Montag, 21. August 2017
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Schluß mit lästigen Anzeigen & Trackern

AdSuckr - gibt Big-Data Zucker

Das Leseerlebnis von vielen Online-Zeitungen wird durch störende Werbung und Tracker-Dienste getrübt. Die Liste störender Effekte ist lang:

– verlängerte Ladezeiten,
– Werbevideos die ungefragt verfügbare Flatrate-Datenvolumen anknabbern,
– ungefragtes Auslesen von Browser-Daten und Systemdateien
– besonders ärgerlich: der strom- und ressourcenfressende Flash-Player, mit eigenen, schwer entfernbare Cookies
– obendrein hat der Flash-Player für viele Sicherheitslücken gesorgt
– Datenschutzbestimmungen werden ignoriert: eigentlich dürfen Tracker erst nach Opt-In verwendnet werden
– die Herausgeber von Zeitungen setzen Tracker auch ohne Zustimmung der Leser ein.
– die heimliche Datenauswertung der Tracker-Dienste liegt praktisch ohne Kontrolle im Dunklen.

Datenschutzprobleme von Trackern

Die von großen Zeitungen geschalteten Tracker werden ungefragt beim Aufruf der Internetadressen angeschaltet, obwohl es zuerst eine Datenschutzwarnung und eine Opt-Out.Möglichkeit geben müsste.

Das Geschäftsmodell der Zeitungen ist daher im Innersten Kern fragwürdig, denn es werden bis zu 130 verschiedene Tracker geschaltet – je nachdem wie tief man sich in die Seitenstruktur vorarbeitet.

Im Hintergrund entstehen unbemerkt vom Zeitungs-Leser große Datensammlungen mit Leser- und Kundenprofilen – es sind geldwerte Daten für die Werbeindustrie. Die Persönlichkeit von Zeitungslesern wird damit „lesbar“ und „interpretierbar“ – Mißbrauch ist nicht ausgeschlossen. Längst gibt es Big-Data-Anwendungen, die mit Predictive Analytics und Data Mining-Technologien alle verfügbaren Daten analysieren und echte Personenprofile zusammenlesen können.

Ziel ist es, die „nächsten Kunden“ kennen zu lernen, um sie gezielt mit Werbung in Kontakt zu bringen. Oder vollzuspammen!

Adblocker – Behelfslösung für Internetnutzer

Insbesondere Smartphone-User nutzen ihr Gerät nur mit Adblocker-Software. Oft ist die Adblocker-Software bereits vorinstalliert. In Deutschland wird vor allem AdblockPlus genutzt. Die kostenlose Software bietet viele Vorteile: sie kann Tracking, Malware-Seiten, Banner, Pop-ups und Videowerbung blockieren – arbeitet sogar auf Facebook und YouTube. Über 300 Mio. Downloads sprechen für den Erfolg von AdblockPlus.
Unaufdringliche Werbung wird nicht blockiert, um Webseiten zu unterstützen.

Zeitungsverlage gehen gegen Adblock-Plus vor

Die großen Zeitungsverlage fürchten um ihr Anzeigengeschäft, das auf Affiliate-Netzwerken und Trackern aufbaut. In mehreren Prozessen wurde gegen die Entwickler-Firma geklagt. BILD online sperrt Adblocker-Leser inzwischen ganz aus. Auch bei der Süddeutschen Zeitung wird über das Aussperren von Lesern mit Adblocker-Software nachgedacht und an technischen Lösungen gearbeitet.
Dabei bedenken die großen Verlage nicht, dass möglicherweise das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird: die Pressefreiheit benötigt auch die freie Zugänglichkeit von Zeitungen und Informationen, weil sonst das konstitutive Element der Demokratie zerfällt: die Medien-Öffentlichkeit.

Zeitungsleser fürchten um ihre Rechte und Freiheit

Die Zeitungsleser wiederum fürchten um ihre Persönlichkeitsrechte und Freiheitsrechte, denn auch Bonitäts- und Scoring-Bewertungen sind aus den Datenbeständen von Big-Data-Anwendungen „konstruierbar“. Das Schreckensszenario: Zeitungen sorgen indirekt für das Zustandekommen von Bonitätsbewertungen. Der Leser-Schwarm wird so ökonomisch gelenkt und geführt. Leser mit guter Bonität bekommen vermehrt Sonderangebote und niedrige Kreditzinsangebote. Leser mit schlechter Bonität geraten in die Gefahr einer lebenslangen Armutsspirale, weil die keine Sonderangebote und nur ungünstige Kreditangebote bekommen. Noch radikaler ist das „kundenindividuelle Pricing“, das zu echten wirtschaftlichen Diskriminierungseffekten führt.
Zeitungsleser wünschen sich daher immer mehr wirksame Gegenstrategie, die Freiheit, Bürgerrechte und soziale Marktwirtschaft verteidigen. Die zerstörerischer Wirkung von Big-Data-Technologien, die den Gleichheitsgrundsatz der Verfassung mißachten, muß aufgehalten und verhindert werden.

