Montag, 21. August 2017
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Rock & Revolution: Podiumsdiskussion & Film

Mick Jagger 1969

Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) lädt am 27.9.2014 in die ehemalige Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg ein.

Wie verträgt sich der Drang junger Leute, sich in eigenen Subkulturen gegen die Erwachsenenwelt zu behaupten mit dem Anspruch eines sozialistischen Staates, gerade die Jugend zu staatstreuen Dienern zu erziehen? Und welche Sprengkraft hatte diese Dynamik langfristig gesehen für die DDR-Gesellschaft und die Vorboten der Friedlichen Revolution?
Dieser Frage geht die Veranstaltung Rock und Revolution nach. Anlass ist der 45. Jahrestag eines vermeintlichen Rolling Stones Konzertes auf dem Dach des Springer-Hochhauses in West-Berlin.

Das Gerücht dieses Auftritts ausgerechnet am 7. Oktober 1969, dem 20. Jahrestag der DDR-Gründung, rief die Staatsmacht auf den Plan. Weil hunderte junger Rockfans sich auf der Ostseite der Mauer versammelten, sorgten Polizei und Stasi dafür, dass viele von ihnen verhaftet und verurteilt wurden.

In den 70er und 80er Jahren schwankte die DDR-Staatsführung zwischen Akzeptanz und Ablehnung unangepasster Jugendkulturen wie der Punkszene oder Springsteen-Fans. Die Stasi hatte die Musikszene im Blick, versuchte zu steuern, sorgte für Zensur, Spitzel und Verhaftungen.

Rock und Revolution
Podiumsdiskussion und Film zu DDR-Subkultur, einem vermeintlichen Rolling Stones Konzert und der Stasi

27.09.2014, 18.30 Uhr

PROGRAMM
Einführung
Erik Kirschbaum, Journalist und Autor

Impuls-Vortrag
It’s only Rock ‘n’ Roll? Wofür steht der 7. Oktober 1969?
Der Historiker Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk (BStU) über Musik,
Jugendprotest und Widerstand in der DDR.

Zeitzeugengespräch
Gefängnis statt Rolling Stones. Die Zeitzeugen Eckart Mann,
Günter Kalies und Udo Gebhardt berichten über die Ereignisse
vom Oktober 1969.

Podiumsdiskussion
Musik und Widerstand in der DDR – Über die Verfolgung von
Subkultur in der SED-Diktatur und die Bedeutung von
„unerwünschter“ Musik für Jugendliche diskutieren:
Prof. Dr. Bernd Lindner, Kulturhistoriker und Kultursoziologe
Erik Kirschbaum, Journalist und Autor
Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk, BStU
Michael Boehlke, Zeitzeuge und Gründer des Archivs
zur Punkkultur in der DDR
Moderation: Dagmar Hovestädt, BStU

Filmvorführung
20.30 Uhr: flüstern & schreien. Ein Rockreport
DEFA-Dokumentarfilm (120 min.) des Regisseurs Dieter
Schumann von 1988 mit Einblicken in die Untergrund-
Musikszene der DDR

Der Eintritt ist frei.

Ehemalige Stasi-Zentrale, „Haus 22“ | Ruschestr. 103 | 10365 Berlin-Lichtenberg

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m/s