Mieter der Wohnung wurden nicht verletzt.

Ein Sprecher der Polizei teilte gegenüber dem RBB mit, das insgesamt 1.500 Polizeibeamte in der Sylvesternacht eingesetzt wurden.

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m/s