Donnerstag, 19. Oktober 2017
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Risiko „Bubble Tea“

Bubble Tea

Bubble Tea
Bubble Tea

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin warnt vor dem neuen Trendgetränk Bubble Tea. Der Tee kann besonders für Kleinkindern zum Gesundheitsrisiko. Die im Bubble Tea enthaltenen Stärkekugeln können in die Atemwege gelangen und die Atmung blockieren.
Das besonders bei Jugendlichen und Kindern beliebte Trendgetränk Bubble Tea wird wird aus gesüßtem grünen oder schwarzen Tee hergestellt und wird mit Milch und Fruchtsirup versetzt. Dem bunten Getränk werden Kügelchen (Bubbles) aus Stärke zugesetzt, die mit einer süßen Flüssigkeit gefüllt sind. Getrunken wird der Bubble Tea mit einem breiten Strohhalm getrunken, durch den auch die Bubbles in den Mund gesaugt werden.
Und hier droht ernste Gefahr: das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass Bubbles dabei in die Atemwege eindringen können. „Insbesondere bei Kindern bis zum Alter von vier Jahren besteht die Gefahr, dass sie versehentlich Fremdkörper in die Lunge verschlucken“, erklärt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Und genau das kann passieren, wenn Bubbles mit einem Strohhalm eingesaugt werden.“ Nach Einschätzung des BfR sind solche Fälle klar vorhersehbar.

Die elastisch-weichen Bubbles sind etwa 10 bis 15 mm groß. Werden diese Fremdkörper in die Lunge verschluckt, spricht man von „Aspiration“. Verschiedene Faktoren begünstigen solche Aspirationsunfälle. Dazu gehört das Saugen mit einem Strohhalm, weil dabei durch den Unterdruck, der im Rachenraum entsteht, auch der Kehlkopfdeckel angehoben werden kann. Dadurch wird die beim Schlucken normalerweise verschlossene Luftröhre geöffnet und Flüssigkeiten oder Feststoffe können leicht in die Lunge gelangen. Zudem ist bekannt, dass Fremdkörper, die so groß sind wie Erdnüsse, gerade von Kindern bis zum Alter von vier Jahren besonders leicht in die Lunge verschluckt werden. Die in Bubble Tea verwendeten Kügelchen haben eine ähnliche Größe.

Das BfR fordert, dass beim Verkauf von Bubble Tea deutlich sichtbar auf dieses Gesundheitsrisiko insbesondere für Kleinkinder hingewiesen wird. Die Produktkennzeichnung ist bislang noch nicht einheitlich geregelt.

Ein Zufallsfund machte zudem bundesweit Schlagzeilen: Beim Test eines neuen Meßgerätes zum Aufspüren von Allergenen ist man ausgerechnet bei Bubble-Teas auf giftige Inhaltsstoffe gestossen.

Die Chemikalien stünden im Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen oder Allergien auszulösen, bestätigte das Institut für Hygiene und Umweltmedizin der RWTH am Mittwoch einen Bericht der „Rheinischen Post“. Die Forscher hatten neun Geschmacksrichtungen der Sirupperlen aus einer Filiale einer bundesweiten Bubble-Tea-Kette in Mönchengladbach unter die Lupe genommen. In allen Sorten fanden sie die giftigen Substanzen. In den Aromakugeln des Tees wurden Styrol, Acetophenon und bromierte Substanzen „in nicht geringer Konzentration“ entdeckt. Die stammen vermutlich aus der unsauberen Herstellung von Aromastoffen. Die betroffenen Proben stammten von einem Großhersteller aus Taiwan.
Der Zufallsfund ist nur ein Indiz – aber da es bisher keine flächendeckende Lebensmittelüberwachung für die Bubble Teas gibt, ist zumindest Vorsicht und Zurückhaltung mit dem „Dickmacher-Getränk“ geboten.

Weitere Informationen:
www.bfr.bund.de

https://www.aerzteblatt.de

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m/s