Mittwoch, 28. Juni 2017
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Sinkendes Transaktionsvolumen von Wohn- und Geschäftshäusern

Berlin aus der Vogelperspektive

Die neueste Zahlen zum Berliner Immobilienmarkt kommen von den vorläufigen Zahlen des Gutachterausschusses vom 7.März 2017. Engel & Völkers Commercial Berlin hat die Zahlen zuerst veröffentlicht.

Das Transaktionsvolumen auf dem Berliner Wohn- und Geschäftshausmarkt ist demnach 2016 um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rund 3,99 Milliarden Euro gesunken (2015: 4,26 Milliarden Euro). Ebenso ging die Anzahl der Transaktionen um rund sechs Prozent zurück. So wurden im vergangenen Jahr in Berlin 1.083 Wohn- und Geschäftshäuser gehandelt (2015: 1.157 Verkäufe).

„Das entspricht rund einem Prozent aller Mietshäuser in Berlin. Zuletzt war das Transaktionsvolumen zu Beginn des Jahrtausends so niedrig. Das bedeutet, dass ein Mietshaus im Durchschnitt einmal in einhundert Jahren verkauft wird“, kommentiert Rackham F. Schröder, Geschäftsführer von Engel & Völkers Commercial Berlin.

Durchschnittskaufpreis als Orientierung

Der durchschnittliche Kaufpreis eines Wohn- und Geschäftshauses liegt gegenüber 2015 unverändert bei rund 3,68 Millionen Euro. Das ist eines der Ergebnisse der Untersuchung von Engel & Völkers Commercial Berlin auf Basis der vorläufigen Daten des Gutachterausschusses Berlin. „Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich, dass das Angebot die Nachfrage nicht befriedigen kann. Eine Folge dieser Entwicklung ist, dass viele Anleger vermehrt den Fokus auch über die innerstädtischen Lagen hinaus legen und in Bezirken wie Spandau oder Reinickendorf investieren. „Hier können bei vergleichbaren Vermietungschancen gleiche oder sogar höhere Renditen erzielt werden als in zentrumsnäheren Lagen“, so Schröder.

Rackham F. Schroeder
Rackham F. Schroeder – Foto: © Engel & Völkers Commercial Berlin

Höchste Zuwachsrate in dezentralen Lagen

In Spandau und Reinickendorf hat das Transaktionsgeschehen am stärksten zugenommen. In Spandau hat sich das Volumen 2016 gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf rund 267 Millionen Euro mehr als verdoppelt (+ 111 Prozent). Gleichzeitig sank die Anzahl der Transaktionen um 18 Prozent auf 59 Verkäufe. In Reinickendorf registrierte der Gutachterausschuss einen Zuwachs von rund 68 Prozent auf 207 Millionen Euro. Mit 88 Transaktionen stiegen die Verkäufe in dem Altbezirk um rund sieben Prozent. Auch Hellersdorf profitiert von der Ausweichbewegung der Investoren auf dezentrale Lagen. Hier stieg das Umsatzvolumen um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 51,1 Millionen Euro (2015: 37,4 Millionen Euro).

Top10 Anstieg Transaktionsvolumen
Top10 Anstieg Transaktionsvolumen – Grafik: Engel & Völkers Commercial Berlin

Größte Umsatzvolumina weiterhin in Innenstadtgebieten

Innerhalb des S-Bahn-Rings werden aber weiterhin die größten Umsatzvolumina verzeichnet. Spitzenreiter ist Charlottenburg mit rund 402 Millionen Euro, gefolgt von Kreuzberg mit 288 Millionen Euro und Neukölln mit 281 Millionen Euro. Insbesondere Kreuzberg verzeichnet einen Anstieg des Transaktionsvolumens von fast 50 Prozent und eine Zunahme der Verkäufe um 29 Prozent auf 67 Objekte. Der Szenebezirk Prenzlauer Berg stagniert dagegen beim Umsatzvolumen auf einem hohen Niveau von 253 Millionen Euro und einem leichten Anstieg der Verkäufe um 12 Prozent. Drastisch bricht der Altbezirk Mitte mit einem vergleichsweise geringen Transaktionsgeschehen von circa 199 Millionen Euro gegenüber 2015 um 50 Prozent ein (2015: 400 Millionen Euro). „Insbesondere in Mitte führen wir diesen Rückgang vor allem darauf zurück, dass nicht genügend adäquate Objekte am Markt angeboten werden“, kommentiert Schröder.

Transaktionsvolumen Wohn- und Geschäftshäuser
Transaktionsvolumen Wohn- und Geschäftshäuser – Foto: Engel & Völkers Commercial Berlin

Engel & Völkers prognostiziert für 2017 anhaltend hohe Nachfrage

Engel & Völkers Commercial Berlin prognostiziert für das laufende Jahr eine weiterhin positive Entwicklung: „Wir rechnen für den Wohn- und Geschäftshausmarkt im laufenden Jahr weiter mit einer hohen Nachfrage. Dabei wird das Preisniveau zumindest leicht ansteigen, da das Angebot trotz anziehender Neubautätigkeit zu gering ist“, so Geschäftsführer Schröder. „Trotz steigender Preise ist das Interesse potenzieller Käufer weiterhin hoch. Zumal Berlin den gleichen Entwicklungszyklus wie andere europäische Metropolen vollzieht, allerdings zeitverzögert und daher ist hier noch viel Nachholpotenzial“, sagt Schröder und ergänzt: „Insgesamt wird 2017 sicher ein spannendes Jahr, insbesondere die Leitzinsanhebung in den USA wird Bewegung in den Markt bringen.“

Informationen zur Datengrundlage:
Die Zahlen basieren auf den vorläufigen Daten des Gutachterausschusses Berlin vom 7. März 2017. Die Zahlen der Vorjahresdaten haben ebenfalls den 7. März als Stichtag, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Die Altbezirke basieren auf den Grenzen vor der Bezirksreform am 1. Januar 2001.

Transaktionen 2016 nach Bezirken
Transaktionen 2016 nach Bezirken – Grafik: Engel & Völkers Commercial Berlin

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m/s