Montag, 11. Dezember 2017
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Projekt Wilhelmsruher Tor

Zukünftige Grundstückssituation nach Realisierung des Projekts

In der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Grünanlagen am 8. August 2013 stand das „Bauvorhaben Kopenhagener Straße in Wilhelmsruh“ als zweiter Punkt auf der Tagesordnung. Lars Lieske von NCC Deutschland stellte das neue Konzept für das Bauprojekt vor, das nun den Namen „Wilhelmsruher Tor“ trägt. Die Planungen beziehen sich auf das knapp 29.000 m² große Grundstück an der Kopenhagener Straße 96, dem heutigen Gewerbegelände der Berliner Ausbau GmbH.

Stadtrat Jens-Holger Kirchner begrüßte den neuen Projektleiter, mit dem das Vorhaben nun auf einem guten Weg ist. Der neu überarbeitete Entwurf greift die Ideen des Stadtplanungsamtes Pankow auf, an der für Wilhelmsruh herausragenden Stelle eine Blockrandbebauung zu schaffen, die einen Stadteingang für den Pankower Ortsteil bildet.

Der neue Entwurf greift zugleich die Architektursprache des gegenüber liegenden ehemaligen Umspannwerk Wilhelmsruh mit seiner charakteristischen Backsteinfassade auf. Das von Hans Hein­rich Mül­ler in den 1920 Jah­ren er­bau­te, denk­mal­ge­schütz­te Umspannwerk Wil­helms­ruh gehört zu den prägenden Bauten. Es wurde 2004-2008 vom Architekten Max Dudler zu einem Büro- und Ge­schäfts­haus umgebaut.

Das Projekt der NCC Deutschland GmbH befindet sich noch in den Detailabstimmungen, die zu einem städtebauliche Vertrag führen sollen. Erst danach soll der Bebauungsplan für das Projekt aufgestellt und in der BVV Pankow abgestimmt werden. Baubeginn ist voraussichtlich im Jahr 2015.

Derzeitige Grundstückssituation
Derzeitige Grundstückssituation

Neuer Wohnraum, Handel und Gewerbe

An der Kopenhagener Strasse soll ein repräsentatives Wohn- und Geschäftshaus entstehen – welches zugleich das gesamte Umfeld des S-Bahnhofs Wilhelmsruh belebt.

Die Planung sieht Raum für einen Supermarkt mit Vollsortiment und einen Fachmarkt vor sowie ein Wohn- und Geschäftshaus mit 387 m² Einzelhandelsfläche im Erdgeschoss. Insgesamt sind etwas mehr als 2.000 m² Gewerbefläche vorgesehen. Hinzu kommen rund 285 Autoparkplätze, die als Tiefgarage, Parkhausetagen oder als oberirdische Stellplätze umgesetzt werden sollen.

Das städtebauliche Hauptziel liegt in der Schaffung von neuem Wohnraum. Es soll ein ausgewogener Mix aus unterschiedlichen Wohnungstypen und Einfamilienhäusern entstehen.

Insgesamt sollen sieben Wohnhäusern mit 274 Wohnungen entstehen. Fast die Hälfe dieser Wohnungen (47%) werden als Zwei-Raum-Wohnungen geplant. Damit soll dem wachsenden Bedarf an Single-Haushalten entsprochen werden.

Familienfreundliche Planung

Durch das Projekt soll der Zuzug junger Familien nach Wilhelmsruh gefördert werden. 5 Einfamilienhäuser und 12 Doppelhaushälften mit angrenzender Gartenzeile sind geplant.

Ein zentrales Anliegen ist die Integration einer Kita mit 60 Betreuungsplätzen, um den Bedürfnissen junger Familien entgegen zu kommen.

Derzeit liegt hier der Anteil an Kindern unter 6 Jahren mit 0.7% unter dem Berliner Durchschnitt (Studie zur Bevölkerungsstruktur 2011, Amt für Statistik Berlin Brandenburg).

Blick auf die zukünftige Bebauung der Kopenhagener Strasse 96
Blick auf die zukünftige Bebauung der Kopenhagener Strasse 96

Flächenaufteilung

Der Großteil der Baufläche soll als reines Wohngebiet realisiert werden. Rund 2/3 sind dafür vorgesehen. Auf einem Drittel der Fläche ist eine Mischbebauung aus Wohnraum und Gewerbe angedacht. Vorgesehen sind in erster Line gewerbliche Betriebe, die dem alltäglichen Bedarf der umliegenden Haushalte decken können.

Ansicht der Kopenhagener Strasse
Ansicht der Kopenhagener Strasse

Städtebauliche Aspekte

Das Bauprojekt soll sich in städtebaulicher Hinsicht in das Gesamtbild des Ortsteils Wilhelmsruh und insbesondere die nähere Umgebung harmonisch einfügen.

In den 50er und 60er Jahren prägten die Bergmann-Borsig-Werke das Stadtbild von Wilhelmsruh. Die damals ständig steigende Anzahl der Beschäftigten im neu gegründeten Elektrizitätswerk bewirkte eine verstärkte Bautätigkeit. Es es entstanden zahlreiche fünfgeschossige Wohnhäuser an den Rändern der damaligen Besiedlung.

In den 1990er Jahren erfolgte ein weitere Bebauungsphase, in der viele Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Stadtvillen errichtet wurden. Diese staatlich gelenkte Maßnahme hatte zum Ziel die stagnierenden Bevölkerungszahlen in Wilhelmsruh zu beleben.

Das nun von NCC vorgelegte Konzept paßt sich dieser städtebaulichen Struktur in besonderer Weise an. Die Häuser des neu geplanten Wohnpark haben eine Höhe von fünf Stockwerken in modernem zurückhaltendem Design. Hinzu kommt eine Bebauungszeile am Rande des Park mit niedrigen Einfamilien- und Doppelhäusern.

Auch ökologische Aspekte sind im Bebauungsplan berücksichtigt worden. So wurde darauf geachtet, daß keine bestehenden Grünflächen auf dem Grundstück neu versiegelt werden. Für die Bebauung werden ausschließlich bereits versiegelte Gewerbeflächen genutzt.

Die heute auf dem Gelände befindliche Berliner Ausbau GmbH soll künftig auf ein anderes Gewerbegelände umziehen – und das heute bestehende viel zu große Grundstück freigeben. m/s

Weitere Informationen:

www.nccd.de

Foto- und Abbildungsnachweis:
Foto und Abbildungen wurden von der NCC GmbH zur Verfügung gestellt.

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m/s