Montag, 23. Oktober 2017
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PR – Waste-Basket-Rate

Deleted PR

Bundesweit werden hunderte Millionen Euro für Werbung, PR, Kampagenwerbung und Politik-Werbung ausgegeben. Aus Sicht der Medienresonanzforschung ist ein großer Teil dieser Aufwendungen schlichtweg „Blindleistung“:

– Menschen schlafen vor TV-Geräten ein,
– Smartphones werden mit Adblockern ausgeliefert.
– Smombies jagen Pokémons und rennen mit gesenkten Blick an teuren Werbe-Plakaten vorbei.
– Hektische Nachrichtenfolgen verkürzen die mobil sichtbaren Timelines auf Minuten.
– News werden für ein digitales Nirwana publiziert.
– Bürgermeister legen Termine auf Orte, die keine Suchmaschinen-Optimierung betreiben.
– Krankenkassen mit Pflichtbeiträgen fragen Veröffentlichungen ohne Honorierung an.
– Künstler senden Mails mit vielen Social-Media-Links, mit „honorarpflichtig langen“ Lade- und Lesezeiten.

Viel Geld wird in die Hand genommen, um diesen Medienzirkus zu betreiben. Nur am Journalismus soll gespart werden!

Im Gesamt-System ist genug Geld. Es wird falsch eingesetzt, verschwindet in der „Waste Basket Rate!“

Ist das noch smart? Ist das „Digitalisierung“ im Sinne irgendeiner Agenda?

Deleted-PR
Marketing + PR erzeugen immer mehr Blindleistung. Wie kann die Generation Smartphone erreicht werden?

Deleted PR – die tollsten PR-Drängeleien aus unseren Mailboxen:

Die Redaktion schaut regelmässig in die Mailbox und berichtet von den Versuchen, Werbung und PR und sogar Politik als „von Jounalisten kostenlos zu bearbeitende PR“ zu verkaufen.

Heute: Mail von einer PARTEI in einem Nachbarbezirk

Eine gewisse, nicht ganz erfolglose PARTEI hat die Wahlzulassung im Nachbarbezirk Reinickendorf erhalten. Ein mir persönlich nicht ganz unbekannter Martin Sonneborn hat diese politische Gruppierung ins Leben gerufen, und sitzt sogar im Europa-Parlament. Sogar mehrjährige Wahlkampfkosten-Erstattungen sind in überaus nennenswerter Höhe geflossen. – Es besteht also „Wahlkampf-Budget-Verdacht“.

Warum sollten Journalisten ehrenamtlich für eine politische Partei schreiben? Warum sollte ein Verleger Autoren und Mindesthonorare aktivieren, um letztlich „Content-Marketing“ in einem digitalen Medium zu erzeugen?

Generation Smartphone
Generation Smartphone: „nur Stories that can break the chat with the girlfriend“ erreichen Empfänger!

Die Mail kam inoffiziell über einen „PARTEI-Aktivisten“, doch die PARTEI muss sich genau wie alle anderen Parteien dem „Smart-City-Paradoxon“ stellen – und selbst zahlen! Plattform-Gebühr! Das mobile Internet ist nicht mehr das alte bekannte werbefinanzierte Internet der Büro-Computer.

Google-Kostenlos-Ökonomie, Kostenverschiebungen zu PR-Etats, Ehrenamtspolitik – sie alle taugen nicht, und kommunale Politik und politische Sachverhalte erklärbar und kommentierbar zu machen. Auch für Adblocker können Journalisten nichts.

Wer als große Koalition eine Digitale Agenda auflegt, und die Finanzierung der freien Presse und Journalisten vergisst, muss wohl auch nicht noch ehrenamtlich in irgendeiner Weise journlistisch ernst genommen werden!

Schon für das Ansehen und Löschen einer Mail fallen mindestens kalkulatorische Kosten in Höhe von 99 Cent an. Ein Kostendeckungssatz von 29 € + MWST./Stunde ist unerläßlich.

Das entspricht genau dem Satz einer seit 20 Jahren durch einen staatlichen Sozialtetat subventionierten, konkurrierenden Zeitung in Pankow. Es ist ein Satz, der Mindestlohn und 50% Frauenquote garantiert- der nach der Preisprüfungsverordnung VOPr 30/53 nachkalkulierbar ist, und in einem EU-Wettbewerbsverfahren zur Schadensersatzbemessung taugt.

Politiker-Abo

Die Pankower Allgemeine Zeitung hat als erste Zeitung ein Politiker-Abo eingeführt, weil Politik von Vermittlung, Erklärung und Kritik lebt. „Wieso sollen Journalisten etwas ehrenamtlich über Politiker schreiben, wenn diese selbst Mindestlohn und Abgabenpflichten beschlossen haben?
Müssen Politiker nicht selbst für eine „Konnektivität“ von Regeln und Finanzierung sorgen? Vor allem: was wäre eine Politik wert, die von Dritten ehrenamtlich erklärt werden muß?
Es ist ein Lackmus-Test für die Politiker:

– wieviel ist Politikern ihre eigene Politik wert?
– wieviel digitale und wirtschaftliche Kompetenz wohnt in Politikerköpfen?
– wie ernst nehmen sie ihre eigenen Programme, Gutachten und Agenden?

Das gesamte Zeitungswesen ist in der Krise: große Zeitungen wie etwa BERLINER ZEITUNG und Süddeutsche Zeitung machen jährlich Millionenverluste, weil Verleger trotz Minus und Mindest- und Tariflohn Journalisten beschäftigen, um „Politik“ zu erklären, zu vermitteln …

Die Pankower Allgemeine Zeitung macht bei dem TITANIC-Spiel nicht mit!

„Erst die Plattform-Gebühr, dann der Journalismus – wir können nicht jedes Jahr Millionen Euro* zuschießen.“
Michael Springer

Autoren-Beiträge Willkommen!

Natürlich ist die Zeitung für Autoren-Beiträge offen, wenn die entsprechende Plattformgebühr bezahlt wird, kann sogar ein übliches Autorenhonorar ausgezahlt werden.

P.S:
Die Media-Unterlagen sind gerade erneuert worden: Link

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m/s