Donnerstag, 24. August 2017
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Schutz vor „Antanzdiebstahl“ und anderen Tricks

Polizei warnt vor Trickdieben

Die Polizei Berlin und die Bundespolizei warnen gemeinsam vor Taschendieben, und reagieren damit auf den großen Besucherandrang zur Grünen Woche. Sie wissen aus früheren Vorkommnissen: erfahrungsgemäß bevorzugen die Taschendiebe das Gedränge zwischen den S-Bahnhöfen Messe-Nord und Messe-Süd sowie den Weg zum Messegelände, insbesondere die Fußgängerunterführungen, um an die Wertgegenstände ihrer Opfer zu gelangen. Auch in den Ausstellungshallen agieren die Taschendiebe.

Polizei warnt vor Trickdieben
Polizei warnt vor Trickdieben: Die Grüne Woche ist Hochsaison für Taschen- und Trickdiebe – Foto: Polizei-Beratung des Bundes und der Länder

Gemeinsam setzen Bundes- und Landespolizei uniformierte Beamte und Zivilfahnder an den Bahnhöfen und am Messegelände ein, um gegen Taschendiebe vorzugehen. Aber auch im gesamten Stadtgebiet gibt es verstärt Taschendiebstähle. Ein sogenannter „Antanz-Diebstahl“ glückte erst in der letzten Woche in der Schönhauser Allee. Der eine Täter wurde festgenommen, der andere verschwand mit dem Geld.

Die Polizei bittet die Besucher der Grünen Woche bereits während der An- und Abreise auf ihre Wertgegenstände und mitgeführten Sachen besonders Acht zu geben.

Polizeiliche Prävention und Beratung

Auf dem Messegelände informiert auch ein Informationsstand der Polizei Berlin zu den Möglichkeiten, sich gegen Taschendiebe zu schützen. Auch im Internet gibt es nun weiter ausgebaute Informationsangebote zur Kriminalprävention.

Besonders vorbildlich sind hier das völlig neu überarbeitete Informationsangebot der Berliner Polizei und die neuen Informationen der Bundespolizei. Berlinweit ist übrigens zentral das LKA 261 für die Bekämpfung des Taschendiebstahls zuständig. In Bahnhöfen und im nahen Umfeld ist die Bundespolizei zuständig.

Beschmutzer-Trick, Rempel-Trick, Geldwechsel-Trick…

Die bekanntesten Maschen der in Berlin aktiven Taschendiebe werden von der Polizei Berlin beschrieben und eigens in Bildern gezeigt.

– Rempeltrick
– Restaurant-Trick
– Beschmutzer-Trick
– Supermarkt-Trick
– Stadtplan -Trick
– Nachläufertrick
– und andere.

Immer wieder gelingt es den Tätern, den Bürgern und Besuchern Berlins mit flinken Fingern und einer raffinierten Arbeitsweise Bargeld, Schmuck und Scheckkarten aus Geldbörsen, Bekleidung und Taschen zu entwenden.

Meist gehen sie arbeitsteilig vor. Während ein Täter das Opfer ablenkt, nutzt der zweite Täter die Unaufmerksamkeit aus, greift zu und übergibt das erlangte Gut an eine dritte Person, die sich anschließend von dem eigentlichen Tatgeschehen entfernt.

Zahlreiche Möglichkeiten für die Begehung von Taschendiebstählen bieten sich dem Täterkreis an: überall, wo viele Menschen zusammen kommen, wo Gedränge entsteht, werden auch Taschendiebe nicht weit sein. So können Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkaufsbummel und Besuche von Veranstaltungen weniger erfreulich enden.

Schutz vor Antanz-Diebstahl, Nötigung und Raub

Die Bundespolizei gibt Tipps zur Vorbeugung, um gar nicht erst Begehrlichkeiten der Täter zu wecken, und im Fall der Fälle den Schaden minimal zu halten.

Haltestellen-Trick
Haltestellen-Trick – Foto: www.Polizei-Beratung.de

Um sich in Menschenmengen zu schützen, rät die bundesweit tätige Polizei Beratung vor allem Frauen zu Vorsicht:

1. Was sollten insbesondere Frauen beachten, die sich in einer großen Menschenmenge aufhalten?
Wer eine Gruppe – womöglich betrunkener – pöbelnder Männer beobachtet und ein ungutes Gefühl hat, macht besser einen großen Bogen um sie herum. Gerade bei Menschenansammlungen wie an Fasching sollte man darauf verstärkt achten. Am besten schützt jedoch die Gruppe. Gerade in diesen Situationen und nachts hilft es, nicht allein, sondern mit mehreren unterwegs zu sein.

2. Angetanzt und ausgeraubt – wie kann man sich davor schützen?
Idealerweise sollte man solche Situationen von vorneherein vermeiden. Dies ist bei großen Menschenansammlungen und im dichten Gedränge nicht immer möglich. Auch hier kann die Gruppe schützen. Denn Täter können bei Personen, die allein unterwegs sind, eher Beute machen.

3. Wie sollte ich mich verhalten, wenn ich mich in Bus oder Bahn bedroht fühle?
Die Situation so schnell es geht verlassen. Keinesfalls sollte man sich auf Diskussionen mit den Tätern einlassen oder sie provozieren. Wenn es irgendwie geht, sollten Frauen rasch weggehen und sich in Sicherheit begeben. Ist das nicht möglich, können sie laut um Hilfe rufen und Zeugen direkt ansprechen, z.B. „Sie da in der roten Jacke, bitte rufen Sie die Polizei.“ Das Opfer sollte die Angreifer niemals duzen, sondern siezen. Das hilft Außenstehenden zu erkennen, dass es keine private Situation ist.

4. An wen sollten Opfer sich wenden? Was hilft, um die Täter im Nachhinein zu identifizieren?
Es ist wichtig Anzeige zu erstatten, sonst können Täter gar nicht erst verfolgt und gestoppt werden. Nach traumatisierenden Situationen ist auf jeden Fall eine Opferberatungsstelle ein weiterer Anlaufpunkt, um das Geschehen verarbeiten zu können. Wenn möglich sollten sich Opfer während der Tat Auffälligkeiten am Täter merken, z.B. eine Tätowierung. Das hilft später bei der Identifizierung.

Generation Smartphone
Generation Smartphone: der Dieb lauert auch im Café

Smartphones sichern und wiederfinden

Für alle Smartphones gibt es Apps zum Orten und Wiederfinden. Vor allem bei Android-Smartphones müssen Täter aufpassen, wenn die Apps „Cerberus“ oder „Lost Android“ installiert sind. Diese können eine SMS an das Mobilfunkgerät senden und können es darüber orten und bei Bedarf löschen. Der Clou: sie können vorher sogar Fotos schießen oder Videos aufnehmen und per Mail verschicken. Diese dienen dann möglicherweise Beweismaterial, falls Diebe dingfest gemacht werden können.

Geldbörsen sichern

Wichtige Dokumente, Scheckkarten und Ausweispapiere sollten am Körper getragen werden. Innentaschen mit Reißverschluß sind eine gute Sicherung. Manche alte Jacke kann man auch in örtlichen Schneidereien „nachrüsten“ lassen. Auch der gute alte Brustbeutel ist hilfreich.

Weitere Informationen:

Polizei Berlin: Schutz vor Taschendieben – Link

Bundespolizei – Vorsicht Taschendiebstahl – Link

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m/s