Mittwoch, 28. Juni 2017
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Rodungen am Mauerpark

Rodung am Mauerpark am 3.2.2014

Am nördlichen Ende des Mauerparks fuhren heute morgen ein Bagger und verschiedene Baufahrzeuge auf, es wurde begonnen die Grünfläche neben dem Spielplatz an der Kletteranlage zu roden. Wild gewachsene Bäume und Sträucher wurden mit dem Greifer „ausgerupft“ und auf einen Haufen gelagert. Aus umliegenden Wohngebieten erreichten erste Fotos die Redaktion.

Rodung am Mauerpark am 3.2.2014
Rodung am Mauerpark am 3.2.2014 – Foto: H. Funken

Neben dem Bagger arbeiten einzelne Arbeiter und zerkleinern dickere Gehölzstämme mit der Kettensäge. Der Verlauf der Arbeiten zeigt, es sind planvolle Rodungsarbeiten, die vor dem Beginn der Schutzfristen im Frühjahr durchgeführt werden.
Daneben werden auch Mauerreste und Einfriedungen abgeräumt und für die Entsorgung bereit gestellt.

Rodungsarbeiten am Mauerpark
Rodungsarbeiten am Mauerpark am 3.2.2014

Mieter und Anwohner sind alarmiert

Aus dem angrenzenden Wohnblock der DEGEWO erreichte heute um 10 Uhr ein Anruf einer besorgten Mieterin die Redaktion, und informierte über die früh am Morgen begonnenen Arbeiten.
Ein Foto vom Balkon eines Nachbarn brachte erste Hinweise über die Art der Arbeiten. Auch Heiner Funken von der Stiftung Weltbürgerpark e.V. war alarmiert worden, und sandte weitere Fotos zu.

Die zugehörige Fläche gehört zum Bezirk Berlin-Mitte und liegt in unmittelbarer Nachbarschaft des Kletterfelsens und des Spielplatzes nördlich der Jugendfarm Moritzhof.

Senatsbaustelle?

Die erste Frage, die sich stellte: „Wer hat die Arbeiten beauftragt?“ – Ralf Engelke von der Mauerpark-Allianz war vor Ort und geriet fast in Streit, weil die Bauarbeiter zuerst Auskunft verweigerten, und ihn der Baustelle verwiesen.
Auf hartnäckiges Nachfragen gab einer der Arbeiter die Sprachregelung bekannt: “ Die Arbeiten erfolgen im Auftrag des Senats!“.

Auch ein Anruf der Redaktion bei der beauftragten Firma Kanellos GmbH erbrachte auch auf mehrmaliges Nachfragen die Gleiche Sprachregelung: „Die Baustelle wurde durch den Senat beauftragt“.

Eine telefonische Anfrage im zuständigen Bezirksamt Berlin-Mitte verlief bislang ergebnislos. Der zuständige Sachbearbeiter des Tiefbau- und Landschaftsplanungsamtes ist nur per Anrufbeantworter erreichbar.

Über die tatsächlichen Auftraggeber der Rodungsaktion kann derzeit nur spekuliert werden.

Üblicherweise beauftragt in derartigen Fällen der Grundstückseigentümer Rodungsarbeiten. Konkret wäre dies die Groth-Gruppe, bzw. die als Besitzer ausgewiesene Tochtergesellschaft, die hier vor einer angekündigten Planauslegung und vor einer Baugenehmigung Tatsachen schafft.

Politik mit dem Bagger?

Die unangemeldete Aktion ist ein erneutes Zeichen, wie Interessenträger auf einer noch immer als überregionale Grünachse gesicherten Fläche „Politik mit dem Bagger“ machen, um Bebauungsinteressen durchzusetzen.

Wenn sich herausstellt, dass die Groth-Gruppe hinter der Rodungsaktion steckt, und der Senat nur vorgeschoben wird, gibt es einen Riesen-Protest der Freunde des Mauerparks. m/s

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m/s