BigDada Projekt der Pankower Allgemeine Zeitung

Die Pankower Allgemeine Zeitung ruft ein BigDada-Projekt ins Leben, das sich in den nächsten Wochen und Monaten zu einem wichtigem Bestandteil eines „sozial-liberalen Betriebssystems“ für eine Bürgergesellschaft 5.0 entfalten wird.

Während die Bundesregierung und Informatik- und IT-Experten an immer mächtigeren Big-Data-Technologien arbeiten, und eine Digitalisierung der Gesellschaft mit staatlichen Subventionen anstreben, und aus der gesamten Gesellschaft eine „Industrie 4.0“ entwickelt wollen, geht die Pankower Allgemeine Zeitung auf eine „digitale Topologie 5.0“ zu, in der freie Bürger und freie Roboter kooperativ und auf Augenhöhe in einer sozialen Marktwirtschaft kooperieren.

Das Konzept der Pankower Allgemeine Zeitung sieht einen Verzicht auf „störende Werbung“ und „Tracker-Dienste“ vor. Öffentlichkeit und Leseröffentlichkeit werden als hohe Güter angesehen, die das Funktionieren der Demokratie sicher stellen. Ebenso wird der Trend zu immmer mehr digitaler Kontrolle und Datennutzung abgelehnt.

AdSuckr - gibt Big-Data Zucker

AdSuckr – die kommende Killer-Applikation für Big-Data-Technologien

Ein kleines Team von Open Source Programmierern hat sich an die Entwicklung eines Pflichtenheftes für eine fortgeschrittene Technologie zur Abwehr von Trackern und Big-Data-Diensten herangesetzt. In monatlichen Tagungen wird das „AdSuckr-Storybook“
mit immer neuen, verbesserten Versionen diskutiert. Die Entwickler-Gruppe kommuniziert sicher und verschlüsselt über wire.com .

Das AdSuckr-Konzept kehrt das AdBlocker-Konzept um: Zeitungen können all ihre Tracker und Werbeanzeigen ungestört an die Leser übermitteln. Die aufgerufene Startseite der Zeitung wird in einem eigenen Browserfenster, der „Browser-Sandbox“, angezeigt.

Der Clou: das AdSuckr-Plugin sorgt dafür, dass alle Schlagzeilen in einem zweiten Browser-Fenster angezeigt werden. Nach Auswahl der Schlagzeile lädt dort der Zeitungsbeitrag schnell , kann vollständig gelesen, gespeichert und archiviert – oder weiter empfohlen werden.

AdSuckr mit Persönlichkeits-Shell

In der ersten Version von AdSuckr wird auch eine Persönlichkeits-Shell mit ausgeliefert, die die Tracker-Abfragen und Cookie-Dienste intelligent verarbeitet. Den bisher üblichen Tracker-Diensten werden „varierte“ und „bearbeitete“ Cookies und Daten übergeben.
E-Mail-Adressen, Browserverlaufsdaten, Cookies, persönliche Daten und Klarnamen, alles kann in einer „Editor-Shell“ sichtbar gemacht und redaktionell verändert werden. Sogar IP-Adressen können editiert verändert und gesendet werden.

Die AdSuckr-Persönlichkeits-Shell gibt den Tracker-Diensten praktisch „Zucker“, „Daten zum Lutschen“. So entstand auch der Name für die neue Software.

Da es auf Dauer zu mühsam ist, IP-Adressen, E-Mail-Adressen, Browserverlaufsdaten, Cookies, persönliche Daten und Klarnamen immer wieder neu zu editieren, entsteht auch eine neue Produktkategorie für Software: AdSuckr als digitaler Persönlichkeits-Präservativ, der dem individuellen Nutzer in eine „schillernde BigDaDa-Persönlichkeit mit immer neuen Daten-Sätzen verwandelt.

Inzwischen wird am ersten Proof-of-Concept des AdSuckr-Plugins für Firefox gearbeitet. Für Apple iOS und Android werden eigene Versionen als freie Apps entwickelt.

Nähere Informationen:

info@pankower-allgemeine-zeitung.de – Stichwort BigDada Project

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m/s