Freitag, 21. Juli 2017
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Recherchenetz: Pflege- und Betreuungskriminalität

Verzweiflung & Furcht im Alter

Ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger benötigen Schutz und sind als Kranke und Pflegebedürftige besonderen Gefahren ausgesetzt, die sich in unser „Betreuungs-Gesellschaft“ entwickeln.

Qualitätsmängel in der Altenpflege, Pflegemängel und Mangelernährung und Fehlmedikation sorgen z.B. dafür, dass viele ältere Menschen in Sorge um ihre körperliche Unversehrtheit leben müssen.

Fälle wie der eines Todkranken, der von seiner Bezirksamtsbetreuerin aus der Wohnung geklagt wird, weil diese inzwischen die Wohnung gekauft hat, sorgen für Angst, Verzweiflung und unentrinnbare Sorgen vor dem Alter. Die Berliner Morgenpost berichtet heute von diesem Fall (3.9.2016 Berliner Morgenpost).

Fälle in denen Vormundschaften und Betreungsverhältnisse mißbraucht werden, gehören zu den „Schatten-Risiken“ des Sozialstaates, die nur schwer erkennbar und beweisbar sind.

Ein neues Feld von „Pflege- und Betreuungskriminalität“ tut sich auf, das auf Gier, Regelverletzung und Verletzung ethischer Standards gründet – auch auf überzogenes Kostendenken bei Trägern.

Das Feld der „Pflege- und Betreuungskriminalität“ ist groß:

Täuschung, Betrug, Abrechnungs- und Pflegebetrug, Diebstahl, Nötigung, Entmündigung, Untreue, Amtsuntreue und Amtsmißbrauch, Körperverletzung, Körperverletzung mit Todesfolge, fahrlässige Tötung und Mord, Unterschlagung, Vermögensaneignung und Nachlass-Betrug – der Katalog der Verbrechensarten ist lang.

Anders als beim Enkeltrick, wo auf schnelle Vertrauensbildung und Überrumpelung gesetzt wird, sind die Tatmuster in der „Pflege- und Betreuungskriminalität“ auf langfristige Vertrauensbildung und vorausschauende Planung gegründet.

Vor allem wenn die Vermögensverhältnisse bekannt sind, können diese Kenntnisse ausgenutzt und Taten über lange Monate vorbereitet werden.

Doch wie können sich altere Menschen gegen diese „Schatten-Risiken“ des Sozialstaates schützen?

Prävention, Aufklärung, Vorsorge und aktiven Interventionsmöglichkeiten

Ein umfassendes Konzept aus Prävention, Aufklärung und Beratung, Vorsorge und aktiven Interventionsmöglichkeiten ist nötig, um Täterkreise und „Betreuungs-Netzwerke“ abzuschrecken. Vor allem das Geschäftsfeld der „Betreuungs- und Beratungsadoption“ wird näher beleuchtet werden, wenn etwa Wohnungsbaugesellschaften und Wohnanpassungsberatungen gemeinsame wirtschaftliche Interessen verfolgen, und Selbstbestimmungsrechte und Persönlichkeitsrechte einzuschränken versuchen.

Ziel muss es sein, Qualität in alle Betreuungsverhältnissen zu sichern, Taten schon im Vorfeld zu erschweren, oder Taten besser erkennbar zu machen und im Einzelfall auch neutrale belastbare Beweise zu sichern.

Themenschwerpunkt: Schutz und Vorsorge

Angeregt durch Einzelanfragen, wird der Themenkomplex „Pflege- und Betreuungskriminalität“ künftig redaktionell als besonderer Themenschwerpunkt behandelt und mit den Mitteln eines „Recherche-Netzwerkes“ bearbeitet.

Ein Netz vertrauenswürdiger Ansprechpartner und Autoren aus Rechtsanwälten, Ärzten, Detekteien und Pflegehelfern und Anprechpartnern in Behörden wird aufgebaut und im konkreten Einzelfall sofort eingeschaltet.

Fachinformationen und Hinweise auf geeignete unabhängige Beratungsstellen, Patientenbeauftragte, Gesetze und Hilfestellungen und Tips sollen helfen, mehr Sicherheit und vertrauensvolles und würdiges Leben im Alter zu ermöglichen.

Aus guten Gründen werden keine anonymen Hinweise (Whistleblower) bearbeitet. Eine neutrale Kontaktaufnahme mit der Redaktion sichert den Zugang zum Aufbau eines vertraulichen Gesprächskanals.

Die Redaktion wird das Thema sorgfältig und mit großen Bedacht behandeln, weil jeder Einzelfall einen großen Vertrauensschaden beim Opfer und auch bei der Allgemeinheit hinterlässt.

Vorsorge und Schutzziele lassen sich besser umsetzen, wenn Täter abgeschreckt werden und ein Vertrauensumfeld an der Prävention mitwirkt.

Weitere Informationen:

redaktion@pankower-allgemeine-zeitung.de

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m/s