Samstag, 18. November 2017
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„Schüler auf Spurensuche – DDR vor Ort“

„Schüler auf Spurensuche – DDR vor Ort“

Am 3. Juni 2016 begaben sich im Rahmen des Modellprojekts „Schüler auf Spurensuche – DDR vor Ort“ auf den Weg in die jüngere Geschichte in Pankow. Die Deutsche Gesellschaft e. V. organisiert im Rahmen des Modellprojektes mit Unterstützung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Bundeszentrale für politische Bildung kostenfreie Seminare mit Exkursion und Experten-/Zeitzeugengesprächen für Jugendliche.

„Schüler auf Spurensuche – DDR vor Ort“
Schülerinnen und Schülern des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums: „Schüler auf Spurensuche – DDR vor Ort“ am 3.6.2016 | Deutsche Gesellschaft e.V.

Das Modellprojekts will Schüler für die DDR-Geschichte und ihre Spuren sensibilisieren. So prägt etwa das „sozialistische Stadtbild“ viele ostdeutsche Städte bis in die Gegenwart. Der Sitz der ehemaligen SED-Kreisleitung befand sich im Heimatort? Eine Kaserne der Nationalen Volksarmee (NVA) lag am Rande der Stadt? Auf dem Gelände eines einst Volkseigenen Betriebes (VEB) steht heute eine moderne Industrieanlage? Besonders Jugendlichen ist oft nicht bewusst, dass ihnen Spuren der DDR täglich begegnen. Meist erscheinen die architektonischen Zeitzeugen unspektakulär, sind verlassen oder in neuer Form in das Stadtbild integriert.

Exkursion ins Pankower „Städtchen“

Am 3. Juni 2016 führte im Rahmen der zweiten Veranstaltung eine Exkursion Schülerinnen und Schülern des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums in das Pankower „Städtchen“. Der Majakowskiring und das Schloss Schönhausen wurden besuchen. In dem früheren Sperrgebiet im Norden Berlins wohnten in den 1950er Jahren streng abgeschirmt von der Umwelt viele Mitglieder der SED-Führung. Das Schloss diente zunächst als Amtssitz des Staatspräsidenten, später als Gästehaus der DDR-Regierung.

Hans-Michael Schulze, freier Publizist und Ausstellungsmacher, gab im Rahmen des Rundgangs einen Einblick in die Geschichte des Pankower „Städtchens.“

Modellprojekt: Seminar + Exkursion mit Experten-/Zeitzeugengespräch

Die Deutsche Gesellschaft e. V. möchte zu-sammen mit den Jugendlichen auf Spurensuche gehen. Sie organisiert in Berlin und in ausgewählten Orten in den neuen Bundesländern insgesamt 15 Veranstaltungen.
Der erste Teil der Veranstaltung ist als Seminar (ca. 150 Min.) konzipiert. Im Mittelpunkt stehen die Auseinandersetzung mit dem Staats- und Gesellschaftssystem und dem Machtsicherungs- und Repressionsapparat der DDR sowie die Bedeutung von historischen Orten.

„Schüler auf Spurensuche – DDR vor Ort“
Schülerinnen und Schülern des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums im Kissingenviertel: „Schüler auf Spurensuche – DDR vor Ort“ am 3.6.2016 | Deutsche Gesellschaft e.V.

Im Anschluss nehmen die Jugendlichen an einer Exkursion (ca. 90 Min.) teil, die zu ausgewählten Stätten führt, welche symbolisch für die DDR-Vergangenheit in ihrer Stadt stehen – sei es als „Ort der Repression“ (z. B. Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit, Jugendwerkhof) oder als „Ort der Alltagskultur“ (z. B. Kulturhaus, Volkseigener Betrieb). Verknüpft wird die Exkursion mit einem Gespräch mit einer/ einem ortskundigen Expertin/Experten bzw. Zeitzeugin/Zeitzeugen.

Im Nachgang der Veranstaltung sind die Jugendlichen aufgefordert, die gesammelten Eindrücke, Inhalte und Informationen kreativ aufzubereiten – mit visuellen Medien (Plakate, Bilder, Präsentationen). Die Ergebnisse können im Klassenraum oder in der Bildungseinrichtung präsentiert werden. Im Anschluss an das Projekt macht die Deutsche Gesellschaft e. V. ausgewählte Plakate usw. im hauseigenen Ausstellungsraum in Berlin der Öffentlichkeit zugänglich.

Alternativ bzw. ergänzend können die Jugendlichen in einem kurzen Text von zwei bis drei Seiten ihre Meinung zur im Seminar debattierten Frage „Historische Orte heute – Erhalt oder Abriss?“ erläutern oder die während der Veranstaltung gesammelten Ein-drücke bewerten. Der beste Beitrag kann z. B. in der Schülerzeitung, auf der schuleigenen Homepage und/oder in der Jahreschronik der Bildungseinrichtung publiziert werden.

Das Modellprojekt ist als eine sinnvolle Ergänzung des Geschichts-Unterrichts angelegt. Schüler und Lehrer können sich um eine Teilnahme bewerben (Ansprechpartnerin: Madeleine Petschke | madeleine.petschke@deutsche-gesellschaft-ev.de).

Weitere Informationen:

Deutsche Gesellschaft e. V. | www.deutsche-gesellschaft-ev.de

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a/m