Mittwoch, 23. August 2017
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Schwaben-Schelle & Genossen-Klatsche

Wolfgang Thierse - Pressefoto

Am heutigen Abend kniet Wolfgang Thierse vor der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) in Bad Dürkheim nieder, und erhält aus der Hand des Präsidenten des Narrendachverbandes Robert Wehrle die „Goldene Narrenschelle 2013“. Nicht nur die jüngsten schwabenkritischen Äußerungen zum Thema „Backwerk“ waren Anlaß für diese nicht ganz ernstgemeinte Ehrung.
Nach Auskunft von Wehrle reichen die „Torheiten“ des SPD-Politikers bis ins Jahr 2000 zurück als Thierse, damals noch im Amt des Bundestagspräsidenten, den Narren zur Fasnachtszeit den Einzug in den Bundestag verwehrt habe. Acht Jahre später sei von ihm „fernab jeglicher historisch-karnevalistischer Wurzeln“ der Karneval der Kulturen zum schönsten Fest in Berlin gekürt worden.
Der Präsident der Narrenvereinigung will die Preisverleihung als rein „satirischen Beitrag“ in einer mit wenig Humor geführten Diskussion verstanden wissen. Ziel sei es, mit zwinkerndem Auge „den Torheiten des Alltags eine Schelle zu verpassen“. Hier werde eine alte Tradition „des Rügerechts der Narren“ wiederbelebt, um gemäß der ersten Verbandssatzung von 1924 dem „deutschen Michel das Lachen beizubringen“. Wolfgang Thierse trägt die Auszeichnung mit Humor – wie er presseöffentlich verlauten liess.

Weniger spaßig ist dagegen der gestrige Abend in der Abteilungsversammlung der SPD Prenzlauer Berg für Wolfgang Thierse ausgegangen. In zwei Wahlgängen für die Delegierten der Wahlkreiskonferenz und für die Landeswahlkonferenz fiel der Bundestagsvizepräsident durch. Erst im zweiten Wahlgang zur Landeswahlkonferenz kam die notwendige Stimmenzahl für Thierse zustande.
Die Genossen-Klatsche für Wolfgang Thierse kam nicht ganz überraschend – in der SPD bereitet sich ein abrupter Generationswechsel vor. Für Wolfgang Thierse ist das besonders bitter, weil er als „sozialdemokratisches Urgestein“ nun Opfer einer „innerparteilichen Gentrifizierung“ in Prenzlauer Berg wird.

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m/s