Montag, 23. Oktober 2017
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PubTalk zum Thema „Nudging“ am 28.1.2016

Publikum beim PubTalk

Die Fans des Berliner Pub Talks in Prenzlauer Berg werden hiermit vorsichtig „angestubst“, sich den nächsten Termin vorzumerken.
Am 28. Januar 2016 findet um 19:30 Uhr der nächste Berliner Pub Talk zum Thema „Nudging“ statt. Das englische Verb „to nudge“ kann als „vorsichtig anstubsen“, „anstoßen“ oder auch als „nörgeln“ verstanden werden. Damit sorgt die Spannweite der Wortbedeutungen auch für erhebliches Reizpotential.

Publikum beim PubTalk
Publikum beim PubTalk hört gespannt zu – Foto: Andrea Tschammer

Der Begriff stammt aus der modernen Verhaltensökonomik, und wurde maßgeblich durch den Wirtschaftswissenschaftler Richard Thaler und den Rechtswissenschaftler Cass Sunstein und deren Buch Nudge: Improving Decisions About Health, Wealth, and Happiness (2008; deutscher Titel: „Nudge: Wie man kluge Entscheidungen anstößt“) ins Spiel gebracht.

Wer diskutiert?
Dr. Jana Diels, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei ConPolicy (Institut für Verbraucherpolitik)
Linda Teuteberg, Mitglied im Bundesvorstand der FDP und stellvertretende Landesvorsitzende der FDP Brandenburg
Moderation: Pascal Heymann | Einführung: Matthias Bannas

Thema Nudging
Eine dreiköpfige „Anstups“ / Nudging-Abteilung hat im Bundeskanzleramt ihre Arbeit aufgenommen. Die Bundesregierung beim „wirksamen regieren“ unterstützen, ist Anspruch und Ziel der Abteilung.

Nudging ist vielfältig. So könnte jeder als Organspender gelten, es sei denn er hat sich vorab dagegen ausgesprochen. Ein einfaches Beispiel ist Platzierung von Obst anstelle von Schokoriegeln im Kassenbereich von Kantinen. Deutlich kontroverser diskutiert werden Schockbilder auf Zigarettenpackungen, um Jugendliche vom Rauchen abzuhalten.

Was ist ein sanfter Anstupser im Sinne besserer Gesetzgebung und ab wann handelt es sich um handfeste Manipulation? Ist Nudging möglich, ohne die Freiheit der Bürger grundsätzlich in Frage zu stellen?

Statements der Diskutanten
Dr. Jana Diels: „Beim Nudging geht es nicht um Bevormundung, sondern darum, Entscheidungsumfelder zu schaffen, in denen es Menschen leichter fällt, gemäß ihren Präferenzen zu handeln. Verbraucher sollen durch Nudging zu souveränen Entscheidungen befähigt werden.“

Linda Teuteberg: „Das Kernproblem hinter Nudging lautet: Weiß die Regierung wirklich besser, was die Bevölkerung „eigentlich“ will oder geht es nicht vielmehr um einen manipulativen Eingriff in die Autonomie jedes Einzelnen? Ein paternalistisches, den Staat als Erziehungsberechtigten des Bürgers begreifendes Menschenbild lehnen wir Freien Demokraten ab.“

Worum geht’s beim Berliner Pub Talk?
Politische Diskussionsveranstaltungen kranken häufig an kleinteiligen Themen, großen Podien, langer Dauer und einer mangelhafte Einbeziehung des Publikums. Im Berliner Pub Talk werden in nur 2 x 30 Minuten große Themen auf den Punkt gebracht.

Auf dem Podium sitzen neben dem Moderator zwei Experten. Zwei weitere Sitzplätze sind frei. Der Moderator stellt zwei bis drei Fragen zum Warmwerden. Dann kommt das Publikum ins Spiel. Wer mitdiskutieren möchte, nimmt auf der Bühne Platz. Die Sitzplätze auf der Bühne können jederzeit von neuen Teilnehmern aus dem Publikum durch Abklatschen übernommen werden; fishbowl eben.

Wer steckt dahinter?
Der Berliner Pub Talk wird von Mitgliedern des Toastmaster-Clubs Berliner Redekünstler organisiert.

en passant | Schönhauser Allee 58 | 10437 Berlin Prenzlauer Berg

Anmeldung:
matthias.bannas@gmail.com | www.berlinerpubtalk.de

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