Donnerstag, 14. Dezember 2017
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Schneller als die Realität

Tages-Spiegel-"Ei"

Die Debatte um das „Eco Mobility World Festival 2015“ im Pankower Helmholtzkiez nimmt immer kuriosere Züge an. Ist es nur eine grüne Schnapsidee? Ist es Bürgerbevormundung, wenn eine Idee für ein „Bürgerbeteiligungs-Projekt“ in eine Debatte eingebracht wird?

Greift die Idee womöglich zu weit voraus? Ist das Projekt nun abgesagt? Oder nicht? – Oder gescheitert?

Die Mediengesellschaft hat offensichtlich ganz spezielle Gesetze und Interessen. Die Art, wie ein Chefkommentator des TAGESSPIEGEL in ein Zukunftsthema eingreift, war der Redaktion auch schon einen Artikel wert.

Tatsächlich gab es in der Pankower Politik Reaktionen, für den 21. Mai 2014 ist das Thema auf der Tagesordnung der BVV.

Der SPD-Antrag 1.26 Drucksache VII-0709 trägt den Titel:
„Information und breite Zustimmung als Voraussetzung für ein erfolgreiches Eco-Mobility-Festival“ – und hat zum Ziel, die Idee und Durchführung des Festivals an eine breite Zustimmung zu knüpfen.

Die harsche erste Reaktion des Pankower Bürgermeisters Mathias Köhne (SPD) wird damit von der BVV-Fraktion korrigiert, und es wird nach einem etwas wohlwollenderen Umgang mit der Festival Idee gesucht.

Auch die Reaktion des Vorsitzenden der SPD-Abteilung Helmholtzplatz ist manchen SPD-Politikern inzwischen peinlich, weil die Partei im Helmholtzkiez sich eher in der Diaspora befindet, wenn man die Wahlergebnisse ansieht.

Das sagen die Initiatoren

Die Initiatoren der Festival-Idee hatten sich am letzten Freitag, dem 16. Mai 2014 zu Letzt mit einer ausführlichen Mitteilung gemeldet:

„Entgegen den Presseberichten hat das Bezirksamt nicht beschlossen, das Festival abzusagen. Das Festival soll in kleinerer Form und mit umfangreicher Bürgerbeteiligung geplant werden. Dies ist durch unsere Planungsszenarien abgedeckt, zumal Bürgerbeteiligung stets unser zentrales Anliegen war.

Wir verfolgen daher die Planungen weiter und diskutieren die möglichen Varianten mit den Entscheidungsträgern vor Ort und werden parallel in den nächsten Tagen mit ersten Bürgergesprächen im Kiez beginnen, ausgehend vom Bürgerbüro in der Schliemannstr. 34.

Parallel beginnen derzeit Gespräche mit anderen Kiezen und Bezirken, diese basieren auf Anfragen an uns, Herrn Kirchner oder ICLEI. Die bisher gewonnenen Partner stehen zu dem Konzept und würden einen Wechsel des veranstaltenden Bezirkes sowie eine zeitliche Verschiebung mittragen – dies würde jedoch aufgrund der notwendigen Neuplanungen den avisierten Termin Mai 2015 in Frage stellen. Unser Hauptaugenmerk gilt auch aus diesem Grunde weiterhin dem Helmholtzkiez.

Zur wirtschaftlichen Situation gab es diverse fehlleitende Meldungen, die wir hier kurz richtig stellen möchten. Die Gründung der EcoMobility Festival gGmbH wird weiterhin verfolgt, die Anmeldeprozeduren sind jedoch sehr aufwändig, um die Gemeinnützigkeit der Firma rechtlich einwandfrei umzusetzen. Die Verzögerungen haben nichts mit der aktuellen Berichterstattung zu tun. Das wirtschaftliche Risiko tragen weiterhin die beteiligten Unternehmen team red, ICLEI und The Urban Idea.“

Ein Sonntag im Mai 2014

Heute greift ein anderer Autor auf denkwürdige Weise in die Debatte ein, seit 11:08 Uhr steht der Beitrag im Netz.

E-Mobility in Berlin:
Die schwierige Suche nach der abgasfreien Zone
25.05.2014 11:08 Uhr von Thomas Loy – Link

Das falsche Datum gibt zu denken: Wenn so etwas passiert, gibt es automatisch Fragen, im Lesergehirn werden Szenarien wach:

Haben „die“ sich vertippt? Ist da etwas vor der Zeit durchgegangen? Können die etwa die Zukunft vorherkommentieren?

Ist der TAGESSPIEGEL schneller als die Realität? … und wird es etwa in der Pankower BVV am 21.Mai 2013 eine „Beerdigung zweiter Klasse“ geben? m/s

Screenshot
Datum: schneller als die Realität!

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Anmerkung der Redaktion

* Felix, qui potuit rerum cognescere causas = Glücklich, wer den Dingen auf den Grund sehen konnte.“ Vergil & Asterix

Die Idee, ein satirisches Format für die Pankower Allgemeine Zeitung zu schaffen, lag schon eine Weile in der Luft. Doch was ist heute Satire, was Realität? Die Grenzen sind fließend – und überall dort, wo sich unscharfe Konturen abzeichnen, lauern Fragen, tiefe Erkenntnisse – überraschende Antworten – manchmal auch Wortspiele.

Um etwas Bleibendes zu schaffen, sollte ein Format entwickelt werden, das einer Zeitungsente mindestens ebenbürtig ist.

Bizarres, Kurioses, läßliche Fehler, Denkfehler und Voreingenommenheiten und allzueinfache Denkmuster werden hier aufs Korn genommen. Ein Name für die Rubrik mußte her! Ein Name, der beschreibt, wenn etwas schiefgeht, wenn „ein Ei gelegt“ wird.

Die Beschleunigung des journalistischen Formate im Internet, und die journalistische Hektik in der Aufmerksamkeitsökonomie fordern unerbittlich Tribut: alltäglich droht die Gefahr, ein Ei zu legen. Das „Ei“ des Tages soll zum Thema werden!

Und so entstand die Idee für diese Rubrik: TAGES-Spiegel“Ei“ *

*Disclaimer:
Ähnlichkeiten mit lebenden Personen, Medien, aktuellen Quellen, Links und Verweisen sind nie zufällig, sondern ausgewählt!

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