Donnerstag, 18. Januar 2018
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Rettet Amazon den „Streetscooter“?

Streetscooter WORK Foto: "StreetScooter / Deutsche Post DHL Group"

/// Glosse /// – Die Deutsche Post hat der deutschen Autombilindustrie die Richtung neu aufgezeigt: mit dem in Eigenregie entwickelten Elektrotransporter „Streetscooter“ setzt der Logistikkonzern auf Elektromobilität und will künftig jährlich über 100.000 Fahrzeuge bauen lassen.

Entwickelt wurde der Streetscooter an der RWTH Aachen. Das Nutzfahrzeug wurde erstmals 2012 vorgestellt. Im Dezember 2014 hatte die Post alle Anteile der von der Uni gegründeten StreetScooter GmbH übernommen. Inzwischen fahren rund 3000 der Transporter für die Deutsche Post und sind auch immer häufiger im Berliner Stadtbild zu sehen.

Doch mit der Elektromobilität ist es nicht weit her: die Batteriekapazität der „Streetscooter“ reicht in der harten alltäglichen Zustellpraxis der DHL-Paketboten nicht aus: nur 70 Kilometer – statt 100 Kilometer – so lautet ein Zwischenfazit kritischer DHL-Fahrer, die mit ihren Fahrzeugen mitten in der Zustelltour liegen bleiben.

Mittlerweile scheint sich das Problem mit der mangelhaften Batteriekapazität zu einem echten Qualitätsproblem der DHL-Group auszuweiten, denn nach Angaben von Mitarbeitern von DHL gegenüber WELTonline gibt es Ausfallraten im zweistelligen Prozentbereich.

Mitarbeiter der Deutschen Post klagen vielfältig über den Elektro-Scooter, eine Liste der Mängel und Vorfälle kursiert intern.
Das Problem bei sinkenden Außentemperaturen: das Fahrzeug wird auch elektrisch geheizt. Die Fahrer stehen vor der schweren Entscheidung, Wärme und Reichweite kalkulieren zu müssen:

„Soll der Ventilator für ein bisschen Wärme im Auto und klare Sicht durch die Scheiben sorgen? Oder soll die Batterie geschont werden, damit die Stromladung auch noch für die Fahrt zurück zum Paketdepot reicht?“

Bleibt der Streetscooter einmal liegen, muss Hilfe vom Pannendienst geholt werden. Die Probleme mit dem Elektrofahrzeug sollen möglichst nicht öffentlich werden. Interne Papiere zu Verbesserungsvorschlägen am Fahrzeug sind Verschlusssache. Mitarbeiter, die sich öffentlich äußern, riskieren Abmahnungen.

Im Weihnachtsgeschäft häufen sich daher Zustellprobleme, es gibt ungeplante Verzögerungen in der Zustellkette. Das Konzept mit dem Ladestrom der eingesetzten Fahrzeuge aus 100 Prozent regenerativen Energien geht nicht ganz auf.

Die Deutsche Post muss nun als Logistik-Konzern einen wichtigen Teil ihrer Firmenstrategie zu den Zielen „Nachhaltigkeit und Energieeffizienz“ überprüfen und für den „Streetscooter“ eine Nachbesserung planen.

Um an den letzten harten Zustell-Tagen vor Weihnachten nicht ganz auf der Strecke zu bleiben, ist Improvisation gefragt. Per Online-Bestellung kann sich jeder DHL-Fahrer bei AMAZON Autobatterien und AMAZON Starthilfekabel für die Auslieferungs-Tour bestellen, und so seine Fahrzeug-Reichweite fast beliebig verlängern.

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m/s