Dienstag, 19. September 2017
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Schlafwandler auf Katastrophen-Weg

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Die gestrige TV-Talksendung mit „Günther Jauch“ war eine schwer erträgliche Veranstaltung. Der Moderator war mit dem Thema überfordert, unfähig die aufeinander losgehenden Kontrahenten Edmund Stoiber, Theodoros Paraskevopoulos und Klaus Regling durch Fragen zu bremsen. Stattdessen offener Streit, Zerrüttung – und ein an Peinlichkeit kaum zu überbietender ehemaliger bayrischer Ministerpräsident, der schon einmal Kanzlerkandidat war.

Die TV-Kritik in der heutigen FRANKFURTER ALLGEMEINE weist über den unmittelbaren Ärger hinaus, und warnt vor „Schlafwandlern“:

TV-Kritik: „Günther Jauch“ Schlafwandler auf dem Weg in die Katastrophe – FAZ 29.7.2015.

„Der Konflikt um Griechenland scheint kaum lösbar. Jauchs Sendung zeigte: Wie kurz vor dem Ersten Weltkrieg ist die Führung Europas wegen innenpolitischer und ideologischer Zwänge kompromisslos. „Schlafwandler“ nennt der britischer Historiker Clark den gefährlichen Politiker-Typus.“

Der Kommentator Frank Lübberding warnt:
„Seit Freitag Nacht sind wieder moderne „Schlafwandler“ unterwegs. Ein Kompromiss gilt als Gesichtsverlust. Die Eskalation als Ausweg aus der verfahrenen Lage, die schon lange nur noch für Überdruss sorgt. Insoweit kann niemand wissen, was an diesem Montag passiert, geschweige denn in einer Woche. Niemand sollte aber auf den großen Befreiungsschlag hoffen. Solche Kalkulationen haben noch nie funktioniert. Leider macht das gegenwärtige politische Personal keinen besseren Eindruck als das von 1914. Aber wir sind auch erst am Beginn der Krise. Wer weiß das schon? Vielleicht findet sich ja noch jemand mit ungeahnten Führungsqualitäten.“

Der Kommentator Thomas Schmoll bei N-TV geht noch mehr ins Detail, ein lesenswerter Kommentar

Alle gegen einen bei Günther Jauch | Europas Kluft verläuft durchs Gasometer | Thomas Schmoll | N-TV 27.6.2015.

Schmoll lenkt den Blick auf die ARD-Börsenexpertin Anja Kohl, und fördert ein interessantes Detail zu Tage: Syriza-Mitglied Theodoros Paraskevopoulos will die griechischen Reeder weiter schonen, und erst in acht Jahren über eine Änderung der in der Verfassung verankerten Begünstigung der Reeder reden.

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m/s